Meeresspiegel steigt weiter 24.10.2025, 17:30 Uhr

Weniger Emissionen: Was wir heute entscheiden, zeigt sich in 300 Jahren

Der Anstieg der Weltmeere ist kein fernes Szenario mehr – er ist bereits in vollem Gange. Doch die Weichen dafür, wie stark unsere Küsten in den kommenden Jahrhunderten verändert werden, stellen wir schon heute. Den Klimawandel sollte man nicht nur in Grad Celsius messen, sondern auch am Anstieg des Meeresspiegels.

Das Meer steigt und überflutet einen Küstenabschnitte, so dass nur noch die Krone des Baumes zu sehen ist und ein kaum herausragender Fels.

Wenn der Meeresspiegel weiter steigt, stellt das für Inseln und Küstenregionen eine große Gefahr da.

Foto: smarterPix / thanasus

Neue Forschungsergebnisse zeigen: Was jetzt an Emissionen freigesetzt wird, prägt die Küstenlinien bis ins Jahr 2300 hinein. Die Entscheidung, ob wir den Anstieg um bis zu 0,6 Meter eindämmen oder ihn auf 0,8 Meter anwachsen lassen, liegt in unserer Hand. Kurzfristige Maßnahmen haben langfristige Wirkung – und können zukünftigen Generationen eine dramatische Veränderung ersparen. Eine aktuelle Studie untersucht erstmals systematisch, wie stark die Emissionen des 21. Jahrhunderts den Meeresspiegel über das Jahr 2100 hinaus beeinflussen.

Während bisherige Prognosen meist im Jahr 2100 enden und auf einem Standardsatz an Szenarien basieren, ging ein Forschungsteam nun einen Schritt weiter. Es isolierte die Auswirkungen von Emissionen zwischen 2020 und 2090 und konnte so einen direkten Zusammenhang zwischen heutigen politischen Entscheidungen und den langfristigen Veränderungen der Meere herstellen – ein Durchbruch in der Klimaforschung.

Emissionen deutlich verringern – Schlüssel zur Küstensicherheit

Alexander Nauels, leitender Wissenschaftler am International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) und Hauptautor der Studie, betont: „Die heutigen Emissionen schreiben den zukünftigen Meeresspiegel fest.“ Die Forschung zeigt, dass bereits die Emissionen bis 2050 unter der derzeitigen Politik einen Anstieg um etwa 0,3 Meter bis 2300 verursachen würden. Dies mag zunächst gering erscheinen, doch in Kombination mit weiteren Emissionen bis 2090 summieren sie sich auf insgesamt 0,8 Meter. Diese Differenz ist der Punkt – sie könnte darüber entscheiden, ob bestimmte Inseln oder tiefliegende Küstenregionen überhaupt noch bewohnbar bleiben.

Durch konsequente Reduktionen im Einklang mit dem Pariser Abkommen ließen sich davon etwa 0,6 Meter vermeiden. Das bedeutet: Wer heute Emissionen deutlich verringern kann, schützt nicht nur das Klima, sondern auch die Lebensräume künftiger Generationen. Die Studie macht deutlich, dass Klimaschutz nicht nur eine Frage der Temperaturbegrenzung ist, sondern auch eine der räumlichen Integrität ganzer Regionen. Die Küstenlinien der Zukunft werden durch heutige politische Weichenstellungen geprägt.

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Emissionen heute wirken sich auf Anstieg des Meeresspiegels in Zukunft aus

Emissionen deutlich zu verringern ist daher kein abstraktes Ziel, sondern eine konkrete Notwendigkeit für die Anpassung an den Klimawandel. Die Forschenden aus Österreich, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Deutschland isolierten die Auswirkungen kurz- und mittelfristiger Emissionen.

Im Anschluss stellten sie die Ergebnisse in direkten Zusammenhang zwischen heutigen politischen Entscheidungen und dem Meeresspiegel, wie er sich infolgedessen in einigen Hundert Jahren darstellen wird. Auf diese Art und Weise wird sichtbar, wie sehr die heutigen Emissionen bereits den zukünftigen Anstieg „festgeschrieben“ haben – und wie viel Spielraum noch bleibt, wenn jetzt gehandelt wird.

Weniger Emissionen bedeutet auch Schutz für Inseln und Küsten

Besonders betroffen sind Regionen wie die Pazifikinseln, die einen stärkeren Anstieg als der globale Durchschnitt erfahren werden. Matthew Palmer vom britischen Met Office, Mitautor der Studie, weist darauf hin, dass lokale und regionale Unterschiede viel detaillierter betrachtet werden müssen. „Anpassungspläne müssen Jahrhunderte im Voraus berücksichtigen“, so Palmer. Die Studie unterstreicht, dass Entscheiderinnen und Entscheider nicht nur kurzfristige, sondern langfristige Szenarien in ihre Planungen einbeziehen müssen.

Auch Co-Autorin Aimée Slangen vom Königlich Niederländischen Institut für Meeresforschung betont die Bedeutung der zeitlichen Dimension: „Diese Entscheidungen bestimmen, wann Anpassungsgrenzen erreicht werden und wie viele Handlungsoptionen Küstengemeinden in gefährdeten Regionen noch haben.“ Die Verlangsamung des Anstiegs durch Emissionen deutlich zu verringern, gibt betroffenen Regionen mehr Zeit, sich anzupassen.

Klimawandel nicht nur in Grad Celsius, sondern auch in Metern messen

Die Studie zeigt zudem, dass die Emissionen zwischen 2020 und 2050 bereits einen signifikanten Teil des zukünftigen Anstiegs verursachen. Wer jetzt Emissionen deutlich verringern kann, verhindert nicht nur weitere Erwärmung, sondern auch irreversible Veränderungen der Küsten. Die Forschenden betonen, dass es noch möglich ist, den Anstieg zu begrenzen – aber nur, wenn jetzt entschlossen gehandelt wird.

Emissionen deutlich zu verringern, muss daher nach Ansicht der Forschenden zur zentralen Säule der Klimapolitik werden.

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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