Folgen und Lösungen 19.03.2025, 07:30 Uhr

Forscher warnen: Klima verändert das Trinkwasser in Stauseen

Steigende Temperaturen beeinflussen die Trinkwasserqualität in Stauseen. Welche Folgen das hat und welche Lösungen es gibt, erfahren Sie hier.

Talsperre Mauthaus

Die Talsperre Mauthaus im Landkreis Kronach liefert Trinkwasser für die ganze Region - mehr als zehn Millionen Kubikmeter im Jahr.

Foto: PantherMedia / Tobias Ott

Talsperren sind ein zentraler Bestandteil der Trinkwasserversorgung in Deutschland. Etwa 15 % des Trinkwassers stammen aus diesen künstlichen Seen, in einigen Regionen sogar deutlich mehr. Doch der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die Wasserqualität in Stauseen aus. Höhere Temperaturen beeinflussen den Sauerstoffgehalt, chemische Prozesse im Sediment und die Verfügbarkeit von Wasser. Forschende weisen darauf hin, dass sich diese Effekte in den kommenden Jahrzehnten weiter verstärken werden.

Temperaturanstieg und seine Folgen

In den letzten 40 Jahren stiegen die Wassertemperaturen in Trinkwasser-Talsperren um etwa zwei Grad. Falls dieser Trend anhält, könnte sich die Temperatur in Zukunft um weitere vier bis fünf Grad erhöhen. Seenexperte Karsten Rinke vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung vergleicht dies mit einer klimatischen Verschiebung von den Mittelgebirgen in Richtung Mittelmeerraum. Solch eine Entwicklung hätte weitreichende Folgen für das ökologische Gleichgewicht der Stauseen.

Ein wesentlicher Effekt höherer Temperaturen ist der Rückgang des Sauerstoffgehalts im Wasser. Niedrigere Sauerstoffwerte führen dazu, dass Fische, Muscheln und andere Wasserorganismen nicht mehr überleben können. In einigen Seen wurde bereits eine Sauerstoffkonzentration nahe null gemessen. Dies kann gravierende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem haben.

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
GW Batterien GmbH-Firmenlogo
Anwendungstechniker (m/w/d) GW Batterien GmbH
Zwickau Zum Job 
Daldrop + Dr.Ing.Huber GmbH + Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter TGA (m/w/d) Reinraumtechnik Daldrop + Dr.Ing.Huber GmbH + Co. KG
Neckartailfingen Zum Job 
naturenergie netze GmbH-Firmenlogo
Ingenieur als Teamleiter Netzleitstelle (m/w/d) naturenergie netze GmbH
Rheinfelden (Baden), Donaueschingen Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Experte (m/w/d) Energieinfrastruktur und Bauprojekte - Planung und Realisierung - Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Gemeinde Steinen-Firmenlogo
Leiter/in des Fachbereichs Bauen und Umwelt (w/m/d) Gemeinde Steinen
Steinen Zum Job 
Netz Leipzig GmbH-Firmenlogo
Teamleitung (m/w/d) Leitstelle Strom Netz Leipzig GmbH
Leipzig Zum Job 
Duale Hochschule Sachsen (DHSN)-Firmenlogo
W2-Professur für "Umweltanalytik und Umwelttechnik" (m/w/d) Duale Hochschule Sachsen (DHSN)
AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.-Firmenlogo
Ingenieur / Elektrotechniker (m/w/d) AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.
Groß-Gerau Zum Job 
Alltech Dosieranlagen GmbH-Firmenlogo
Vertriebs- und Projektingenieur (m/w/d) Schwerpunkt: Verfahrenstechnik / Umwelttechnik / Elektrotechnik Alltech Dosieranlagen GmbH
Weingarten Zum Job 
SOCON Sonar Control Kavernenvermessung GmbH-Firmenlogo
Vermessungsingenieur / Geodäsie (m/w/d) SOCON Sonar Control Kavernenvermessung GmbH
Gießen Zum Job 
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (gn) für Kanal- und Entwässerungsplanung Stadtwerke Essen AG
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Region Hamburg, Berlin oder Düsseldorf / Köln (West) Zum Job 
Landkreis Wesermarsch-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur*in (m/w/d) / Bachelor / Master der Fachrichtungen Agrarwirtschaft, Landespflege, Landschaftsplanung/-entwicklung oder Landschaftsökologie Landkreis Wesermarsch
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
PhD Position - Techno-economic assessment of geothermal plants with material co-production in energy systems Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich Zum Job 
Landkreis Friesland-Firmenlogo
Kommunaler Energiemanager (m/w/d) Landkreis Friesland
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) für Geotechnik, Abfall, Altlasten und Georisiken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
HIC Consulting-Firmenlogo
Geschäftsführer (m/w/d) HIC Consulting
Hamburg Zum Job 
Hochschule Emden/Leer-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in im Projekt "OS-Lotse" Hochschule Emden/Leer
Stadt Langenhagen-Firmenlogo
Leiter (m/w/d) der Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe Stadt Langenhagen
Langenhagen Zum Job 

Chemische Veränderungen im Wasserkörper

Mit abnehmendem Sauerstoffgehalt im Tiefenwasser können sich auch chemische Prozesse im Sediment verstärken. „Das Sediment entlässt dann Stoffe wie Mangan oder Eisen und verändert das Wasser so auch chemisch“, erklärt Rinke. Insbesondere Mangan kann problematisch werden, da es in hoher Konzentration gesundheitsschädlich ist und eine aufwendige Reinigung erforderlich macht, bevor es als Trinkwasser genutzt werden kann.

Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, besteht darin, Wasser aus tieferen Schichten zu entnehmen, in denen noch ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Diese Methode wird bereits an mehreren Talsperren angewandt, beispielsweise an der Talsperre Mauthaus in Bayern.

Veränderte Niederschlagsmuster und Wasserverfügbarkeit

Nicht nur steigende Temperaturen, sondern auch veränderte Niederschlagsmuster setzen Stauseen unter Druck. Heiße und trockene Sommer nehmen zu, wodurch weniger Wasser in die Talsperren nachfließt. Gleichzeitig steigt in vielen Regionen der Wasserverbrauch während der Sommermonate.

Ein Beispiel ist die Talsperre Mauthaus, auch als Ködeltalsperre bekannt. Der Füllstand lag hier im Dezember 2018 bei nur noch 58 %, während der langjährige Durchschnitt zuvor bei 70 % lag. Sinkende Wasserstände können langfristig zu Engpässen in der Trinkwasserversorgung führen, insbesondere wenn der Wasserverbrauch weiter steigt.

Anpassungsstrategien für die Zukunft

Um die Auswirkungen des Klimawandels auf Stauseen zu begrenzen, sind verschiedene Maßnahmen notwendig. Eine Möglichkeit ist der Bau neuer Talsperren. Allerdings sind die Kosten hoch und neue Stauseen würden oft in Naturschutzgebieten entstehen, was naturschutzrechtliche Konflikte nach sich ziehen könnte.

Eine andere Strategie ist die Vergrößerung bestehender Talsperren. „Indem man die Staumauer erhöht, verliert man nicht so viel Fläche, gewinnt aber ein Vielfaches an Volumen hinzu“, so Rinke. Ein Beispiel dafür ist die geplante Erweiterung der Granetalsperre im Harz.

Zudem können technische Anpassungen helfen, die Trinkwasserqualität zu sichern. Eine verbesserte Sauerstoffzufuhr oder eine gezielte Wasserentnahme aus verschiedenen Tiefen sind bereits bewährte Methoden. Auch ein nachhaltigerer Umgang mit Wasser auf Verbraucherseite kann dazu beitragen, Engpässe zu vermeiden. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.