Entsalzungsanlagen 16.09.2025, 15:00 Uhr

Trinkwasser vom Meeresboden ist billiger

Umkehrosmoseanlage in 400 Metern Wassertiefe nutzt den dort herrschenden Druck, um das salzige Wasser durch feinporige Membranen zu pressen. Das reduziert den Energiebedarf um 36 %.

OceanWell

Weltweit steigt die Bedeutung der Meerwasserentsalzung: Innovative Anlagen sollen sauberes Trinkwasser auch in Regionen mit Wassermangel liefern.

Foto: OceanWell

Nicht nur der Unmut der Einheimischen über den Massentourismus gefährdet die Urlaubsregion Mallorca, sondern auch – und noch viel stärker – der Wassermangel. Kalifornien ist notorisch arm an Trinkwasser, zahlreiche vor allem äquatornähere Regionen auch. Selbst Mitteleuropa macht sich Sorgen, und Norwegen, das Land mit scheinbar unerschöpflichen Wasservorräten, will sich angesichts des Klimawandels nicht mehr allein darauf verlassen, sondern plant den Einstieg in die Kernenergie.

Meerwasserentsalzung ist weltweit eine Option

Wasserentsalzungsanlagen sollen es weltweit richten. Sie benötigen extrem viel Energie, was vor allem ärmere Länder davon abhält, sie zu bauen. Doch auch das relativ umweltbewusste Kalifornien reagiert empfindlich auf energetische Ausschweifungen. Deshalb kommt dort ein neuartiges Konzept zur Gewinnung von Trink- aus Meerwasser besonders gut an, denn der Energieverbrauch ist um rund 36 Prozent geringer als der konventioneller Entsalzungsanlagen, verspricht OceanWell im kalifornischen Menlo Park, das Unternehmen, das die neue Aufbereitungstechnik entwickelt hat.

Start mit 3,7 Litern Trinkwasser pro Tag

Jetzt fiel der Startschuss für die erste Anlage dieser Art, die gut sieben Kilometer vor der Küste von Malibu/Kalifornien in einer Tiefe von 400 Metern installiert wird. Die Water Farm 1 (WF1), ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Wasserversorger Las Virgenes Municipal Water District (LVMWD), soll pro Tag 3,7 Millionen Liter Trinkwasser erzeugen. Sechs weitere sollen bis 2030 folgen. WF1 und seine Folgesysteme sollen den Druck auf das überlastete Wasserversorgungssystem reduzieren, das vor allem vom Colorado River und von der nicht nachhaltigen Entnahme von Grundwasser abhängt, um dem Bundesstaat eine widerstandsfähige, klimaangepasste Wasserzukunft zu sichern.

Nur Wassermoleküle passen durch die Poren

„Die Wasserbezieher von Las Virgenes waren von der jüngsten Dürre stark betroffen, denn unsere einzige Versorgungsquelle ist bisher das über das State Water Project importierte Wasser“, so Dave Pedersen, General Manager von LVMWD. „Wir wollen eine führende Rolle bei der Bewältigung der sich verschärfenden Krise der Wasserversorgung Kaliforniens spielen.“

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
intecplan integrierte technische Planung GmbH-Firmenlogo
Projektleiter:in (m/w/d) TGA intecplan integrierte technische Planung GmbH
Düsseldorf Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Dozent/in (m/w/d) in der Bildungsstätte Dresden BG ETEM
Dresden Zum Job 
BRAMM Bau GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur - Tiefbau & Rohrvortrieb (m/w/d) BRAMM Bau GmbH
Vaihingen an der Enz Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur im Facility Management (w/m/d) DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenbau Die Autobahn GmbH des Bundes
EMS-CHEMIE (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Produktionsleiter Kunststoffherstellung LFT (m/w/d) EMS-CHEMIE (Deutschland) GmbH
Groß-Umstadt Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Städtische Hochbauprojekte GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
TenneT-Firmenlogo
Network Engineer Kommunikationsnetze (m/w/d) TenneT
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter Wohnungsbau (m/w/d) für Neubau und Modernisierung auf Bauherrenseite Allbau Managementgesellschaft mbH
Orano GmbH-Firmenlogo
Strahlenschutzingenieur / Strahlenschutztechniker (m/w/d) Orano GmbH
Nürnberg Zum Job 
UPM - The Biofore Company-Firmenlogo
Production Engineer (m/f/d) UPM - The Biofore Company
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter / Stationärer Projektleiter (m/w/d) für Auftragsabwicklung und Produktionssteuerung im Bereich Fertigteilbau KLEBL GmbH
Gönnern Zum Job 
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Betriebsingenieur/in (gn) für Technisches Sicherheitsmanagement und Sonderprojekte Stadtwerke Essen AG
OCS Optical Control Systems GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieure (m/w/d) für die Bildverarbeitung & Softwareentwicklung OCS Optical Control Systems GmbH
OCS Optical Control Systems GmbH-Firmenlogo
Applikationsingenieur (m/w/d) für Automatisierungssysteme OCS Optical Control Systems GmbH
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 
Staatliches Baumanagement Hannover-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Hannover
Hannover Zum Job 
Koehler Paper-Firmenlogo
Produktionsingenieur (m/w/d) Papier Koehler Paper
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur - Oberbauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Stuttgart Zum Job 

WF1 nutzt das erprobte Prinzip der Umkehrosmose. Bei diesem Verfahren wird Salzwasser durch eine Membran gepresst. Diese hat so feine Poren, dass Salzmoleküle und Verunreinigungen wie Mikroplastik und Schwermetalle nicht hindurchpassen. Der Aufbau des Drucks in oberirdischen Anlagen benötigt sehr viel Energie. In 400 Metern Tiefe herrscht der dortige Wasserdruck aus, um das Salzwasser durch die Membran zu pressen.

Druckunterschied zwischen zwei Kammern

Die Anlage hat zwei Kammern. In die erste wird das Meerwasser, angetrieben von dem Druck in 400 Metern Tiefe, hineingedrückt. Es passiert die Membran, weil in der zweiten Kammer ein viel geringerer Druck herrscht, da sie mit dem Sammelbehälter an Land verbunden ist. Er ist immer noch so groß, dass das Trinkwasser ohne sonderliche Pumpkraft in diesen Behälter strömt. Die Lake, also das Wasser mit erhöhter Salzkonzentration, wird ins Meer zurückgeleitet. Möglicherweise muss es über eine zusätzliche Pipeline vom Standort der Anlage weggeleitet werden, weil die Salzkonzentration in der Nähe ständig steigen könnte. Möglichweise reichen aber die Meeresströmungen sowie die Gezeiten aus, um die Lake wieder zu verdünnen.

20.000 Entsalzungsanlagen sind schon in Betrieb

Im März dieses Jahres testete OceanWell eine kleine Pilotanlage mit Erfolg. Eingesetzt werden die gleichen Membranen wie in oberirdischen Anlagen. 2028 sollen die ersten kommerziellen Trinkwasserbereiter in Angriff genommen werden. Sie werden komplett in einer Fabrik hergestellt, im Meer versenkt und auf vorbereiteten Fundamenten befestigt. Das Produkt könnte zum Exportschlager werden, denn weltweit haben vier Milliarden Menschen keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dabei gibt es weltweit bereits mehr als 20.000 Meerwasserentsalzungsanlagen, die pro Tag rund 100 Millionen Kubikmeter Trinkwasser produzieren.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.