Airlander 10 auf der Nase 25.08.2016, 11:41 Uhr

Größtes Luftschiff der Welt legt Bruchlandung hin

Schon beim zweiten Testflug mit dem derzeit größten Luftschiff der Welt hat es Probleme gegeben: Der Airlander 10 legte eine richtige Bruchlandung hin. Jetzt gibt es Zweifel an dem Luftschiff, das einmal große Lasten in jede beliebige Ecke der Welt transportieren soll. Erinnerungen an den Cargolifter kommen auf …

Ach du dickes Ding: 35 Millionen $ kostet der Airlander 10. Dafür kann er aber auch ganz schön viel. Zum Beispiel noch weiterfliegen, wenn Löcher in die Außenhülle geschossen werden. 

Foto: Hybrid Air Vehicle

Das Cockpit des Luftschiffs – hier noch unbeschädigt im Hangar – wurde bei der Bruchlandung stark beschädigt.

Foto: HAV

Normalerweise setzt die Airlander gerade auf dem Boden auf.

Foto: HAV

Das Luftschiff LMH-1 von Lockheed Martin kann sogar auf Wasser landen. Möglich machen das Füße mit Luftkissen. 

Foto: Lockheed Martin

LCA60T: Das französische Unternehmen Flying Whales und der Konzern Skeleton Technologies mit Sitz in Estland und dem ostdeutschen Bautzen bauen gemeinsam ein Schwerlast-Luftschiff. Der mit Helium gefüllte Zeppelin soll Lasten bis zu 60 t transportieren können.

Foto: Sketeton Technologies

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Straßenplanung und Entwurf Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Zweigniederlassungsleiter Großprojekte West (m/w/d) über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Nordrhein-Westfalen Zum Job 
über Kienbaum Consultants International GmbH-Firmenlogo
Leitung (m|w|d) Hoch- und Ingenieurbau über Kienbaum Consultants International GmbH
Baden-Württemberg Zum Job 
intecplan integrierte technische Planung GmbH-Firmenlogo
Projektleiter:in (m/w/d) TGA intecplan integrierte technische Planung GmbH
Düsseldorf Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Dozent/in (m/w/d) in der Bildungsstätte Dresden BG ETEM
Dresden Zum Job 
BRAMM Bau GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur - Tiefbau & Rohrvortrieb (m/w/d) BRAMM Bau GmbH
Vaihingen an der Enz Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur im Facility Management (w/m/d) DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenbau Die Autobahn GmbH des Bundes
EMS-CHEMIE (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Produktionsleiter Kunststoffherstellung LFT (m/w/d) EMS-CHEMIE (Deutschland) GmbH
Groß-Umstadt Zum Job 
Landratsamt Sigmaringen-Firmenlogo
Sachgebietsleitung Straßen- und Ingenieurbau (w/m/d) Landratsamt Sigmaringen
Sigmaringen Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Städtische Hochbauprojekte GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektleiter / Bauleiter (m/w/d) Netzbau und Anlagenbau Strom Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG-Firmenlogo
Ingenieur Messstellenbetrieb Erdgas, Wasser und Wärme (w/m/d) Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
Frankfurt am Main Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenbau - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
MVV Biogas GmbH-Firmenlogo
Betriebsingenieur Biogas (m/w/d) MVV Biogas GmbH
Barby, Bernburg (Saale), Dresden, Wanzleben-Börde, Kroppenstedt, Staßfurt Zum Job 
Gemeinde Pullach i. Isartal-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/d) für den technischen Bauunterhalt Gemeinde Pullach i. Isartal
Pullach i. Isartal Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur/ Projektleiter (m/w/d) Medizintechnik (CT) und Windkraft Asien Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Aarsleff Rohrsanierung GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Aarsleff Rohrsanierung GmbH
Röthenbach Zum Job 
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 

Schön ist das Ding ja nicht. Die Briten nennen es ohnehin schon „fliegendes Gesäß“. Nur: Wenn es denn fliegt und zuverlässig landet, dann ist die Optik ja nachrangig. Bisher war der Airlander 10 des britischen Unternehmens HAV bloß einmal geflogen, am 17. August beim ersten echten Test, der aber auch nur gut ein Viertelstündchen dauerte.

Bei dieser Premiere war noch alles glatt gegangen. Eine Woche später blieb das Hybrid-Luftschiff, das ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt worden ist, nun schon für 100 Minuten in der Luft. Bei der Landung allerdings kippte es nach vorn und schlug mit dem Cockpit auf den Boden. Die BBC hat die Bruchlandung im Video festgehalten.

Ursache der Bruchlandung ist noch unklar

Bei dem Hybrid-Luftschiff kann so etwas passieren, weil es im Gegensatz zu klassischen Zeppelinen schwerer als Luft ist und von allein zu Boden sinkt. Weil er aber auch nur etwas schwerer als Luft ist, kann so ein Aufprall wiederum nicht allzu heftig ausfallen. Selbst Schäden an der Hülle – etwa ein paar hundert Einschusslöcher – würden dem Fluggerät nichts ausmachen, verspricht HAV.

Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand, die Ursache ist noch unklar, teilte HAV per Twitter und auf seiner Webseite mit. Der Hersteller bestreitet Meldungen von einer Kollision mit einem Telefonmast oder ähnlichem. Die Untersuchungen laufen, heißt es.

Private Investoren erhoffen Geschäft

Auch wenn der materielle Schaden gering ist – der Image-Makel könnte schwer wiegen. Denn nachdem das US-Militär 2013 aus dem bislang schon gut 70 Millionen Euro teuren Projekt ausgestiegen war, hängt es nun allein an privaten Investoren. Darunter sind Flugbegeisterte mit dicker Brieftasche wie der Sänger Bruce Dickinson von der Heavy-Metal-Band Iron Maiden, der selbst Pilot ist und vom eigenen Airlander-Flug träumt, aber vor allem Geldgeber, die sich ein Geschäft mit dem Luftschiff versprechen.

Schließlich soll der noch weitaus größere Nachfolger des heute 92 m langen Prototyps irgendwann einmal Lasten bis zu 50 t transportieren können, und das über Strecken von mehr als 3.000 km.

Technik hat sich enorm weiterentwickelt

Große Versprechungen, die jedenfalls in Deutschland fatal an den Cargolifter erinnern – ein mit 260 m Länge noch viel größer bemessenes Lasten-Luftschiff, das Mitte der 90er Jahre nicht nur die Renaissance der Zeppeline und Zeppelin-Artigen einläuten sollte, sondern mit der gigantischen Produktionshalle in Brandenburg auch für die ersehnten „blühenden Landschaften“ im Osten der Republik stand. Das Projekt scheiterte krachend, die Firma ging 2002 in die Insolvenz, und die Werfthalle beherbergt heute einen tropischen Freizeitpark.

Allerdings haben Ingenieure die Technik inzwischen enorm weiterentwickelt. Hybride wie der Airlander kombinieren heute die Vorzüge eines Zeppelins mit denen anderer Fluggeräte, vor allem Tragflächen, die höheres Eigengewicht erlauben.

Der amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin verfolgt ein ähnliches Konzept wie HAV mit dem Airlander und will sein Luftschiff LMH-1 schon 2018 auf den Markt bringen. Bis zu 500 Exemplare will das Unternehmen in den Folgejahren absetzen. Das Hybrid-Luftschiff – eine Mischung aus Flugzeug, Helikopter und Luftschiff – hat eine Nutzlast von 20 t. Und es sieht übrigens ähnlich merkwürdig aus wie der Airlander.

In andere Dimensionen wollen der französische Hersteller Flying Whales und das deutsch-estnische Unternehmen Skeleton Technologies vorstoßen. Mit neuartiger Antriebstechnik soll das Luftschiff „Fliegender Wal“ sogar Lasten von bis zu 60 t transportieren können.

 

Ein Beitrag von:

  • Werner Grosch

    Werner Grosch ist Journalist und schreibt vor allem über Technik. Seine Fachgebiete sind unter anderem Elektromobilität, Energie, Robotik und Raumfahrt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.