Mysteriöses Phänomen im All 02.07.2020, 16:22 Uhr

Extrem heller Stern ist plötzlich weg: Forscher stehen vor einem Rätsel

Der Stern leuchtete zweieinhalb Millionen mal so hell wie die Sonne, dann war er plötzlich weg. Das stellt Forscher vor ein Rätsel. Die Astronomen hoffen jetzt auf ein neues Super-Teleskop, mit dessen Hilfe das mysteriöse Phänomen erklären werden könnte.

So könnte der Stern vor seinem plötzlichen Verschwinden ausgesehen haben. Foto: ESO/L. Calçada

So könnte der Stern vor seinem plötzlichen Verschwinden ausgesehen haben.

Foto: ESO/L. Calçada

Als würde ein gigantischer galaktischer Zaubertrick dahinter stecken: Ein riesiger Stern scheint von jetzt auf gleich einfach verschwunden zu sein. Das stellt die Wissenschaft vor ein Rätsel.

Der Stern in der 75 Millionen Lichtjahre entfernten Kinman-Zwerggalaxie (PHL 293B) im Sternbild Wassermann hatte noch im Jahr 2011 die Leuchtkraft von zweieinhalb Millionen Sonnen und war damit einer der hellsten Sterne überhaupt. Als Astronomen vom Trinity College in Dublin ihn genauer beobachten wollten, fanden sie ihn nicht mehr.

Extrem heller Stern ist plötzlich nicht mehr da

Wegen seiner Entfernung kann der Stern nicht direkt beobachtet werden. Zwischen 2001 und 2011 hatten Forscher aber seine charakteristische Signatur gemessen. Demnach handelte es sich bei dem Stern um einen einen sogenannten Leuchtkräftigen Blauen Veränderlichen (LBV): Erreicht ein Stern dieses Stadium, steht er kurz davor, zur Supernova und schließlich zu einem Schwarzen Loch zu werden. Es ist sein Ende.

Sternentanz um Schwarzes Loch: Ingenieure leisten Bahnbrechendes

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Grün (m/w/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur in den Bereichen Gas und Wasser (m/w/d) Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Flughafen München GmbH-Firmenlogo
Leiter Elektrotechnik / Stromnetzprojekte (w/m/d) Flughafen München GmbH
Oberding Zum Job 
Intego GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker / Field Service Engineer (m/w/d) - Einsatz in Kalifornien (USA) Intego GmbH
Erlangen Zum Job 
PohlCon GmbH-Firmenlogo
Anwendungsingenieur (m/w/d) PohlCon GmbH
Sumitomo Rubber Europe GmbH-Firmenlogo
Ingenieur FEA (m/w/d) Reifensimulation in Hanau Sumitomo Rubber Europe GmbH
Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (m/w/d) (Master/Uni-Diplom) Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Bergisch Gladbach Zum Job 
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Bau (m/w/d) wpd infrastruktur GmbH
Universität zu Köln-Firmenlogo
Bauingenieur*in oder Architekt*in (w/m/d) mit Vertiefung im Baubetrieb bzw. Projektmanagement Universität zu Köln
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Elektroingenieur (m/w/d) für nationale Wind- und Solarenergieprojekte wpd infrastruktur GmbH
wpd construction GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Elektrotechnik (m/w/d) wpd construction GmbH
Bietigheim-Bissingen Zum Job 
Universität zu Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) für Energiemanagement, Nachhaltigkeit und technische Gebäudeentwicklung Universität zu Köln
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 

Genau diese Phase hatte ein Forscherteam um den Astronomen Andrew Allan jetzt mithilfe des Very  beobachten wollen. Ihre Beobachtungen haben sie jetzt im Magazin „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ Very öffentlich. Demnach sieht alles danach aus, dass der LBV einfach ohne Supernova gewissermaßen friedlich entschlafen ist. „Es wäre äußerst ungewöhnlich, wenn ein so massereicher Stern ohne eine helle Supernova-Explosion verschwindet“, so Allan.

„Wir haben vielleicht einen der massereichsten Sterne des lokalen Universums entdeckt, der leise in die Dunkelheit entschwindet“, so Jose Groh, der ebenfalls am Projekt teilnahm.

Schwarzes Loch: Stern könnte einfach kollabiert sein

Sprich: Vielleicht ist der Stern ohne Supernova zu einem Schwarzen Loch kollabiert. Das wäre allerdings ein sehr überraschendes und seltenes Phänomen. „Unser derzeitiges Verständnis darüber, wie massereiche Sterne sterben, deutet darauf hin, dass die meisten von ihnen ihr Leben in einer Supernova beenden“, heißt es in einer Eso-Mitteilung. Diese Option würde vor allem angesichts der Tatsache überraschen, dass die Forschung gerade bei einem LBV mit einer besonders heftige Supernova gerechnet hatte.

Warum die Starlink-Satelliten zu einer Katastrophe führen könnten

Die Kinman-zweggalaxie, aufgenommen mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops. Foto: NASA, ESA/Hubble, J. Andrews (U. Arizona)

Die Kinman-zweggalaxie, aufgenommen mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops.

Foto: NASA, ESA/Hubble, J. Andrews (U. Arizona)

Eine andere Theorie, die die Astronomen in der Veröffentlichung nennen: Der Stern in der Kinman-Zwerggalaxie könnte den Messdaten zufolge einen heftigen Ausbruch durchgemacht haben, bei dem Materie ins All geschleudert wurde. Dieser Ausbruch endete möglicherweise irgendwann nach 2011. Leuchtkräftige Blaue Veränderliche Sterne wie dieser neigen dazu, im Laufe ihres Lebens gigantische Ausbrüche zu erleben, was dazu führt, dass die Massenverlustrate der Sterne stark ansteigt und ihre Leuchtkraft dramatisch zunimmt, wie die Eso in einer Mitteilung erklärt. Nach diesem Ausbruch könnte der LBV zu einem weniger leuchtenden Stern geworden sein, der zudem auch noch durch dicke Staubschichten verdeckt wurde.

Mond: Forscher machen überraschende Entdeckung auf Oberfläche des Erdtrabanten 

Neues Super-Teleskop könnte das Rätsel lösen

Zukünftige Studien sollen nun helfen zu verstehen, welches Schicksal dem Stern widerfahren ist. Vielleicht lässt sich diese Frage ab 2025 klären: Denn dann soll das Extremely Large Telescope (ELT) der Eso den Betrieb aufnehmen. Es wird in der Lage sein, Sterne in fernen Galaxien wie dem Kinman-Zwerg abzubilden und so dabei helfen, kosmische Rätsel wie dieses zu lösen. Das Extremely Large Telescope wird einen Hauptspiegel mit einem gewaltigen Durchmesser von 39 Metern haben, der aus 798 sechseckigen Spiegelelementen besteht. das ELT wird das weltweit größte optische Teleskop sein.

Lesen Sie auch:

Schwarzes Loch mit bloßem Auge sichtbar

Interview mit Astronaut Ulrich Walter

Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.