Kartoffelernte per Joystick: Was im Inneren eines modernen Roders passiert
In der Kartoffelernte steckt inzwischen jede Menge Hightech. Der Landwirt steuert vieles vom Schlepper aus. Es gibt aber auch eine Hupe auf dem Roder. Details zeigt ein Erklärvideo.
Von außen ist ein Kartoffelroder vor allem robuste Mechanik. Tiefe Einblicke in die Technik und die Steuerung des Systems gibt nun ein praxisnahes Erklärvideo.
Foto: ROPA Fahrzeug- und Maschinenbau
Wenn große Landmaschinen auf den Feldern im Einsatz sind, bleiben viele Menschen fasziniert stehen. Die wenigsten haben Gelegenheit, einmal auf einer solchen Maschine mitzufahren und die Technik live zu erleben. Wie Kartoffelroder heute arbeiten, zeigt nun ein Erklärvideo der Firma Ropa.
Ein typisches Szenario: Die gelbe Maschine mit dem markanten Keiler nimmt mit einer Schar den Kartoffeldamm auf. Es staubt. In der Maschine laufen Förderbänder, die den Sand aussieben. Übrig bleiben die Kartoffeln, die in einem Bunker zwischengelagert oder über ein weiteres Förderband auf ein Begleitfahrzeug befördert werden. Soweit der mechanische Teil.
Feineinstellung der Erntemaschine hat Einfluss auf die Rodequalität
Die Kunst ist es dabei, die Maschine so einzustellen, dass die Rodequalität optimal ist. Das bedeutet, es sollen möglichst keine Kartoffeln beschädigt werden aber auch möglichst wenige in der Erde verbleiben. Auch die „Knollenbehandlung“ auf dem Weg durch die Maschine ist ein Qualitätsmerkmal.
Inzwischen erhalten Landwirte und Lohnunternehmer zunehmend Hilfe durch elektronische Systeme. Wie diese eingesetzt werden zeigt das Video am Beispiel des Ropa Keiler 2 RK22. Dabei lässt sich das Lohnunternehmen von Stefan Grimm aus Goch über die Schultern schauen, wie er die Erntemaschine von seinem Schlepper aus steuert.
Schnell wird dabei deutlich: Der Landwirt wird zwar von körperlicher Arbeit zunehmend entlastet, dafür ist mehr technisches Know-how zum Einsatz der Steuerungstechnik gefragt. Zur Verfügung stehen ihm dabei im Schlepper vor allem zwei Bedienhebel mit mehreren Funktionen sowie ein großes umschaltbares Display mit individualisierbaren Softwarefunktionen. Dazu kommen zwei Bildschirme für die zahlreichen Kameras, die Detailaufnahmen aus der Maschine liefern.
Großes Display im Schlepper: Menüs für alle wichtigen Funktionen
Über das große Display fährt der Bediener beispielsweise die Achse für den Ernteeinsatz auseinander und entfaltet die Mechanik rund um den Bunker per Klappautomatik. Danach kann der Rodevorgang beginnen. Auf dem Display erscheinen dazu alle wichtigen Rodefunktionen wie Rodetiefe, Geschwindigkeit und Maschinenauslastung. Auch wichtige Drehzahlen und Öltemperaturen werden hier angezeigt.
Für den Betrieb gibt es zahlreiche Automatikfunktionen. Beispielsweise richtet die Maschine ihre Dammtrommeln damit mittig über den jeweiligen Erddämmen aus. Außerdem hat die Steuerung ständig die Neigung der Maschine im Blick und passt die Erntetechnik daran an. Eine weitere Automatik steuert das Befüllen der Bunker und verteilt die Knollen bestmöglich.
Ein weiteres Menü gibt dem Bediener einen Überblick über den Siebkanal, beginnend mit der Einstellung des Dammdruckes sowie die Rodetiefe an den Scharen. Daran schließen sich Rodekette und zwei Siebketten an. Eine weitere Kette, die Krautkette, führt die überschüssigen Pflanzenteile ab. Auch hier gibt es verschiedene Einstellmöglichkeiten. Klopfer in der Maschine schlagen zudem bei Bedarf gegen das Band, um Erdklumpen zu lösen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn wird die Erde auf der ersten Siebkette zu stark abgeklopft, besteht die Gefahr, dass die Kartoffeln durch den Kontakt zum Metallband beschädigt werden. Etwas sanfter geht der Transport der Knollen dann über sogenannte Igelbänder mit Gumminoppen weiter.
Wichtige Einstellungen am Roder: Kurbeln, Schalter und eine Hupe
Auch an der Maschine gibt es Einstellmöglichkeiten in Form von Kurbeln aber auch Tasten. Eine Kurbel verstellt beispielsweise eine Walze zwischen Igel und Fingerkamm. Der Kamm trennt die Beimengungen von den Knollen. Bei Kartoffeln und Zwiebeln sind dafür unterschiedliche Abstände optimal.
Die Regelung der Prozesse erfolgt dann abhängig von der Fahrgeschwindigkeit. Auf der Maschine gibt es zudem weitere Druckknöpfe und ein kleines Bedienterminal mit Drehknopf. Darüber werden im laufenden Betrieb weitere Feinabstimmungen vorgenommen. Über einen Drehknopf mit Potentiometer wird beispielsweise die Verlesegeschwindigkeit am Band gesteuert. Hier sind auch ein Notausschalter sowie eine Hupe als Signal für den Fahrer zu finden.
Eher für Experten sind danach die Beschreibungen der Feineinstellungen der Erntemaschine sowie der wichtigsten Wartungsfunktionen. Auch auf diese gehen Lohnunternehmer Grimm und sein Kollege ein.
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