Fertigungstechnik 10.01.2025, 16:00 Uhr

Produktion erfolgreich für Krisen aufstellen: WGP gibt Tipps

Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) stellt praxisnahe Ansätze vor, um in Krisen widerstandsfähiger zu sein.

Produzierende Unternehmen besser auf Krisen vorbereiten, das möchte die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) mit ihrem neuen Positionspapier "Resilienz in der Produktion". WGP-Präsident Michael Zäh sagt dazu: „Resilienz in der Industrie ist in anderen Bereichen bereits ein Thema. Doch als WGP bieten wir nun erstmals einen wissenschaftlich fundierten Ansatz, um die Resilienz von Produktionssystemen gezielt zu steigern.“ Foto: Sebastian Kissel, iwb TU München

Produzierende Unternehmen besser auf Krisen vorbereiten, das möchte die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) mit ihrem neuen Positionspapier "Resilienz in der Produktion". WGP-Präsident Michael Zäh sagt dazu: „Resilienz in der Industrie ist in anderen Bereichen bereits ein Thema. Doch als WGP bieten wir nun erstmals einen wissenschaftlich fundierten Ansatz, um die Resilienz von Produktionssystemen gezielt zu steigern.“

Foto: Sebastian Kissel, iwb TU München

Mehrfach hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, wie empfindlich die industrielle Produktion auf externe Störungen reagiert. „Die Explosion der Containerpreise während der Pandemie war nur ein Beispiel dafür, wie wirtschaftliche Rahmenbedingungen die Rentabilität von Produktionen gefährden können“, betont Robert Schmitt, Inhaber des Lehrstuhls IQS am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen. Er ist gleichzeitig Hauptautor des nun erschienenen Positionspapiers der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) zur „Resilienz in der Produktion“. Es zeigt praxisnahe Ansätze, wie Fabriken widerstandsfähiger gegenüber Krisen werden können.

Ziele der Produktion neu denken

„Mit dieser wissenschaftlichen Abhandlung betreten wir Neuland“, erklärt der WGP-Präsident Michael Zäh, Professor am Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) der TU München. Er sagt: „Resilienz in der Industrie ist in anderen Bereichen bereits ein Thema. Doch als WGP bieten wir nun erstmals einen wissenschaftlich fundierten Ansatz, um die Resilienz von Produktionssystemen gezielt zu steigern.“

Die Ziele einer Produktion müssen dazu aus Sicht der WGP-Professorinnen und -Professoren neu gedacht werden. Neben technischen und finanziellen Kennzahlen rücken soziale und ökologische Indikatoren wie Zufriedenheit der Mitarbeitenden und CO2-Fußabdruck in den Fokus.

Alte Paradigmen wie Lean Production erhalten resilienzfordernde Elemente

Dabei knüpfen die Autoren an bestehende Produktionsparadigmen wie Lean Production an. In ihrem Positionspapier erweitern sie diese um resilienzfördernde Elemente. Schmitt dazu: „Das Ziel ist ein Vorgehensmodell, das eine dynamische Anpassung an wechselnde Bedingungen erlaubt und Synergien mit etablierten Ansätzen schafft.“ Resilienz steht demnach nicht im Widerspruch zu anderen etablierten Mustern. Es sei aber eine klare, auch in die technologische Ebene ausgearbeitete Roadmap zur Umsetzung nötig.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
WBS TRAINING AG-Firmenlogo
Schweißlehrer:in für WIG, MIG/MAG und E-Hand (m/w/d) WBS TRAINING AG
Dresden Zum Job 
M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur/in - Technische Projektierung / Presales Engineering (m/w/d) mit Schwerpunkt keramische Hochtemperatur-Isolationstechnik M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH
TenneT TSO-Firmenlogo
Parametrierer Stationsleittechnik (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Projektleitung von Lärmschutz- und Brückenbauwerken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Automatisierungstechniker (m/w/d) im Bereich Sondermaschinenbau Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG
Sengenthal bei Neumarkt in der Oberpfalz Zum Job 
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Tech Lead (m/w/d) Electric Powertrain / Elektromotoren Jungheinrich Aktiengesellschaft
Norderstedt Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Sales Manager (m/w/d) für schlüsselfertige Gewerbeimmobilien GOLDBECK West GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter Fertigungssteuerung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Serielle Sanierung & GU-Projekte Allbau Managementgesellschaft mbH
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Projektleitung - Neubau Reinraum (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
TenneT TSO-Firmenlogo
OT Security Engineer (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur / Maschinenbautechniker (m/w/d) Schwerpunkt Maschinen- & Anlagenbau Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektentwickler (m/w/d) Immobilien Allbau Managementgesellschaft mbH
RINGSPANN GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur (m/w/d) als Produkt-Account-Manager Antriebskomponenten/Bremsen RINGSPANN GmbH
Bad Homburg Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 

Insbesondere durchgängige Datenflüsse ermöglichten Antizipation, Flexibilität und Wandlungsfähigkeit. Schmitt betont deshalb: „Wir benötigen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus verschiedenen Disziplinen wie Supply-Chain-Management, Makroökonomie und Data Science zusammengeführt werden.“ Das industrielle Datenmanagement werde deshalb an Bedeutung gewinnen, zeigt sich das Autorenteam überzeugt. Gleichzeitig dürften auch die Datenräume nicht überreguliert werden, um deren Vorteile für die Resilienz der Produktion auch nutzen zu können.

Das WGP-Positionspapier will leistungsfähige Produktionsunternehmen in Deutschland und Europa darin unterstützen, weiterhin eine Vorreiterrolle einzunehmen. Es liefert dazu Handlungsempfehlungen zur Implementierung von Resilienz in Produktionssystemen auf wissenschaftlicher Basis. „Damit Resilienz in der Industrie kein theoretischer Begriff bleibt, ist weitere Forschungsarbeit nötig“, unterstreicht Schmitt. Deshalb lädt die WGP mit dem aktuellen Forschungspapier Unternehmen und Forschungseinrichtungen dazu ein, sich aktiv an der Weiterentwicklung resilienzorientierter Produktionsstrategien zu beteiligen.

Das WGP-Positionspapier „Resilienz in der Produktion“ steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.

 

Ein Beitrag von:

  • Martin Ciupek

    Martin Ciupek ist Ingenieur und Technikjournalist mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Robotik und Automatisierungstechnik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.