Überwachungstechnik mit Kabel 09.11.2015, 15:09 Uhr

Parc: Diese Drohne muss niemals landen

Parc ist ein Hexacopter, der über ein Kabel mit Strom versorgt wird. Deshalb kann er ewig fliegen, hat allerdings nur einen kleinen Spielraum. Die Drohne soll mit ihren Kameras, die auch bei Nacht einsatzfähig sind, Grundstücke vor Einbrüchen und Sabotage schützen. Die US-Armee nutzt ähnliche Geräte bereits zur Überwachung von Sperrgebieten.

Drohne Parc: Dank einer Kabelverbindung kann sie permanent fliegen. Sie wurde vom Bostoner Unternehmen CyPhy für Privatkunden entwickelt.

Drohne Parc: Dank einer Kabelverbindung kann sie permanent fliegen. Sie wurde vom Bostoner Unternehmen CyPhy für Privatkunden entwickelt.

Foto: CyPhy Works

Parc muss niemals landen. Die Drohne, die das US-Unternehmen CyPhy Works entwickelt hat, ist per Multifunktionkabel, das Strom und Daten überträgt, mit einer Bodenstation verbunden. Deshalb kann es nicht ausbüxen, aber nahezu unbegrenzt in der Luft bleiben. Mit einer normalen und einer Infrarotkamera überwacht Parc aus maximal 150 m Höhe ein größeres Gelände. Den Augen der Kameras entgeht nichts, weder am Tag noch bei Nacht.

Einbrecher und Saboteure haben keine Chance. Selbst dann nicht, wenn sie das Kabel kappen. Dann wird Alarm ausgelöst. Parc kehrt in diesem Fall kontrolliert zur Erde zurück. Die Energie bezieht die Drohne dann von einer kleinen Bordbatterie. Anders als Drohnen, die von Verbrennungsmotoren angetrieben werden, ist der Hexacopter Parc am Boden nicht zu hören.

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Einsatz auch im Katastrophenfall

Das Kabel versorgt die sechs Elektromotoren mit Strom und transportiert die Bilddaten zur Bodenstation. Die maximale Übertragungsleistung liegt bei 1000 Watt. Das reicht auch für eine andere Nutzlast, ein System etwa, mit dem Feuerwehr und andere Hilfskräfte ein Kommunikationsnetz aufbauen können, um bei einer Katastrophe den Einsatz besser koordinieren zu können. Das Gewicht darf 2,7 Kilogramm allerdings nicht übersteigen.

Die Daten, die per Kabel übertragen werden, lassen sich von Unbefugten nicht abhören, so das Unternehmen. Anders als bei einer Funkverbindung hätten auch Störsender keine Chance. Die Qualität der Bilder reiche zwar nicht an das High-Definition-Niveau heran, wie es moderne Fernseher bieten. Sie hätten aber hohe Videoqualität.

Mini-Drohne wiegt ganze 80 g

Helen Greiner, eine der Gründerinnen des Roboterherstellers iRobot, hat dieses Unternehmen 2009 verlassen, um unbemannte Fluggeräte zu entwickeln. Dazu gehört auch der Pocketflyer, der einschließlich Kamera ganze 80 g wiegt.

Die Mini-Drohne wiegt nur 80 g. Sie bezieht ihre Energie aus Batterien und kann zwei Stunden am Stück in der Luft bleiben.

Die Mini-Drohne wiegt nur 80 g. Sie bezieht ihre Energie aus Batterien und kann zwei Stunden am Stück in der Luft bleiben.

Quelle: CyPhy Works

Er ist ebenfalls mit sechs – allerdings winzigen – Motoren ausgestattet. Bis zu zwei Stunden bleibt er mit einer Batterieladung in der Luft. Seine Reichweite beträgt 80 m. Das US-Militär ist an diesem Gerät interessiert. Es soll bei Einsätzen das Gelände vor den Soldaten erkunden.

Mit stationären Drohnen hat das Militär bereits Erfahrung, so das Online-Portal Engadget. Sie werden seit längerem zur Überwachung von Sperrgebieten genutzt.

Ebenfalls eine Mini-Drohne hat das Negev Nuclear Research Center in Dimona im Süden von Israel entwickelt. Sie wiegt 300 g und kann radioaktive Strahlungen aufspüren. Das Fluggerät ist nicht größer als eine menschliche Hand. Gängige Radargeräte schaffen es nicht, sie zu identifizieren.

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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