Covid-19 20.01.2021, 07:01 Uhr

Miele stellt Produktion völlig um – wegen Corona

Miele ist bekannt als Hersteller von Waschmaschinen und anderen Haushaltsgeräten. Das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Gütersloh stellt nun die Produktion im Werk Lehrte kurzfristig um und produziert mobile Luftreiniger, die sich besonders für Betriebe und öffentliche Einrichtungen eignen.

Das Filtersystem des mobilen Luftreinigers von Miele.

Aus insgesamt fünf Filtern besteht der mobile Luftreiniger von Miele. Hinzu kommt noch ein thermisches Verfahren, das die durchströmende Luft erhitzt.

Foto: Miele & Cie. KG

Ab Mitte Februar sollen die mobilen Luftreiniger in Lehrte, Niedersachsen, hergestellt werden – zuerst für den deutschen und österreichischen Markt. Als Hersteller von zahlreichen Produkten für medizinische Einrichtungen, Hotels und Gastronomie sieht sich das Traditionsunternehmen Miele gut aufgestellt in puncto Hygienekompetenz: „Saubere Luft ist ein Grundbedürfnis und wird vermutlich bald zu einem Hygienestandard – und das nicht nur mit Blick auf Viren und Bakterien, sondern auch auf Pollen und Feinstaub“, sagt Christian Kluge, Leiter der Business Unit Professional der Miele Gruppe. Miele setzt bei dem Luftreiniger auf eine Kooperation: Der Filtrationspezialist UlmAIT liefert die entsprechenden Filter. Gemeinsam wolle man die AirControl-Luftreiniger künftig noch weiterentwickeln.

Das Gerät gibt es in drei verschiedenen Varianten und eignet sich damit für Raumgrößen von bis zu 45, 80 oder 200 Quadratmetern. Je nach Einsatzzweck sei es sogar möglich, die Geräte miteinander zu kombinieren. Ein mehrstufiges Filtersystem solle dafür sorgen, dass mehr als 99,99% aller Schwebstoffe, Viren, Bakterien und Pilze aus der Raumluft entfernt werden. Den CO2-Gehalt in der Raumluft überwacht ein integrierter Sensor. Im Automatikmodus erhöht sich die Laufleistung des Miele AirControl, und dieser schaltet sich ein, sobald der eingestellte Grenzwert für den CO2-Gehalt erreicht wird.

Miele-Luftreiniger: Verschiedene Filter und thermische Behandlung für reine Luft

Den AirControl gibt es unter anderem mit einer Leistung von bis zu 3.300 Kubikmetern Luft pro Stunde. Das ermögliche es, die komplette Raumluft sechsmal umzuwälzen und dabei zu filtern. In der ersten Stufe kommt ein Vorfilter der Klasse G4 in Kombination mit einem Feinfilter zum Einsatz. Sie entziehen der Luft größere Partikel. In der nächsten Stufe fängt ein HEPA-Hochleistungsfilter H14 feinste Teilchen auf. Dieses Zusammenspiel soll nahezu alle schädlichen Stoffe aus der Luft entfernen. Eine Studie der Universität der Bundeswehr in München aus dem vergangenen Jahr habe gezeigt, dass diese Art und Weise der Filterkombination dabei helfen könne, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. In der Studie heißt es konkret: „Als Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchungen (…) steht fest, dass Raumluftreiniger und Entkeimungsgeräte mit einem Volumenstrom pro Stunde, der mindestens dem Sechsfachen des Raumvolumens entspricht, und hochwertigen Filtern der Klasse H14 eine sehr sinnvolle technische Lösung darstellen, um in Klassenzimmern die indirekte Infektionsgefahr durch Aerosole stark zu verringern.“

Corona: Ingenieure leisten lebenswichtigen Beitrag

Zusätzlich zu den Hochleistungsfiltern setzt Miele in seinen Geräten auf eine weitere Komponente, um Erreger in der Luft zu eliminieren: Das Modul Miele ThermoControl erhitzt die Luft, die durch den HEPA-Filter strömt, auf rund 70 Grad Celsius. Das verhindert zugleich, dass sich Feuchtigkeit ablagern kann – was auch den Geräten selbst in puncto Langlebigkeit und Qualität zugute kommt. Nach der zweiten Filterstufe und der thermischen Behandlung strömt die Luft zusätzlich durch einen Aktivkohle- und einen Nachfilter. Beide haben die Aufgabe, unangenehme Gerüche, die möglicherweise entstehen, aufzunehmen, damit diese nicht in die gereinigte Luft übertragen wird, die wieder in den Raum gelangt.

Luftreiniger sind einfach und unkompliziert in der Handhabung

Bei allen Geräten habe man besonders viel Wert darauf gelegt, dass sie möglichst wenig Platz in Anspruch nehmen. Das mittlere Modell zum Beispiel benötigt eine Stellfläche von 50 mal 50 Zentimeter und ist 127 Zentimeter hoch. Es steht auf Rollen, sodass es problemlos dort positioniert werden kann, wo eine Steckdose in der Nähe ist und es möglichst nicht im Weg steht. Es ist deshalb auch gut für den Einzelhandel geeignet, weil keine baulichen Veränderungen notwendig sind, sondern die Geräte einfach und schnell integriert und in Betrieb genommen werden können.

Aufgrund der Einsatzgebiete in Schulen, Läden oder öffentlichen Einrichtungen hat Miele auf Robustheit und Langlebigkeit ebenso geachtet, wie auf einen stabilen Stand. Ein Gehäuse verhindert, dass Unbefugte das Gerät manipulieren oder Einstellungen verändern können. Eigene und autorisierte Servicetechniker können den Miele AirControl warten oder bei Bedarf reparieren.

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Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat Geschichte und Kunstgeschichte (M.A.) studiert. Unter anderem hat sie für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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