Israelische Untersuchung 09.08.2021, 16:04 Uhr

Dritte Corona-Impfung: Zum Teil stärkere Nebenwirkungen bei Auffrischung

In Israel laufen bereits die Auffrischungsimpfungen. Dabei treten ähnliche, zum Teil aber auch stärkere, Nebenwirkungen wie bei der Zweitimpfung auf.

Frau wird geimpft

Israel untersucht die Nebenwirkungen nach der Auffrischungsimpfung.

Foto: panthermedia.net/ foremniakowski

Nach dem Piks ist vor dem Piks: Die dritte Corona-Impfung wird kommen – als Auffrischung für ältere Menschen und Risikopatienten ab Herbst. In Israel werden schon jetzt Auffrischungen verimpft. Geimpfte geben klare Impfreaktionen an.

Nach der zweiten mRNA-Impfung stellen sich in der Regel heftigere Nebenwirkungen ein. Verspürten viele Menschen nach der ersten Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer oder Moderna maximal einen Impfarm, klagten ebensoviele nach der zweiten Spritze über Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und/oder Kopfschmerzen. Ähnliche Reaktionen wurden in Israel festgestellt.

Impfreaktionen wie nach der zweiten Spritze

Nach einer dritten Corona-Impfung hat eine Mehrheit von Befragten in Israel über ähnliche Impfreaktionen wie nach der zweiten Spritze berichtet. 88 Prozent fühlten sich sieben Tage nach der Auffrischungsimpfung ähnlich, so eine Umfrage der Krankenkasse Clalit. Teilweise fühlten sich die Geimpften aber auch besser als nach der zweiten Spritze. Zehn Prozent hätten sich schlechter gefühlt als nach der zweiten Corona-Impfung. 31 Prozent der Befragten klagten über mindestens eine Impfreaktion, zum Beispiel Schmerzen an der Einstichstelle. Neun Prozent verspürten Müdigkeit, circa sechs Prozent Unwohlsein. Ein Prozent der Dritt-Geimpften nahmen medizinische Hilfe in Anspruch.

Clalit hat 240.000 Mitglieder, die bereits zum dritten Mal geimpft wurden, befragt. 4.500 Personen beantworteten die Umfrage.

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Schwarzer Pilz und Corona: Patienten fallen Zähne aus

Israel spritzt dritte Corona-Impfung als erstes Land weltweit

Israel ist in der Corona-Pandemie Vorreiter in Sachen Impfung. Seit rund einer Woche erhalten 60-Jährige und ältere Jahrgänge Auffrischungsimpfungen. Soweit ist noch kein anderes Land der Welt. In Deutschland haben Stand 9. August über 62 Prozent eine Erstimpfung erhalten. Fast 55 Prozent sind vollständig geimpft.

Aufgrund von Zahlen des Ministeriums hat Israel eine nachlassende Effektivität der verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni festgestellt. Experten der Regierung kritisieren, dass diese Zahlen zur Effektivität nicht wissenschaftlich erhoben seien.

Israel verzeichnet 3.000 Neuinfektionen an einem Tag

Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Israel liegt seit rund einer Woche bei über 3.000. Am Montagmorgen meldete das Gesundheitsministerium 3.372 neue Infektionen für den Vortag. 360 Corona-Patienten sind schwer erkrankt. Mehr als 58 Prozent der rund 9,4 Millionen Israelis sind vollständig geimpft.

Die Impfkampagne in Israel kam zu Beginn schnell voran und zog internationales Aufsehen nach sich. Laut Ministerpräsident Naftali Bennett gibt es mehr als eine Million Israelis, die sich impfen lassen könnten, dies aber nicht tun. Am Sonntag rief er explizit die arabische Minderheit dazu auf, sich impfen zu lassen. Rund 20 Prozent der Bevölkerung sind Araber.

Delta-Variante von Corona wie Windpocken – Ausatmen reicht

Ab wann gibt es Auffrischungsimpfungen in Deutschland?

Höchstwahrscheinlich ab September. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben beschlossen, dass Risikogruppen eine Auffrischimpfung gegen Covid-19 bekommen können. Einen Dämpfer gibt es von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, denn diese hält die Diskussion um eine Drittimpfung für zu früh.

Wie lange die Corona-Schutzimpfung anhält, ist noch nicht klar. Dass die Wirkung aber nach einem halben Jahr schon nachlässt, gilt als unumstritten.

Gefährdete Gruppen wie in Pflegeheimen sollen zuerst eine dritte Corona-Impfung bekommen. Die Auffrischungsimpfungen sollen der vierten Welle entgegenwirken und vor allem alte Menschen und Risikopatienten vor der Delta-Variante schützen. Ob Auffrischungsimpfungen jedes Jahr nötig sein werden, steht noch nicht fest. Je mehr Menschen immun seien, umso weniger schnell kann sich das Coronavirus weiter verändern. Nach einigen Jahren sei mit einer längeren Haltbarkeit der Impfstoffe zu rechnen, so das Fazit von Charité-Forschern.

(mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura schreibt zu den Themen Technik, Forschung und Karriere. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Aktuell arbeitet sie als Pressesprecherin beim VDI e.V.

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