Studie 23.08.2024, 12:24 Uhr

Weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle durch COVID-19-Impfungen?

Eine umfassende Studie aus dem Vereinigten Königreich zeigt, dass COVID-19-Impfungen nicht nur vor der Erkrankung schützen, sondern auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Problemen wie Thrombosen und Schlaganfällen senken.

Impfung

Die unerwartete Wirkung der COVID-19-Impfung.

Foto: PantherMedia / StudioLaMagica

Die COVID-19-Impfung schützt nicht nur vor der Erkrankung, sondern senkt auch deutlich das Risiko schwerwiegender Herz-Kreislauf-Probleme wie Thrombosen, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Zu diesem Ergebnis kam eine umfangreiche Studie aus dem Vereinigten Königreich, die nahezu die gesamte erwachsene Bevölkerung des Landes erfasste. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift ‚Nature Communications‚ veröffentlicht.

Weniger Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Diskussionen über COVID-19-Impfungen waren häufig von Bedenken und Ängsten geprägt, insbesondere hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen. Viele Menschen sorgten sich um mögliche gesundheitliche Risiken und äußerten ihre Bedenken in öffentlichen Debatten. Während die allgemeine Aufmerksamkeit stark auf den potenziellen negativen Effekten der Impfstoffe lag, konzentrierten sich die Forschenden von der Universität Cambridge auf eine andere Perspektive: Sie untersuchten gezielt, welche positiven Auswirkungen die Impfungen neben dem Schutz vor COVID-19 haben könnten. Dabei entdeckten sie, dass die Impfstoffe nicht nur vor der Erkrankung schützen, sondern auch das Risiko für schwerwiegende Gesundheitsprobleme wie Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant senken können.

Die Studie zeigte, dass nach der ersten Dosis eines COVID-19-Impfstoffs arterielle Thrombosen, wie Herzinfarkte und Schlaganfälle, um bis zu 10 % seltener auftraten als bei ungeimpften Personen. Nach der zweiten Dosis wurde eine noch stärkere Verringerung festgestellt: Bei den Empfängern des AstraZeneca-Impfstoffs (ChAdOx1) sank die Häufigkeit arterieller Thrombosen um bis zu 27 %, während bei den mRNA-Impfstoffen von BioNTech/Pfizer (BNT-162b2) und Moderna (mRNA-1273) die Reduktion bis zu 20 % betrug.

In dem Artikel im Fachmagazin Nature Communications berichten die Forscher und Forscherinnen, dass sie anonymisierte Gesundheitsdaten von 46 Millionen Erwachsenen in England analysiert haben.

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Wie wurden die Daten gesammelt?

Dabei haben sie untersucht, wie sich die ersten, zweiten und Booster-Dosen der mRNA- und Nicht-mRNA-COVID-19-Impfstoffe auf das Risiko von Blutgerinnseln und Herz-Kreislauf-Problemen auswirken. Die Daten stammen aus einem gesicherten System des NHS England, das Informationen zu Arztbesuchen, Krankenhausaufenthalten, COVID-19-Tests und Impfungen, verschriebenen Medikamenten und Todesfällen enthält. Mit einer speziellen statistischen Methode, der sogenannten Cox-Regression, haben die Forschenden das Risiko dieser Gesundheitsprobleme nach den Impfungen berechnet und mit anderen Faktoren wie Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Risiko für Blutgerinnsel und Herz-Kreislauf-Probleme nach jeder Impfstoffdosis insgesamt gering war, mit Ausnahme der bereits bekannten seltenen Nebenwirkungen der ChAdOx1- und mRNA-Impfstoffe.

Diese Daten wurden zwischen dem 8. Dezember 2020 und dem 23. Januar 2022 erhoben. Dadurch konnten sie die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor den Covid-19-Impfungen mit der Häufigkeit nach den Impfungen vergleichen.

Ähnliche Ergebnisse in USA und Südkorea

Ähnliche Ergebnisse wurden in zwei weiteren Studien erzielt. Die US-Studie, die im Februar 2023 veröffentlicht wurde, deckt sich mit den Ergebnissen eines koreanischen Forscherteams, das entsprechende Daten aus Südkorea untersucht hatte und deren Arbeit 2022 erschien. Beide Studien zeigen einen statistischen Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung und dem Schlaganfallrisiko, beleuchten jedoch nicht die genauen Mechanismen, die dafür verantwortlich sind.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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