COVID-19 09.04.2025, 19:00 Uhr

US-Studie: Impfung gegen Corona zahlte sich wirtschaftlich aus

Die Entwicklung von Impfstoffen und die kostenlose Corona-Impfung haben Milliarden gekostet. Aber es hat sich gelohnt, wie eine Studie zeigt.

Covid-19-Impfstoffe

Entwicklung und Verteilung von Covid-19-Impfstoffen hat Milliarden gekostet, die Investitionen haben sich dennoch wirtschaftlich gelohnt.

Foto: PantherMedia / Illia Uriadnikov

Im Frühjahr 2020 rollte eine Pandemie über die Welt, die Gesundheitssysteme und Volkswirtschaften zugleich unter Druck setzte. Während in den USA das Virus immer weiter um sich griff, begannen erste klinische Studien für einen Impfstoff gegen COVID-19. Nur ein Jahr später hatten bereits rund 66 Millionen Erwachsene in den Vereinigten Staaten mindestens eine Impfdosis erhalten – und das kostenlos.

Rund fünf Jahre später zieht eine neue Studie nun Bilanz: Die umfangreichen Investitionen in Forschung, Entwicklung, Kauf und Verteilung der Impfstoffe haben sich für die USA mehr als bezahlt gemacht. Forschende der University of Michigan zeigen in ihrer Analyse, dass die Impfung nicht nur Leben rettete, sondern auch erhebliche finanzielle Vorteile brachte.

Impfstrategie spart mehr Geld, als sie kostet

Veröffentlicht wurde die Studie in der Fachzeitschrift Vaccine. Das Forschungsteam verglich die Gesamtausgaben der US-Regierung für die Impfstrategie mit den vermiedenen Kosten im Gesundheitssystem. Das Ergebnis: Die Einsparungen durch die Impfungen übersteigen die Ausgaben deutlich – insbesondere bei Menschen über 40 Jahren.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker für technische Produktlösungen (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Porta Westfalica Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Projektmanager* Technische Infrastruktur DFS Deutsche Flugsicherung
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Elektrotechnik TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Hausbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 

Dabei bezog das Team nicht nur die direkten Behandlungskosten von COVID-19 ein, sondern auch Folgekosten: etwa für Tests, Langzeitfolgen wie Long COVID, seltene Impfreaktionen oder die Produktivitätsverluste durch krankheitsbedingte Ausfälle. Selbst wenn man letztere außen vor lässt, zeigt sich laut Studie ein klarer Spareffekt – vor allem bei älteren Erwachsenen.

Auch Jüngere profitieren – indirekt noch mehr

Bei den 18- bis 39-Jährigen war das Bild differenzierter. Zwar überstiegen hier die Impfkosten die vermiedenen direkten Gesundheitskosten leicht, doch sobald man die Produktivitätsverluste mit einbezieht, kehrt sich das Verhältnis um. Die Impfung zahlte sich dann auch für diese Altersgruppe wirtschaftlich aus – etwa weil weniger Arbeitstage ausfielen.

„Alles in allem können wir mit Sicherheit sagen, dass dies eine kluge Investition für die amerikanische Bevölkerung war, selbst bei einer sehr konservativen Analyse“, so Lisa Prosser, Professorin an der U-M Medical School und Erstautorin der Studie. Auch der Co-Autor David Hutton betont, dass das genutzte Rechenmodell auf zurückhaltenden Annahmen beruht – die realen Einsparungen könnten also sogar noch höher liegen.

Rechenmodell berücksichtigt viele Faktoren

Das Modell, das dem Forschungsteam als Grundlage diente, erfasst eine breite Palette von Variablen: von den Impfstoffkosten über Testverfahren, Hospitalisierungen, Behandlungskosten bei unterschiedlichen Schweregraden der Erkrankung bis hin zu langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen.

Long COVID – in der Fachwelt auch als PASC (Post-Acute Sequelae of SARS-CoV-2 infection) bezeichnet – war ebenso Teil der Berechnungen wie seltene, aber mögliche Impfreaktionen. Was nicht berücksichtigt wurde: etwa Pflegezeiten für erkrankte Familienmitglieder, Fahrtkosten zum Arzt oder Eigenanteile bei der medizinischen Versorgung. Auch langfristige Grundlagenforschung, die zur Entwicklung der mRNA-Impfstoffe beitrug, floss nicht in die Rechnung ein.

Impfwirkung zeigt sich auch in aktuellen Zahlen

Obwohl die akute Phase der Pandemie inzwischen abgeklungen ist, zeigt sich die Wirkung der Impfkampagne bis heute. Im Jahr 2025 sterben in den USA immer noch zwischen 800 und 1000 Menschen pro Woche an COVID-19. Gleichzeitig ist die Zahl der schweren Verläufe dank Impfung und verbesserter Behandlungsoptionen deutlich zurückgegangen.

Aktuell empfiehlt das US-amerikanische CDC (Centers for Disease Control and Prevention), dass alle Menschen ab sechs Monaten mindestens eine Dosis eines der aktualisierten COVID-19-Impfstoffe erhalten. Seit September 2023 sind diese Versionen verfügbar. Bislang haben etwa 30 Millionen Menschen diese Impfung erhalten. Unter den über 65-Jährigen – einer besonders gefährdeten Gruppe – liegt die Impfquote bei etwa 30 %.

Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen empfiehlt die CDC eine zweite Impfdosis im Abstand von sechs Monaten. Wer im Herbst 2023 geimpft wurde, sollte laut Empfehlung jetzt erneut geimpft werden.

Ausblick: Weitere Modelle geplant

Das Team der University of Michigan arbeitet derzeit an weiteren ökonomischen Modellen für die nächsten Impfwellen. Ziel ist es, auch die Kosteneffizienz der angepassten Impfstoffe besser bewerten zu können. Ob ein solches Modell für die nächste Generation der Impfstoffe kommt, hängt allerdings von der weiteren Finanzierung und den verfügbaren Daten des CDC ab.

Lisa Prosser betont: „Aus einer breiteren gesamtwirtschaftlichen Perspektive und aus der Perspektive der Kosten für die medizinische Versorgung war die Entscheidung der Bundesregierung, die Impfstofftests zu beschleunigen, große Mengen des Impfstoffs zu kaufen und die Kosten für Impfungen in vielen Bereichen zu übernehmen, klug.“

Hier geht es zur Studie

 

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.