Mit Sensoren und App gegen blockierte Ladeflächen 08.07.2026, 15:30 Uhr

Schluss mit Parksuchverkehr? München testet smarte Lieferzonen

München rüstet 21 Liefer- und Ladezonen mit Sensoren aus. Die Echtzeitdaten sollen Lieferverkehr und Handwerk schneller ans Ziel bringen.

München digitalisiert Lieferzonen in der Innenstadt

München digitalisiert Lieferzonen in der Innenstadt. Sensoren und App-Daten sollen Suchverkehr, Falschparken und blockierte Ladeflächen reduzieren.

Foto: Land

In Münchens Innenstadt ist Platz knapp. Das gilt besonders für Lieferdienste, Handwerksbetriebe, Pflegedienste und andere Unternehmen, die nicht einfach irgendwo halten können. Wer Ware bringt, Material auslädt oder einen Einsatz vor Ort hat, braucht eine freie Ladefläche – und findet sie oft nicht. Die Folge: Suchverkehr, Halten in zweiter Reihe, blockierte Fahrstreifen und zusätzlicher Druck auf ohnehin volle Straßen.

Die Landeshauptstadt München testet nun einen digitalen Ansatz gegen dieses Problem. In der Altstadt und im Umfeld der Fraunhoferstraße wurden 21 ausgewählte Liefer- und Ladezonen mit Sensoren ausgestattet. Sie erfassen, ob eine Fläche frei oder belegt ist. Die Informationen werden in Echtzeit an die kostenlose App mo2B übertragen. Nutzerinnen und Nutzer können dadurch gezielt freie Lieferflächen ansteuern, statt im Innenstadtverkehr danach zu suchen.

Sensoren melden freie Lieferzonen in Echtzeit

Der Pilot trägt den Namen „Digitalisierung von Lieferzonen“. Gestartet wurde die öffentliche Testphase von Oberbürgermeister Dominik Krause, Mobilitätsreferent Georg Dunkel und Annette Hilpert, Leiterin der Abteilung Stadt- und Regionalentwicklung bei der IHK für München und Oberbayern.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Maximator Hydrogen GmbH-Firmenlogo
Elektrokonstrukteur EPLAN P8 - Anlagenbau (m/w/d) Maximator Hydrogen GmbH
Nordhausen Zum Job 
UCG United Consulting Group GmbH-Firmenlogo
(Junior) IT Consultant / Unternehmensberater (w/m/d) UCG United Consulting Group GmbH
Frankfurt am Main Zum Job 
SFS Group Germany GmbH-Firmenlogo
Technischer Projektberater VHF (m/w/d) SFS Group Germany GmbH
Menden (Sauerland) Zum Job 
Stadtverwaltung Gera-Firmenlogo
Projektingenieure (m/w/d) Stadtverwaltung Gera
WOLFF & MÜLLER-Firmenlogo
Oberbauleiter Hochbau (w/m/d) WOLFF & MÜLLER
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Konstruktion und Entwicklung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Autoland AG-Firmenlogo
Oberbauleiter Tiefbau / Dipl. Ing. Tiefbau (m/w/d) Autoland AG
Sandersdorf-Brehna Zum Job 
Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Inhouse Application Consultant (m/w/d) Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Dortmund Zum Job 
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
Koordinatorin / Koordinator (w/m/d) für die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Prüfingenieur Konstruktiver Ingenieurbau / Bauwesen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
GEWOBAU Wohnungsgenossenschaft Essen eG-Firmenlogo
Assistenz der Bauleitung für die Instandhaltung und Modernisierung (m/w/d) GEWOBAU Wohnungsgenossenschaft Essen eG
Dawonia-Firmenlogo
Techniker Propertymanagement (m/w/d) in der Immobilienwirtschaft Dawonia
München Zum Job 
AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH-Firmenlogo
Sachgebietsleiter Bau (m/w/d) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH
AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH
medac pharma production GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) medac pharma production GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Qualifizierung Kfz- Prüfingenieur/-in (m/w/d) bzw. Kfz- Sachverständige/-r (m/w/d) TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Heppenheim, Bischofsheim Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Techniker Zutrittskontrolle & Videoüberwachung / Datacenter Engineer (m/w/d) noris network AG
Nürnberg Zum Job 
fripa  Papierfabrik Albert Friedrich KG-Firmenlogo
Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d) fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG
Miltenberg Zum Job 
ZVEI e.V. - Verband der Elektro- und Digitalindustrie-Firmenlogo
(Senior) Manager / Referent Elektroniksysteme (w/m/d) ZVEI e.V. - Verband der Elektro- und Digitalindustrie
Frankfurt am Main Zum Job 
AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Techniker Versorgungstechnik HLSK (m/w/d) AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Mannheim Zum Job 

Technisch ist der Ansatz vergleichsweise klar: Sensoren erfassen die Belegung ausgewählter Zonen. Die Daten landen in der App mo2B. Dort werden die digitalisierten Lieferzonen angezeigt. Außerdem zeigt die App weitere Lade- und Lieferzonen im Stadtgebiet an. Über eine Routingfunktion lassen sich die Nutzer direkt zur passenden Fläche navigieren.

München will damit vor allem zwei Probleme angehen: Lieferzonen sollen weniger zweckfremd genutzt werden, und der Parksuchverkehr soll sinken. Gerade in der historischen Altstadt ist der öffentliche Raum begrenzt. Wenn Liefer- und Servicefahrzeuge dort länger kreisen oder in zweiter Reihe halten, wirkt sich das schnell auf den gesamten Verkehrsfluss aus.

Was 2L- und 3L-Zonen bedeuten

Der Pilot umfasst zwei Typen von Flächen. Zum einen klassische Lade- und Lieferzonen, die München als 2L-Zonen bezeichnet. Zum anderen sogenannte 3L-Zonen. Die drei L stehen für Liefern, Laden und Leisten. Diese Flächen sind nicht nur für die Warenlogistik gedacht, sondern auch für Dienstleister, Handwerksbetriebe und Pflegedienste.

Das ist ein wichtiger Punkt. Innenstadtlogistik besteht nicht nur aus Paketdiensten. Auch Sanitärbetriebe, Elektrotechniker, Wartungsteams oder ambulante Pflegedienste brauchen verlässliche Haltemöglichkeiten in Zielnähe. Für sie ist eine blockierte Lieferzone nicht nur ärgerlich, sondern ein echter Zeit- und Kostenfaktor.

München will die 3L-Zonen deshalb flexibler nutzen. Sie sind als eingeschränkte Haltverbote beschildert und können zum Be- und Entladen verwendet werden. Bestimmte Nutzergruppen mit Sonderparkausweisen, etwa Handwerksbetriebe oder Pflegedienste, dürfen dort während ihres Einsatzes auch parken.

Markierungen sollen Lieferzonen sichtbarer machen

Neben der Sensorik setzt München auf eine deutlichere Kennzeichnung. Ausgewählte Lieferzonen in der Altstadt wurden zusätzlich mit dem Schriftzug „Lieferzone“ auf der Fahrbahn markiert. Das soll die Wahrnehmbarkeit erhöhen und verhindern, dass die Flächen unabsichtlich oder bewusst von anderen Fahrzeugen belegt werden.

Das klingt banal, ist aber relevant. Digitale Information hilft nur dann, wenn die Fläche vor Ort auch tatsächlich nutzbar bleibt. Wird eine Lieferzone dauerhaft von privaten Pkw blockiert, nützt auch die beste App wenig. Der Pilot kombiniert deshalb Datenerfassung, Navigation und physische Sichtbarkeit im Straßenraum.

München will Wirtschaftsverkehr effizienter machen

Oberbürgermeister Dominik Krause sieht in dem Projekt eine Erleichterung für den Wirtschaftsverkehr. Besonders in der engen Altstadt könnten Sensoren und Echtzeitinformationen helfen, den Zugang zu Ladeflächen zu verbessern. Mobilitätsreferent Georg Dunkel verweist auf den hohen Parkdruck und die häufige Fehlbelegung der Flächen. Ziel sei es, Handwerksbetrieben, Pflegediensten und Lieferunternehmen schneller freie Haltemöglichkeiten zu zeigen und Falschparken leichter entgegenzuwirken.

Auch Anwohnerinnen und Anwohner sowie Menschen mit Behindertenparkausweis sollen profitieren. In der Münchner Altstadt sind 3L-Zonen in der sogenannten blauen Zone orange markiert. In der Regel werden sie in den Tagesrandzeiten, meist zwischen 19 und 8 Uhr, für das Anwohnerparken freigegeben. Menschen mit Behindertenparkausweis können dort jederzeit bis zu drei Stunden parken.

Teil eines europäischen Mobilitätsprojekts

Der Münchner Pilot ist Teil des EU-Projekts metaCCAZE. Das Horizon-Europe-Projekt testet in mehreren europäischen Städten elektrische, automatisierte und vernetzte Mobilitätslösungen für Personen- und Güterverkehr. München gehört neben Amsterdam, Limassol und Tampere zu den vier Vorreiterstädten. Weitere Städte sollen erfolgreiche Ansätze später übernehmen können.

Für München steht dabei besonders die urbane Logistik im Mittelpunkt. Die Stadt will herausfinden, wie sich knapper öffentlicher Raum besser steuern lässt und welche Nutzergruppen das digitale Angebot tatsächlich annehmen. Die Standorte wurden gemeinsam mit Kammern und Wirtschaftsverbänden ausgewählt, also dort, wo eine hohe Nachfrage durch den Wirtschaftsverkehr erwartet wird.

An der Umsetzung sind mehrere Partner beteiligt. Smart City System stellt die Belegungssensoren bereit und betreibt sie. Stadtraum verantwortet die App mo2B. Die Technische Universität München begleitet und bewertet den Pilot wissenschaftlich. DB Schenker erprobt logistische Anwendungen und betriebliche Einsatzszenarien.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.