Krypto-News 06.08.2026, 13:00 Uhr

KI-Fonds stürzt um 67 % ab: Warum Bitcoin und Miner profitieren könnten

Margin Calls, Notverkäufe und Milliardenverluste: Was der Absturz eines KI-Megafonds für Bitcoin und dessen Miner bedeuten könnte.

Ein Bitcoin und blaue Chips aus dem Casino

Bitcoin im Spiel der Milliarden: Nach dem Absturz eines hochriskanten KI-Fonds könnte Kapital aus Technologieaktien in Kryptowährungen umgeschichtet werden.

Foto: Smarterpix / konrad100

Milliardenverluste und ein demütiger Investor – pünktlich zur Hochzeit: Der KI-Mega-Hedgefonds „Situational Awareness“ von Leopold Aschenbrenner ist implodiert, kommt im Juli auf ein Minus von -67%. Einen empfindlichen Teil des Kapitals hatte das einstige Wunderkind auch in Bitcoin-Mining-Firmen investiert. Krypto-Anleger fragen sich: Reißt der KI-Crash auch Bitcoin (BTC) mit nach unten – oder sind womöglich sogar positive Folgen zu erwarten? Ein renommierter Makro-Investor gibt Aufschluss.

Leopold Aschenbrenner: KI-Wunderkind gibt sich demütig

Vom Überflieger zum Notverkauf, so schnell kann’s gehen: Anfang 2025 startet Aschenbrenner mit gerade einmal 24 Jahren seinen Fonds – damals mit weniger als einer Milliarde Dollar. Dann überschlagen sich die Ereignisse: +439% bis Ende Juni, das verwaltete Vermögen explodiert auf 45 Milliarden Dollar.

Doch plötzlich dreht der Markt: KI-Aktien rund um Chips, Speicher und Rechenzentren brechen ein – darunter auch beträchtliche Positionen in Bitcoin-Mining-Firmen. Druck baut sich auf. Nervöse Banken fordern mehr Sicherheiten, es hagelt Margin Calls. Am Ende übernimmt Wall-Street-Riese Citadel den Großteil des rund 16 Milliarden Dollar schweren Aktienpakets – das Fondsvermögen schrumpft auf 10 Milliarden Dollar.

Im Brief an seine Investoren zeigt sich die ehemalige Lichtgestalt kurz vor ihrer Hochzeit zerknirscht: „Wir haben euch diesen Monat enttäuscht. […] Ich übernehme die volle Verantwortung für diese Ereignisse“, so der studierte Wirtschaftswissenschaftler. Die „sehr teuren Narben“ sollen zu „unbezahlbaren Lektionen“ werden – nie wieder wolle man einem dauerhaften Kapitalverlust so nahekommen.

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„Bitcoin ist wohl der beste Hedgefonds aller Zeiten“

Und Bitcoin? Die Krypto-Leitwährung bewegt sich mit rund 64.700 Dollar erstaunlich stabil durch den KI-Sturm. Für Bitcoin-Experte Jordi Visser kein Zufall: Der Makro-Investor mit rund drei Jahrzehnten Wall-Street-Erfahrung zieht im Interview mit Anthony Pompliano eine überraschende Parallele: „Bitcoin ist wohl der beste Hedgefonds aller Zeiten. Seine Renditen sehen aus wie die von Leopold.

Es gibt Korrekturen: Leopold hat 70, 80% seiner Gewinne abgegeben. Bitcoin hat in seiner Frühphase ebenfalls 70, 80% seiner Gewinne abgegeben – und ist danach immer weitergewachsen.“

Der feine Unterschied: Bitcoin kennt keine Banken, die Sicherheiten nachfordern – seine Drawdowns übersteht das Asset seit 15 Jahren aus eigener Kraft, steht nun als neues Zuhause für enttäuschtes KI-Kapital bereit. Entsprechend könnte die Implosion des Aschenbrenner-Fonds BTC sogar in die Karten spielen: Gelder rotieren bereits aus KI-Infrastruktur heraus – und Krypto-Aktien zählen dabei zu den größten Gewinnern.

Für Bitcoin-Miner hätte eine abkühlende KI-Euphorie zudem einen angenehmen Nebeneffekt: weniger Konkurrenz im Wettbieten um Strom und Standorte.

Coldcard: Bitcoin-Wallet gehackt! Sind Ledger und Trezor noch sicher?

Ein neuer Sicherheitsvorfall sorgt für Aufsehen unter Bitcoin-Anlegern: Aufgrund eines Firmware-Fehlers konnten Hardware-Wallets des Herstellers Coldcard angegriffen und leergeräumt werden – die Verluste summieren sich mittlerweile auf mehr als 1800 BTC aus mehr als 5200 Adressen. Gesamtwert der gestohlenen Coins: satte 116 Millionen Dollar!

Der Täter hat den öffentlich einsehbaren Code offenbar automatisiert durchforstet – und die Lücke vor dem Hersteller selbst gefunden. Die kritische Frage für Anleger: Ist nur Coldcard betroffen – oder auch andere Hardware-Wallets wie Ledger und Trezor?

Wallet Betroffen?
Coldcard Mk2/Mk3 Ja – Seed gilt als kompromittiert
Coldcard Mk4/Mk5/Q Teilweise – Zufälligkeit geschwächt
Ledger Nein – zertifizierter Hardware-Zufallsgenerator
Trezor Nein – mischt mehrere unabhängige Zufallsquellen

Kurzum: Für Ledger und Trezor kann Entwarnung gegeben werden – beide gelten als sicher. Wichtig für Coldcard-Nutzer: Das Firmware-Update 4.2.0 allein genügt nicht. Ein bereits erzeugter Seed bleibt unsicher – nötig ist ein komplett neuer Zugangsschlüssel auf aktueller Firmware plus Umzug aller Coins. Die Lehre aus dem 116-Millionen-Dollar-Coup: Ein Hardware-Wallet ist immer nur so sicher wie die Software, die in ihm steckt.

Ein Beitrag von:

  • Jannis Grunewald

    Jannis Grunewald ist Autor mit Fokus auf Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Er schreibt News, Analysen und Prognosen über digitale Assets und beschäftigt sich mit den Entwicklungen der Branche. Außerdem schreibt er über Technik und Innovationen.

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