KI-Fonds stürzt um 67 % ab: Warum Bitcoin und Miner profitieren könnten
Margin Calls, Notverkäufe und Milliardenverluste: Was der Absturz eines KI-Megafonds für Bitcoin und dessen Miner bedeuten könnte.
Bitcoin im Spiel der Milliarden: Nach dem Absturz eines hochriskanten KI-Fonds könnte Kapital aus Technologieaktien in Kryptowährungen umgeschichtet werden.
Foto: Smarterpix / konrad100
Milliardenverluste und ein demütiger Investor – pünktlich zur Hochzeit: Der KI-Mega-Hedgefonds „Situational Awareness“ von Leopold Aschenbrenner ist implodiert, kommt im Juli auf ein Minus von -67%. Einen empfindlichen Teil des Kapitals hatte das einstige Wunderkind auch in Bitcoin-Mining-Firmen investiert. Krypto-Anleger fragen sich: Reißt der KI-Crash auch Bitcoin (BTC) mit nach unten – oder sind womöglich sogar positive Folgen zu erwarten? Ein renommierter Makro-Investor gibt Aufschluss.
Leopold Aschenbrenner: KI-Wunderkind gibt sich demütig
Vom Überflieger zum Notverkauf, so schnell kann’s gehen: Anfang 2025 startet Aschenbrenner mit gerade einmal 24 Jahren seinen Fonds – damals mit weniger als einer Milliarde Dollar. Dann überschlagen sich die Ereignisse: +439% bis Ende Juni, das verwaltete Vermögen explodiert auf 45 Milliarden Dollar.
Doch plötzlich dreht der Markt: KI-Aktien rund um Chips, Speicher und Rechenzentren brechen ein – darunter auch beträchtliche Positionen in Bitcoin-Mining-Firmen. Druck baut sich auf. Nervöse Banken fordern mehr Sicherheiten, es hagelt Margin Calls. Am Ende übernimmt Wall-Street-Riese Citadel den Großteil des rund 16 Milliarden Dollar schweren Aktienpakets – das Fondsvermögen schrumpft auf 10 Milliarden Dollar.
Im Brief an seine Investoren zeigt sich die ehemalige Lichtgestalt kurz vor ihrer Hochzeit zerknirscht: „Wir haben euch diesen Monat enttäuscht. […] Ich übernehme die volle Verantwortung für diese Ereignisse“, so der studierte Wirtschaftswissenschaftler. Die „sehr teuren Narben“ sollen zu „unbezahlbaren Lektionen“ werden – nie wieder wolle man einem dauerhaften Kapitalverlust so nahekommen.
„Bitcoin ist wohl der beste Hedgefonds aller Zeiten“
Und Bitcoin? Die Krypto-Leitwährung bewegt sich mit rund 64.700 Dollar erstaunlich stabil durch den KI-Sturm. Für Bitcoin-Experte Jordi Visser kein Zufall: Der Makro-Investor mit rund drei Jahrzehnten Wall-Street-Erfahrung zieht im Interview mit Anthony Pompliano eine überraschende Parallele: „Bitcoin ist wohl der beste Hedgefonds aller Zeiten. Seine Renditen sehen aus wie die von Leopold.
Es gibt Korrekturen: Leopold hat 70, 80% seiner Gewinne abgegeben. Bitcoin hat in seiner Frühphase ebenfalls 70, 80% seiner Gewinne abgegeben – und ist danach immer weitergewachsen.“
Der feine Unterschied: Bitcoin kennt keine Banken, die Sicherheiten nachfordern – seine Drawdowns übersteht das Asset seit 15 Jahren aus eigener Kraft, steht nun als neues Zuhause für enttäuschtes KI-Kapital bereit. Entsprechend könnte die Implosion des Aschenbrenner-Fonds BTC sogar in die Karten spielen: Gelder rotieren bereits aus KI-Infrastruktur heraus – und Krypto-Aktien zählen dabei zu den größten Gewinnern.
Für Bitcoin-Miner hätte eine abkühlende KI-Euphorie zudem einen angenehmen Nebeneffekt: weniger Konkurrenz im Wettbieten um Strom und Standorte.
Coldcard: Bitcoin-Wallet gehackt! Sind Ledger und Trezor noch sicher?
Ein neuer Sicherheitsvorfall sorgt für Aufsehen unter Bitcoin-Anlegern: Aufgrund eines Firmware-Fehlers konnten Hardware-Wallets des Herstellers Coldcard angegriffen und leergeräumt werden – die Verluste summieren sich mittlerweile auf mehr als 1800 BTC aus mehr als 5200 Adressen. Gesamtwert der gestohlenen Coins: satte 116 Millionen Dollar!
Der Täter hat den öffentlich einsehbaren Code offenbar automatisiert durchforstet – und die Lücke vor dem Hersteller selbst gefunden. Die kritische Frage für Anleger: Ist nur Coldcard betroffen – oder auch andere Hardware-Wallets wie Ledger und Trezor?
| Wallet | Betroffen? |
| Coldcard Mk2/Mk3 | Ja – Seed gilt als kompromittiert |
| Coldcard Mk4/Mk5/Q | Teilweise – Zufälligkeit geschwächt |
| Ledger | Nein – zertifizierter Hardware-Zufallsgenerator |
| Trezor | Nein – mischt mehrere unabhängige Zufallsquellen |
Kurzum: Für Ledger und Trezor kann Entwarnung gegeben werden – beide gelten als sicher. Wichtig für Coldcard-Nutzer: Das Firmware-Update 4.2.0 allein genügt nicht. Ein bereits erzeugter Seed bleibt unsicher – nötig ist ein komplett neuer Zugangsschlüssel auf aktueller Firmware plus Umzug aller Coins. Die Lehre aus dem 116-Millionen-Dollar-Coup: Ein Hardware-Wallet ist immer nur so sicher wie die Software, die in ihm steckt.
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