Kommentar 08.09.2022, 13:07 Uhr

iPhone 14: Warum das Apple-Prinzip endgültig ausgedient hat

Und schon wieder ein neues iPhone samt Apple Watch. Das Prinzip des einstigen Innovators ist rückschrittlich und passt nicht mehr in unsere Zeit.

Das iPhone 14 ist nicht gerade die Erfindung des Rades - und das Apple-Prinzip wirkt im Jahr 2022 verdammt rückschrittlich. Foto: Panthermedia.net/estebande

Das iPhone 14 ist nicht gerade die Erfindung des Rades - und das Apple-Prinzip wirkt im Jahr 2022 verdammt rückschrittlich.

Foto: Panthermedia.net/estebande

Stellen wir uns mal die Erfindung des Rades vor. Wie die Person, die vor 5.000 oder 6.000 Jahren die Idee mit der Achse, dem runden Ding und dem Gleitlager hatte, ihre Kupferzeit-Kumpels zu einer großen Show am Lagerfeuer einlädt, um die Neuschöpfung zu präsentieren. Das gab sicher ein großes Hallo: Endlich keine Steinquader mehr mühevoll über Holzstämme ziehen, kein Zerren mehr an diesen furchtbaren Transportschlitten, die ohne Schnee einfach so gar keinen Spaß machen – kurzum: Dieses Ding ist eine Revolution, da waren sich sicher alle einig.

So ein bisschen ist das wie mit dem Apple iPhone. Damals, 2007, als Apple-Chef Steve Jobs das erste Modell seinen Digitalzeitalter-Kumpels vorgestellt hat (die Diskussion, ob Jobs das iPhone wirklich erfunden hat, schenken wir uns an dieser Stelle).

iPhone 14: Keine revolutionären Neuerungen

Und jetzt stellen wir uns vor, wie die Erfinderin oder der Erfinder des Rades die Kumpels alle paar Jahre wieder ans Lagerfeuer einlädt. Aber jedes Mal kommt wieder nur das olle Rad zum Vorschein: „Leute, mit meinem neuen, verbesserten Rad seid ihr vielleicht ein bisschen schneller als vorher unterwegs! Leider ist das mit den Achsen an euren Wagen nicht mehr kompatibel, die müsst ihr komplett wegwerfen, sorry.“

Das iPhone 14. Wir könnten auch behaupten, es sei das iPhone 13 – den Unterschied würden sie wahrscheinlich kaum bemerken. Foto: Apple

Das iPhone 14. Wir könnten auch behaupten, es sei das iPhone 13 – den Unterschied würden sie wahrscheinlich kaum bemerken.

Foto: Apple

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Damit sind wir wieder bei Apple. Pünktlich vor dem großen Weihnachtsgeschäft hat der Konzern das iPhone 14 in einer großen Produktshow im kalifornischen Cupertino vorgestellt. Bahnbrechend neu ist an dem Smartphone nichts. So wie schon beim Vorgänger, dem iPhone 13, das gerade erst letztes Jahr auf den Markt gekommen ist. Und dem Modell davor … und dem davor. Das letzte neue Ass, das Apple im Ärmel hatte, war wohl die erste Apple Watch von 2014. Über Sinn und Unsinn einer Smart Watch kann man viel streiten, aber immerhin war da mal wieder was halbwegs Neues. Inzwischen ist selbst die Uhr in ihrer achten Generation.

Apple-Prinzip passt nicht mehr in unsere Zeit

Das Apple-Prinzip wirkt wie aus der Zeit gefallen, passt nicht mehr zum Jetzt: Einer Zeit der Energiekrise, der schlimmsten Dürre seit 500 Jahren, großer sozialer Ungleichheiten in vielen Teilen der Welt und fortschreitender Rohstoffknappheit. Gerade erst ist der jüngste Report des Club of Rome veröffentlicht worden, der unter dem Stichwort „too little too late“ die fatalen Folgen beschreibt, wenn das derzeit vorherrschende Wirtschaftssystem so weiterläuft wie in den letzten 50 Jahren. Die Beendigung der Armut, die Beseitigung der eklatanten Ungleichheit und ein Mehr an Nachhaltigkeit gehören demnach zu den wichtigsten Punkten, an denen die Menschheit jetzt ansetzen muss. Bei der IFA, der weltgrößten Messe für Konsumelektronik hat man die Zeichen der Zeit erkannt: Der Fokus lag in diesem Jahr auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.

iPhone 14 mit Satelliten-Funktion

Und Apple? Präsentiert uns ein iPhone 14, für das wir mindestens 999 Euro zahlen sollen – 100 Euro mehr als für das erst ein Jahr alte Vorgängermodell, das wohl bald zu Elektroschrott wird und dessen wertvolle Ingredienzen sich (nach wie vor) kaum recyclen lassen. Die groß angekündigte und einzige echte Neuerung im iphone 14: Per Satellit können Nutzer Notfallnachrichten senden – aber nur wenn sie das iPhone direkt auf einen Satelliten richten (den sie erst einmal finden müssen). Und das Ganze funktioniert – wohlgemerkt nach ein paar Minuten Wartezeit – auch nur in den USA und Kanada. Nun, die Menschen in der Kupferzeit wären sicherlich beeindruckt gewesen, aber heute brauchen wir nicht jedes Jahr ein neues iPhone. Wir brauchen ein Smartphone, das wir selbst reparieren können, dessen Rohstoffe recyclebar sind und das wir auch in fünf Jahren noch benutzen können.

Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben ist Content Manager und verantwortlicher Redakteur für ingenieur.de. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs. Er schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen.

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