Anzeige

Der Quantencomputer lernt jetzt aus seinen eigenen Fehlern

14. Juli 2026

Grafik eines Qubits
Ein KI-Agent hilft dabei, Rechenoperationen von Quantencomputern zu korrigieren. Foto: Smarterpix/perig76
Mithilfe von maschinellem Lernen sollen Störungen bei Quantencomputern reduziert werden. Google lässt dafür einen KI-Agenten im laufenden Betrieb nachjustieren.
Anzeige
Anzeige


Künstliche Intelligenz (KI) könnte künftig eine wichtige Rolle für die weitere Entwicklung funktionsfähiger Quantencomputer spielen. Ein Team von Google Quantum AI und Google DeepMind lässt in einer neuen „Nature„-Studie einen KI-Agenten den Quantenprozessor Willow im laufenden Betrieb nachjustieren. Er lernt dabei aus dessen eigenen Fehlersignalen. Ein wichtiger Schritt, sagen Experten wie Physik-Professor Stefan Filipp von der Technischen Universität München (TUM) und Jens Eisert Professor an der Freien Universität Berlin.

Quantencomputer sind zwar bereits universitär und kommerziell in Betrieb, doch die Technologie hat noch nicht die Serienreife herkömmlicher PCs erlangt. Die hochempfindlichen Rechner mit ihren Qubits genannten Rechenbausteinen kämpfen zum Teil noch mit Problemen: So driften ihre Hardwareparameter im Betrieb weg und führen zu Rechenfehlern, insbesondere bei sehr umfangreichen Berechnungen.

Anzeige
Anzeige

Treten solche Fehler auf, hilft oft nur ein Vorgang, den man sich wie den Neustart eines abgestürzten, „normalen„ PCs vorstellen muss. Der Quantenprozessor wird neu kalibriert und kann erst dann weiterrechnen. Das führt allerdings zu längeren Laufzeiten.

Inhaltsverzeichnis

Maschinelles Lernen soll helfen

Forschende um das Unternehmen Google setzen deshalb jetzt auf sogenanntes Reinforcement Learning, einen Lernstil des maschinellen Lernens. Auf diese Weise sollen Störungen in den Berechnungen des von den Forschern eingesetzten Quantenprozessors Willow gefunden und während des Betriebs behoben werden.

Der eingesetzte KI-Agent hat in diesem Zusammenhang nichts mit den bekannten, großen Sprachmodellen zu tun. Es handelt sich hier um ein KI-Spezialtool. Die Forschenden entwickelten es speziell für die Fehlerkorrektur und Steuerung eines Quantencomputers.

Anzeige
Anzeige

Echtzeitanpassung durch KI-Agenten

Um den KI-Agenten, der die Fehler und ihre Quellen findet, auf seine Aufgabe vorzubereiten, verfälschte das Forschungsteam absichtlich die Qubits auf ihrem Willow-Prozessor. Die KI sorgte dabei genau dafür, wofür sie konzipiert wurde. Der KI-Ansatz korrigiert in Echtzeit während des laufenden Betriebs, sodass der Quantencomputer unterbrechungsfrei arbeitet und weniger Fehler in den logischen Qubits auftreten.

Noch ist die KI-Unterstützung nicht perfekt: Das Team merkt an, dass plötzliche Fehler – wie sie auch durch kosmische Strahlung auftreten können– zu schnell für eine Echtzeitanpassung durch den KI-Agenten sind. Gegenwärtig liegt die Fehlerreduktion bei der von ihnen eingeführten Methode bei rund 20 %.

Anzeige
Anzeige

Deutsche Wissenschaftler beurteilen den KI-Einsatz dennoch als großen Schritt in die richtige Richtung. TUM-Professor Filipp erklärt: „Quantenprozessoren sind nicht von Natur aus fehlerfrei.“ Äußere Einflüsse führten immer wieder zu Fehlern in den Operationen und Kontrollsignale mussten deshalb regelmäßig angepasst werden. „Die Autoren zeigen nun, dass diese Unterbrechungen mit modernen Methoden aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz umgangen werden können.“

Rauschen und Störungen sind „Endgegner“ des Quantencomputers

Jens Eisert hält die Entwicklung für einen Schritt in die richtige Richtung. „Rauschen und Störungen sind sozusagen der ‚Endgegner‘ des Quantenrechnens“, sagt er. Der KI-Ansatz wirkt sich hier seiner Einschätzung nach positiv aus. „Mithilfe einer Art des Maschinenlernens – des Reinforcement Learning – wird nicht nur der aufgetretene Fehler für die Fehlerkorrektur gelernt. Vielmehr wird dieses Signal auch verwendet, um kontinuierlich die Kontrollparameter neu einzustellen und zu kalibrieren. So kann eine weniger fehleranfällige Quantenrechnung durchgeführt werden.“

KI verändere die Welt, und Quantenalgorithmen könnten bestimmte Probleme viel schneller lösen. Es liege auf der Hand, dass man die Verbindung ausloten sollte.

Die Studie der Google-Wissenschaftler verdeutlicht, dass sich KI und Quantencomputing gegenseitig befruchten. Besonders wichtig dabei ist, dass die Forschenden die Skalierbarkeit der verwendeten Reinforcement-Learning-Methode mit numerischen Simulationen belegen konnten.

Die vollständige Studie lesen Sie hier.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Bauingenieur (m/w/d) Fachrichtung Tiefbau, Straßenbau oder Siedlungshydrologie
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)

21.09.2026
Eutin
Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

21.09.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

21.09.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

21.09.2026
Essen
Architekt (m/w/d) mit Schwerpunkt im Bereich Projektmanagement
Stadt Biberach an der Riß

21.09.2026
Biberach
EMSR Techniker (m/w/d)
VESTOLIT GmbH

22.09.2026
Marl
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

22.09.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

22.09.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

22.09.2026
Stuttgart
Ingenieurin / Ingenieur mit Master in Informatik / Elektrotechnik – Beamten- Ausbildung (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Offizierin / Offizier Anwärter/in – Führungskraft Oberfähnrichmodell mit Bachelor (Master) (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Ingenieurin / Ingenieur mit Master – Beamten- Ausbildung (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Teamleitung (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau
Die Autobahn GmbH des Bundes

22.09.2026
Hamm
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

22.09.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

22.09.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

22.09.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

22.09.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

22.09.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

22.09.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

22.09.2026
Lübeck

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige