Digital verwundbar? 10.06.2025, 15:00 Uhr

US-Wasserkraftwerke im Visier: So werden sie cybersicher

Die USA modernisieren alte Wasserkraftwerke – mit digitalen Schutzsystemen gegen Cyberangriffe und innovativen Schulungsmodellen für Betreiber.

Wasserkraftwerk USA

Cyberschutz für Wasserkraft: So modernisieren die USA ihre Energieanlagen gegen Hacker und digitale Störungen.

Foto: PantherMedia / dimamorgan12

In den USA entstehen neue Schutzkonzepte für die IT-Sicherheit von Wasserkraftwerken. Gerade alte Anlagen stehen im Fokus, da sie besonders anfällig für Cyberangriffe sind. Forschende des Pacific Northwest National Laboratory entwickeln Werkzeuge, Schulungen und digitale Frühwarnsysteme, um die kritische Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen – darunter ein handgroßes Überwachungsgerät, realistische Trainingsmodelle und umfassende Sicherheitsrahmen für Betreiber.

Wasserkraft als Rückgrat der Regelenergie

Wasserkraftwerke liefern rund 6 % des Stroms in den USA. Im Bundesstaat Washington liegt ihr Anteil sogar bei über 60 %. Die Anlagen gelten als zuverlässig und klimafreundlich – doch viele sind alt. Der Großteil stammt aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Und: Ihre Steuerungstechnik ist nicht für das digitale Zeitalter gemacht.

Deshalb geraten sie zunehmend ins Visier von Cyberangreifern. Um dem entgegenzuwirken, hat das Pacific Northwest National Laboratory (PNNL) ein Schutzprogramm für diese kritische Infrastruktur gestartet. Es kombiniert Wissen aus den Bereichen Wasserkrafttechnik und Cybersicherheit.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Stadt Hemer-Firmenlogo
Architekt/in bzw. Ingenieur/in (w/m/d) für unseren Hochbau in Vollzeit oder Teilzeit Stadt Hemer
Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende-Firmenlogo
Projektingenieur:in Brückenbau Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Hamburg Zum Job 
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Fachgruppenleiter / Fachgruppenleiterin (w/m/d) Klimatechnik im Gebäudemanagement Baden-Baden SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
Baden-Baden Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Office Group Planen & Bauen GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Office Group Planen & Bauen GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Bauleitung und Bauüberwachung von Autobahnprojekten Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Kölner Verkehrs-Betriebe AG-Firmenlogo
Bauleiter*in Tiefbau / Fahrleitung Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Maschinenbau Silberhorn GmbH-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) (Sonder-)Maschinenbau Maschinenbau Silberhorn GmbH
Parsberg (Lupburg) Zum Job 
Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d/) Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Excelitas Deutschland GmbH-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (w/m/d) Produktentwicklung Excelitas Deutschland GmbH
Feldkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur mit Projektverantwortung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
ai6 SOLUTIONS GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) ai6 SOLUTIONS GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Key Account Manager Sicherheit und Verteidigung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 

Schwachstelle Betriebstechnologie

Wasserkraftwerke nutzen sogenannte Betriebstechnologie (Operational Technology, OT), um Turbinen, Schleusen oder Generatoren zu steuern. Anders als moderne IT-Systeme war OT lange isoliert vom Internet – und damit relativ sicher. Doch mit der zunehmenden Vernetzung steigt das Risiko von Hackerangriffen.

Ein Ziel des Programms ist daher, den digitalen Schutz genau dieser OT-Komponenten zu verbessern – ohne dabei die Betriebssicherheit zu gefährden.

Alte Technik, neue Bedrohung

Die ältesten Wasserkraftwerke in den USA sind über 100 Jahre alt. Im Schnitt sind die staatlich betriebenen Anlagen etwa 65 Jahre alt. Ihre Modernisierung ist aufwendig – und erfordert Wissen über ihre teils proprietären Steuerungssysteme.

Die Forschenden am PNNL analysierten dafür verschiedenste Kraftwerkstypen und fanden heraus: Obwohl die Systeme unterschiedlich wirken, lassen sie sich in neun typische cyber-physische Konfigurationen einteilen. Diese Klassifizierung hilft Betreibern, Schwachstellen besser zu erkennen und gezielte Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

SerialTap – Sicherheit im Taschenformat

Ein zentrales Werkzeug ist das Gerät „SerialTap“. Es ist kaum größer als eine Handfläche und wird in bestehende Steuerungsnetzwerke eingebunden. Dort überwacht es die Kommunikation zwischen alten Systemen und modernen Netzwerken – ohne diese aktiv zu beeinflussen.

SerialTap erkennt ungewöhnliche Muster und erlaubt so das frühzeitige Eingreifen bei potenziellen Angriffen. Die Lösung wird bereits von einem großen US-Konzern getestet, der 85 Wasserkraftwerke betreibt.

Cyberangriff als Trainingsszenario

Theorie allein reicht jedoch nicht aus. Deshalb entwickelte das PNNL auch sogenannte Skids – kompakte, funktionstüchtige Modellanlagen, die reale Infrastrukturen nachbilden.

Ein solcher Skid simuliert ein komplettes Wasserkraftwerk: mit Mini-Turbinen, Schleusen und Kontrolltechnik. Forschende und Fachkräfte können damit gezielt Angriffe nachstellen – vom Ausfall der Umspannstation bis zur gezielten Manipulation von Wasserständen.

Dabei beobachten sie in Echtzeit, wie das System auf die Eingriffe reagiert. Das Ziel: Verständnis für Abläufe schaffen und Handlungssicherheit im Ernstfall gewinnen.

Beteiligte aus der Branche, etwa der Energieversorger Avista aus Spokane, brachten ihre Erfahrungen in die Entwicklung ein.

Fahrplan für den Notfall

Ein weiteres Ergebnis der Sicherheitsinitiative ist ein nationaler Fahrplan. Er beschreibt einheitliche Maßnahmen für den Umgang mit Cybervorfällen. Dabei wurden bestehende Richtlinien mehrerer Behörden gebündelt und ein cyber-physischer Rahmen erarbeitet.

Dieser Leitfaden hilft Betreibern, sich besser auf Notfälle vorzubereiten – etwa durch Checklisten, klare Zuständigkeiten und Übungen mit realitätsnahen Szenarien.

Hier geht es zur Originalmeldung

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.