Condition-Monitoring-Systeme (CMS) 23.11.2012, 19:56 Uhr

Kopplung von Steuerung und CMS bringt neuen Schub für Windkraft

Um Leistungsdaten und Betriebszustände zu erfassen, laufen in Windenergieanlagen autarke elektronische Systeme bislang parallel. Doch jetzt beginnen Elektronikanbieter, die Zustandsüberwachung in zentralen Steuerungen zu integrieren. Das spart Geld bei der Erstausrüstung und optimiert zudem die Betriebsführung, so das Ziel der Automatisierungsstrategie.

Offshore-Windpark
Foto: Siemens

Offshore-Windpark

Foto: Siemens

Der automatisierte Betrieb von Windenergieanlagen entwickelt sich rasant. Deutlich im Trend sind Lösungen, die bisher autarke Systeme in einer zentralen Steuerung integrieren. Durch das Verschmelzen von Steuerung, Überwachung, Kommunikation und Visualisierung am Bildschirm sollen Betriebsführer bald alle wichtigen Fakten abrufen können, um die Anlagen effizient zu steuern und die Wartung planbarer zu gestalten.

Das Unternehmen Beckhoff gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Anbietern für PC-basierte Steuerungstechnik und hat bislang weltweit gut 20 000 Windenergieanlagen ausgerüstet. Ein nächster Schritt ist es laut Beckhoff, Condition-Monitoring-Systeme (CMS), die für die Zustandsüberwachung von Triebstrang, Generator, Rotorlager oder Hauptwelle sorgen, in die zentrale Steuerung zu integrieren. Anhand von Mess- und Analyseverfahren soll das CMS frühzeitig Schäden erkennen, um Reparaturen besser in den Anlagenbetrieb einzubringen.

Offene Steuerungsplattform integriert Funktionen von CMS-Systemen

Bisher sei dieses Ansinnen eher eine Einbahnstraße gewesen, da die Steuerung zwar mit einem CMS-System kommuniziert, aber nicht anders herum, so die Automatisierungsexperten bei Beckhoff. Mit einer offenen Steuerungsplattform können Funktionen von CMS-Systemen in die Betriebsführung integriert werden. Verschiedene Unternehnen würden hierfür bereits Lösungen anbieten.

Zudem sparten integrierte Lösungen in der Erstausrüstung ebenfalls Kosten, da Hersteller von Turbinen die autarken Systeme häufig von externen Anbietern einkaufen oder Betreiber selbst nachrüsten müssen, so die Entwickler in Verl. Als Systemdienstleister für Anlagenbauer habe man eine PC-basierte Automatisierungstechnik mit einem hohen Integrationsgrad entwickelt, deren offene Software den nahtlosen Einbau unterschiedlicher Funktionen in den automatisierten Betrieb ermöglicht.

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (gn) für Kanal- und Entwässerungsplanung Stadtwerke Essen AG
Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Stoffstrom- und Abfallmanagement für die Außenstelle München-Maisach Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern
München-Maisach Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern-Firmenlogo
Sachbearbeiter Wassertechnik - Gewässerschutzbeauftragter (m/w/d) in der Außenstelle Maisach Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern
Maisach Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern-Firmenlogo
Umweltingenieur / Umwelttechniker als Ingenieur Abfallmanagement im Betrieb für die Außenstelle München-Maisach (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern
Maisach Zum Job 
Rolls-Royce-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Rolls-Royce
Friedrichshafen Zum Job 
Daldrop + Dr.Ing.Huber GmbH + Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter TGA (m/w/d) Reinraumtechnik Daldrop + Dr.Ing.Huber GmbH + Co. KG
Neckartailfingen Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Experte (m/w/d) Energieinfrastruktur und Bauprojekte - Planung und Realisierung - Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
VSE Verteilnetz GmbH-Firmenlogo
Technischer Sachbearbeiter Sekundärtechnik-Ausführung Schutz- und Leittechnik (m/w/d) VSE Verteilnetz GmbH
Saarwellingen Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in / Projektmanager*in (m/w/d) in der Steuerung von Großprojekten im Bereich Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
European Energy A/S-Firmenlogo
Grid Connection Specialist - Wind / PV (m/w/d) European Energy A/S
Markkleeberg bei Leipzig Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Straßenplanung und -entwurf / Immissionsschutz (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Regensburg Zum Job 
Netz Leipzig GmbH-Firmenlogo
Teamleitung (m/w/d) Leitstelle Strom Netz Leipzig GmbH
Leipzig Zum Job 
Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg-Firmenlogo
Ingenieur / Ingenieurin (m/w/d) als Dezernatsleitung Planung West Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg
Potsdam Zum Job 
Gemeinde Steinen-Firmenlogo
Leiter/in des Fachbereichs Bauen und Umwelt (w/m/d) Gemeinde Steinen
Steinen Zum Job 
Staatliches Hochbauamt Stuttgart-Firmenlogo
Ingenieur der Fachrichtung Landschaftsplanung / Landschaftsarchitektur / Umweltplanung (w/m/d) Staatliches Hochbauamt Stuttgart
Stuttgart, Stetten am kalten Markt Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/-in (m/w/d) für den Außendienst als Aufsichtsperson BG ETEM
Region Hannover-Braunschweig-Göttingen Zum Job 
GW Batterien GmbH-Firmenlogo
Anwendungstechniker (m/w/d) GW Batterien GmbH
Zwickau Zum Job 
Stadt Koblenz-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) für die Betreuung der Hochwasserschutzanlagen Stadt Koblenz
Koblenz Zum Job 
Gemeindewerke Baiersbronn-Firmenlogo
Technische:r Betriebsleiter:in für Strom und Telekommunikation Gemeindewerke Baiersbronn
Baiersbronn Zum Job 
naturenergie netze GmbH-Firmenlogo
Ingenieur als Teamleiter Netzleitstelle (m/w/d) naturenergie netze GmbH
Rheinfelden (Baden), Donaueschingen Zum Job 

In diese Richtung arbeitet auch Bachmann Elektronik in Feldkirch, Österreich. So hat das Unternehmen mit dem CMS-Spezialisten µ-Sen bereits Ende 2010 die Bachmann Monitoring GmbH gegründet.

Bisher argumentieren die CMS-Hersteller, dass autarke Systeme notwendig sind, damit die Anbieter von Steuerungen diesen Part nicht übernehmen. „Das ist einer der schwierigsten Punkte bei der Integration, den wir gemeinsam gelöst haben“, macht Holger Fritsch, Geschäftsführer von Bachmann Monitoring und Mitbegründer von µ-Sen, den Paradigmenwechsel deutlich. Wie bei Beckhoff auch, verspricht man sich viel von dieser Lösung. „Wir wollen dahin kommen, die Betriebszustände und das Lastmanagement mit einer Steuerung zu betreiben, um beispielsweise mechanische Belastungen, die das CMS erfasst, gezielt zu vermeiden oder zu reduzieren“, erklärt Bachmann-Geschäftsführer Fritsch.

Kopplung von CMS und Steuerung bei Windanlagen: Lasten über den gesamten Lebenszyklus erfassen

Die Kopplung von CMS und Steuerung hat außerdem weitere funktionale Vorteile. Zum einen kann die Steuerung so angepasst werden, dass beschädigte Teile durch veränderte Betriebsparameter länger halten. Zum anderen dehnt sich die Zustandsüberwachung allmählich auf die Rotorblätter, die Blattlager, den Pitchantrieb oder den Turm aus. Mit diesen Informationen lassen sich dann die Lasten über den gesamten Lebenszyklus erfassen.

Einen etwas anderen Weg hat Siemens Industry eingeschlagen. Statt die Erfassung der Daten in die zentrale Steuerung zu integrieren, wird die Erfassungslogik inklusive Vorverarbeitung in dezentrale Signalerfassungsmodule verlagert. Diese werden direkt am zu überwachenden System montiert, mit Sensoren und zentraler Steuerung verbunden und so das CMS in die Automatisierungstechnik integriert.

Je nach Herstellerkonzept werden die Anlagendaten in der Steuerung oder im überlagerten System des Betreibers ausgewertet. „Nach der Devise: So viel wie nötig, so wenig wie möglich, stellt sich die Frage, welche Daten des CMS in der Steuerung sinnvoll mit den jeweiligen Betriebszuständen zu verknüpfen sind, um die Systemverfügbarkeit zu erhöhen“, sagt Günter Heckel aus dem Branchenvertrieb Wind bei Siemens Industry in Nürnberg

Datenabgleich von Steuerung und CMS schafft mehr Transparenz und Zuverlässigkeit für Windanlagen

Auch für ihn liegen die Vorteile eines Datenabgleichs von Steuerungsparametern und CMS auf der Hand. „Windenergieanlagen werden so transparenter, effizienter und zuverlässiger. Frühzeitiges Erkennen von sich anbahnendem Verschleiß kann Anlagenstillstände mit hohen Folgekosten vermeiden, und geplante, vorbeugende Wartung die Verfügbarkeit und Effizienz der Windkraftanlage verbessern“, ergänzt er. Auch die bisherige Tendenz der Anlagenbauer, Komponenten unterschiedlicher Hersteller einzukaufen, werde sich ändern. „Es kommt bei der Automatisierung zunehmend auf abgestimmte Komponenten und Systeme an, die gemeinsam systemgetestet und zertifiziert sind“.

Ein Beitrag von:

  • Thorsten Thomas

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.