Schutz für Elektronik 25.11.2013, 09:00 Uhr

Magnetflüssigkeit soll Kühlleistung um 300 Prozent erhöhen

Reichert man Wasser mit Magnetitpartikeln an, kann das die Kühlleistung verdreifachen. Elektronische Bauteile könnten sich so in Zukunft wirkungsvoller vor Überhitzung schützen lassen. 

Flüssigkeit mit Magnetitpartikeln könnte Kühlsysteme in Zukunft leistungsfähiger machen. In Tests leiteten Forscher die Flüssigkeit mit Magnetfeldern gezielt dorthin, wo Gefahr der Überhitzung drohte. 

Flüssigkeit mit Magnetitpartikeln könnte Kühlsysteme in Zukunft leistungsfähiger machen. In Tests leiteten Forscher die Flüssigkeit mit Magnetfeldern gezielt dorthin, wo Gefahr der Überhitzung drohte. 

Foto: dpa/Google

Elektronik, die sich stark erhitzt, wird mit Wasser gekühlt, wie ein Automotor. Sonst würden die Prozessoren und Speicher verglühen. Da sie immer kompakter werden, also auf dem gleichen Platz immer mehr winzige Bauteile Platz finden, wird das Kühlungsproblem größer. Einfach mehr Wasser durchpumpen geht auf Dauer nicht, weil dann der Druck in den Kühlkanälen so groß würde, dass sie platzen könnten.

Magnetitpartikel verbessern Kühlleistung um 300 Prozent

Amerikanische und australische Forscher haben jetzt eine überraschende Entdeckung gemacht, die selbst Kühlungsprobleme der Zukunft lösen könnte. Sie reicherten Kühlwasser mit Magnetitpartikeln an, die so klein sind, dass sie trotz ihres hohen spezifischen Gewichts mitschwimmen. Magnetit ist ein spezielles kristallines Eisenoxid, das magnetisierbar ist. Mit Hilfe von Magnetfeldern sorgten sie anschließend dafür, dass die Partikel dorthin gelenkt werden, wo die größte Wärmemenge abtransportiert werden muss. Hier nehmen sie Energie auf und transportieren sie mit dem Wasser ab.

Jacopo Buongiorno und Lin-Wen Hu, die das Forscherteam am Massachusetts Institute of Technology in Bosten leiten, registrierten eine um 300 Prozent verbesserte Kühlleistung. Das ist weitaus mehr als durch eine Vergrößerung der inneren Oberfläche durch eine Veränderung der Geometrie der Kühlkörper erreicht wird. Ohne Magnetfeld kühlt die Suspension hingegen nicht besser als reines Wasser.

Rezept gegen lokale Überhitzung

Auf diese Art ganze Baugruppen zu kühlen empfehlen die MIT-Forscher nicht: „Das ist eher etwas gegen lokale Überhitzungen.“ Wenn sie nicht ständig auftreten, kann das jeweilige Magnetfeld nur dann eingeschaltet werden, wenn ein Grenzwert überschritten wird. Ansonsten reicht die normale Kühlleistung der Suspension.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
ai6 SOLUTIONS GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) ai6 SOLUTIONS GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Key Account Manager Sicherheit und Verteidigung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Schöpflin Stiftung-Firmenlogo
Head of Operations (m/w/d) Schöpflin Stiftung
Lörrach Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Technischer Angestellter (m/w/d) Nachhaltigkeitsmanagement im Bereich Hochbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr-Firmenlogo
Bauingenieur - Sachgebietsleitung Kreisstraßenmanagement (w/m/d) Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6-Firmenlogo
Ingenieur*in Nachrichtentechnik (m/w/d) Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6
Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig-Firmenlogo
Ingenieur/-in / Naturwissenschaftler/-in (m/w/d) für den Einsatz im Bereich Medizintechnik/-Produkte Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Aerologic GmbH-Firmenlogo
Engineer Aircraft Reliability & Maintenance Program (m/f/x) Aerologic GmbH
Schkeuditz Zum Job 
Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Verfahrenstechniker / Ingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d) Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG
Rietberg Zum Job 
Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH-Firmenlogo
Kalkulator Tiefbau (m/w/d) für den Bereich Wasser/Abwasser Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in oder Physiker*in (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*innen (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Senior Datacenter Engineer / Elektroingenieur (m/w/d) - Fokus Infrastruktur & Systemstabilität noris network AG
Nürnberg Zum Job 
Landkreis Grafschaft Bentheim-Firmenlogo
Klimaschutzkoordinator*in (m/w/d) Landkreis Grafschaft Bentheim
Nordhorn Zum Job 
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektleiter / Bauleiter (m/w/d) Netzbau und Anlagenbau Strom Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG-Firmenlogo
Ingenieur Messstellenbetrieb Erdgas, Wasser und Wärme (w/m/d) Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
Frankfurt am Main Zum Job 

Die Idee der magnetischen Kühlung ist nicht neu. Bisher gab es jedoch niemanden, der sie praktisch erprobt hat. „Wir sind die Ersten“, sagt Hu. Und Buongiorno freut sich: „Das ist eine saubere Lösung.“ Direkt anwendbar ist die Methode allerdings nicht. „Wir haben nur bewiesen, dass der Effekt existiert“, sagt er. Derzeit sei es noch reine Grundlagenforschung.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.