Fujutsu-Salat zwei Monate haltbar 09.07.2014, 11:25 Uhr

Gemüseanbau in japanischen Hightech-Fabriken

Eine wachsende Zahl japanischer krisengeplagter Elektronikkonzerne wandeln derzeit ihre brachliegenden Fabriken um und züchten dort Salat, Gemüse sowie Obst. Die Technologie dieser Hightech-Pflanzenfabriken weckt auch zunehmend im Ausland Interesse. Da auf Pestizide verzichtet werden kann, stellt diese Anbauweise den Bio-Anbau in den Schatten.

Fujitsu ist mit seinem in Reinräumen gezüchteten Salaten bereits auf dem Markt. Das Blattgemüse hat einen großen Vorteil: Es ist zwei Monate lang im Kühlschrank haltbar.

Fujitsu ist mit seinem in Reinräumen gezüchteten Salaten bereits auf dem Markt. Das Blattgemüse hat einen großen Vorteil: Es ist zwei Monate lang im Kühlschrank haltbar.

Foto: Fujitsu

Seit die Konkurrenz aus China und Südkorea den japanischen Elektronikkonzernen bei Smartphones, Halbleitern und Fernsehern zunehmend den Rang ablaufen, suchen sie nach neuen Wegen zum Überleben. Ziel ist es dabei nicht nur die vorhandenen eigenen Fabrikanlagen zu nutzen, sondern auch neue Anwendungsgebiete für ihre Technologien zu finden. Fujitsu musste 2009 drei Halbleiterfabriken schließen. Dort baut der Konzern jetzt in den staubfreien Reinräumen, in denen einst die Hightech Produkte entstanden, mit einer Belegschaft von 30 Leuten erfolgreich Salatköpfe an.

Reinräume werden zu Treibhäusern

Die Salatköpfe wachsen in einem fensterlosen Raum in wassergetränkten Kästen, die über ein computergesteuertes Leitungssystem mit Dünger und Nährstoffen beträufelt werden. Alle Mitarbeiter müssen Schutzkleidung und Mundschutz, wie in einem Labor tragen. Damit wird sichergestellt, dass keine Keime in die Fabrik kommen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Treibhäusern handelt es sich hier um ein luftdicht isoliertes System. Die hermetische Isolation verhindert, dass Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge eindringen können. Damit lässt sich auch der Kohlendioxidgehalt in der Luft um das Vier- bis Fünffache anheben, was das Wachstum der Pflanzen stark fördert. LED-Lampen sorgen für eine gleichmäßige Beleuchtung der Pflanzen, die für ihre Photosynthese ausreicht.

Lange Haltbarkeit

Diese Anbauweise ermöglicht es Fujitsu auch das Kalium-Niveau zu reduzieren. Dadurch eignet sich der Salat auch für ältere Menschen mit Nieren-Krankheiten. Da der Salat in einem keimfreien Umfeld wächst, hält er auch länger und kann bis zu zwei Monate im Kühlschrank gelagert werden. „Weil die Salatköpfe so lange frisch bleiben, haben wir einen Wettbewerbsvorteil beim Export “, erläutert Akihito Sato, Manager der Fujitsu-Anlage. Fujitsu will zunächst mit einer Produktion von 3500 Köpfen am Tag beginnen. Ziel ist es bis 2016 die Produktion im Wert von derzeit 1,5 auf dann vier Millionen Dollar im Jahr zu steigern.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Infineon-Firmenlogo
Senior Manager IT MES (w/m/div)* Infineon
Warstein Zum Job 
Infineon-Firmenlogo
Ingenieur Prüftechnik Leistungshalbleitermodule (w/m/div)* Infineon
Warstein Zum Job 
Infineon-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Elektrotechnik (w/m/div)* Infineon
Warstein Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in / Bauleiter*in (m/w/d) für Großprojekte der Bereiche Infrastruktur (Freileitung, Kabeltiefbau, Bahn) THOST Projektmanagement GmbH
Nürnberg,Hannover,Hamburg Zum Job 
CARVEX Verfahrenstechnologie für Lebensmittel und Pharma GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d) CARVEX Verfahrenstechnologie für Lebensmittel und Pharma GmbH
Bad Hönningen Zum Job 
ABL GmbH-Firmenlogo
Senior Software Developer (m/w/d) eMobility ABL GmbH
Lauf a. d. Pegnitz Zum Job 
Albert Handtmann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Versuchsingenieur (m/w/d) Albert Handtmann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG
Biberach Zum Job 
Brunel-Firmenlogo
Java Entwickler / Informatiker (w/m/d) Brunel
Dortmund Zum Job 
Brunel-Firmenlogo
Elektrokonstrukteur EPLAN P8/ELCAD (w/m/d) Brunel
Dortmund Zum Job 
Brunel-Firmenlogo
Elektroniker/Elektrotechniker (w/m/d) Brunel
Dortmund Zum Job 
Triathlon Batterien GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Arbeitsvorbereitung Batteriemontage / Batteriefertigung für Lithium-Ionen-Batterien Triathlon Batterien GmbH
Glauchau Zum Job 
Murrelektronik-Firmenlogo
Embedded Software Funktionstester / Applikationstester (m/w/d) Murrelektronik
Oppenweiler, Kirchheim unter Teck (Home-Office) Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
Sales Manager - Deployable Solutions (d/m/w) Airbus
Raum Friedrichshafen Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
Synthetic Imagery & Sensor Simulation System Engineer Airbus
Raum Toulouse (Frankreich) Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
Synthetic Imagery & Sensor Simulation System Engineer Airbus
Raum Toulouse (Frankreich) Zum Job 
Collins Aerospace-Firmenlogo
Produktionsplaner (m/w/d) Collins Aerospace
Nördlingen Zum Job 
Collins Aerospace-Firmenlogo
Strategischer Einkäufer (m/w/d) Collins Aerospace
Nördlingen Zum Job 
Deutsche Aircraft GmbH-Firmenlogo
Systems Engineer - Cooling Systems Power Electronics (f/m/d) Deutsche Aircraft GmbH
Weßling Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständiger (m/w/d) Anlagensicherheit TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Darmstadt Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständiger Elektrotechnik (m/w/d) TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH

Immer mehr Anlagen geplant

Andere Elektronikkonzerne in Japan sind Fujitsus Beispiel bereits gefolgt. So will Toshiba Gemüse in einer früheren Floppy Disc-Anlage in der Nähe von Tokio anbauen.

Sharp startete im vergangenen Jahr mit Labortests für den Erdbeeranbau in einer Indoor-Anlage.

Sharp startete im vergangenen Jahr mit Labortests für den Erdbeeranbau in einer Indoor-Anlage.

Quelle: Sharp

Panasonic will Ende dieses Jahres mit dem Verkauf von computergesteuerten Treibhäusern für den Anbau von Spinat beginnen. Und Sharp startete im vergangenen Jahr mit Labortests für den Erdbeeranbau in einer Indoor-Anlage in Dubai. Dabei nutzt der Konzern die neuesten Beleuchtungs- und Luftreinigungstechniken.

Aus der Not eine Tugend gemacht

Angefangen hat die Entwicklung mit einer Salatfabrik in Kawauchi in der Nähe des Atomkraftwerks Fukushima. Nachdem die Bauern ihre Landwirtschaft wegen der radioaktiv belasteten Böden aufgeben mussten, kam man auf den Gedanken dort eine der größten Pflanzenfabriken des Landes aufzuziehen, die inzwischen rund 8000 Salatköpfe pro Tag hervorbringt.

Tokio subventioniert

Die Regierung in Tokio unterstützt diese Entwicklung  seit kurzem auch finanziell, weil sie darin einen Weg sieht, die verkrustete japanische Landwirtschaft zu modernisieren und sogar zu revolutionieren. Die Durchschnittsgröße eines landwirtschaftlichen Betriebs in Japan ist 25-mal kleiner als die eines deutschen Betriebs. Verfügbare Hightech-Fabriken, wie die geschilderte von Fujitsu, haben sich in den zurückliegenden Jahren auf 380 vervierfacht, wie aus Regierungsstatistiken hervorgeht.

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.