Kühlschrank R-X7300F von Hitachi 18.09.2015, 10:50 Uhr

Damit schicken Sie Ihr Gemüse schlafen

Obst und Gemüse im Kühlschrank frisch zu halten ist schwieriger, als die Gerätehersteller es darstellen. Bei längerer Lagerung gehen nicht nur Geschmacks- sondern auch eine Vielfalt wertvoller Inhaltsstoffe verloren. Der japanische Hitachi-Konzern hat jetzt einen Kühlschrank auf den Markt gebracht, der die Haltbarkeitsdauer von Obst und Gemüse deutlich verlängert indem es „eingeschläfert“ wird. 

Obst und Gemüse atmen auch nach der Ernte noch. Im Kühlschrank gehen deshalb bei längerer Lagerung wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Hitachi hat jetzt ein Gerät auf den Markt gebracht, dass Obst und Gemüse "einschläfert" oder so länger frisch hält.

Obst und Gemüse atmen auch nach der Ernte noch. Im Kühlschrank gehen deshalb bei längerer Lagerung wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Hitachi hat jetzt ein Gerät auf den Markt gebracht, dass Obst und Gemüse "einschläfert" oder so länger frisch hält.

Foto: Peter Kneffel/dpa

Der japanische Elektronikproduzent arbeitet nach einem einfachem Prinzip: Die Haltbarkeit des Gemüses wird durch die natürlichen Gase, die das Gemüse freisetzt, gewährleistet. Dafür wird das unterste Gemüsefach – mit rund 8°C der kälteste Bereich des Kühlschranks – mit Kohlendioxid gefüllt.

Erhaltung der Frische durch „Schlaf“

Das führt dazu, dass die Atmung des Gemüses verringert wird und sich damit der Alterungs- und Verfallsprozess verlangsamt. Hitachi spricht dabei von einer „Schlafkonservierung“ im neuen Kühlschrank im Kühlschrank  R-X7300F.

Platinkatalysator steckt im Schubladengriff

Das Geheimnis der neuen Frischhaltungstechnik steckt in einem Platinkatalysator, der in den Schubladengriff des Gemüsefachs integriert ist. Sobald Geruchsstoffe und das „Reifegas“  Äthylen, die beim natürlichen Atmen des Gemüses und Obsts emittiert werden, in Berührung mit dem Katalysator kommen, zerfallen diese Stoffe in Wassermoleküle und Kohlendioxid.

Das Obst- und Gemüsefach befindet sich im unteren Kühlschrank-Bereich.

Das Obst- und Gemüsefach befindet sich im unteren Kühlschrank-Bereich.

Quelle: Hitachi

Hitachi nutzt dazu eine jüngst von der Hokkaido Universität entwickelte Technik. Der Platinkatalysator benötigt keinen Strom und soll 30 Mal effizienter als vom Hersteller zuvor getestete Photokatalysatoren sein.

Länger frisch auch mit LED-Licht

Bislang baute Hitachi für die Frischehaltung auf LED-Licht im Gemüsefach, das die ganze Zeit auch bei geschlossener Kühlschranktür leuchtet und dem Obst und Gemüse gewissermaßen vorgaukelt, dass es noch am Baum oder Strauch in der Sonne hängt.

Die brennenden LEDs bremsen den Verfall deutlich und Obst und Gemüse behalten das Vitamin C und ihre Feuchtigkeit damit länger.  Nach Angaben von Hitachi ist diese Technik allerdings nicht effizient genug.

Der neue Platinkatalysator – der die so genannte Aero-care Vege Zone schafft – ist leistungsfähig genug um das gesamte Gemüsefach mit Kohlendioxid zu füllen.

Obst und Gemüse atmen über längere Zeit hinweg

Auch nach der Ernte atmen Obst und Gemüse weiter. Bei dieser Atmung werden durch die Sauerstoffaufnahme vorrangig die löslichen Kohlenhydrate sowie organische Säuren zu Kohlendioxid und Wasserdampf abgebaut.

Das Geheimnis der neuen Frischhaltungstechnik steckt in einem Platinkatalysator, der in den Schubladengriff des Gemüsefachs integriert ist. S

Das Geheimnis der neuen Frischhaltungstechnik steckt in einem Platinkatalysator, der in den Schubladengriff des Gemüsefachs integriert ist. S

Quelle: Hitachi

Außerdem werden Wärme und das „Reifegas“ Äthylen frei. Wenn das Gemüse mit Kohlendioxid umgeben wird, verlangsamt sich der Atmungsprozess und auch der Verbrauch von Inhaltsstoffen reduziert sich.

Nach Aussagen von Hitachi-Forschern erhöht sich der Vitamin C Gehalt in Spargel nach sieben Tagen Lagerung von durchschnittlich 57 % in älteren Kühlschränken auf 67 % in den neuen Kühlschränken mittels der Schlafkonservierung. Das Polyphenol in einem Kopfsalat verbesserte sich bei umfangreichen Versuchen sogar von 85 auf 95 %. 

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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