Klimaschonend gründen 31.03.2025, 12:00 Uhr

Tiefbauprojekt bei Salzgitter AG spart Tonnen CO2 ein

Die Salzgitter AG baut derzeit den ersten klimaschonenden Elektrolichtbogenofen. Schon beim Bau des Ofens wird jede Menge CO2 eingespart.

Bau Elektrolichtbogenofen Salzgitter AG

Schon beim Bau des neuen Elektrolichtbogenofens der Salzgitter AG wird auf Nachhaltigkeit geachtet.

Foto: PORR

Die Salzgitter AG realisiert derzeit ein zukunftsweisendes Projekt zur emissionsarmen Stahlherstellung. Am Standort Salzgitter entsteht im Rahmen des Programms SALCOS® (Salzgitter Low CO₂ Steelmaking) der erste Elektrolichtbogenofen des Konzerns. Dieser Ofen ist ein zentraler Baustein der Strategie, die CO₂-Emissionen in der Stahlproduktion deutlich zu senken.

Doch der Klimaschutz beginnt hier nicht erst beim Einschmelzen des Metalls. Bereits bei den vorbereitenden Bauarbeiten wird auf Nachhaltigkeit geachtet. Ein gutes Beispiel dafür liefert der Spezialtiefbau, den die PORR AG übernommen hat. Durch gezielte Anpassungen in der Planung und Ausführung konnten dort rund 2.740 Tonnen CO₂-Äquivalent eingespart werden.

Effiziente Planung senkt Materialeinsatz

Ein wesentlicher Bestandteil des Bauprojekts war die Errichtung einer rund 13 Meter tiefen Baugrube. Sie wurde in Schlitzwandbauweise realisiert, eine Methode, bei der massive Betonwände in den Boden eingebracht werden, um die Baugrube zu sichern. Diese Wände, sogenannte Barette, sind hier besonders massiv ausgeführt – 1,5 Meter dick – und dienen künftig als dauerhafter Tiefbunker unter der Umschlaghalle.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
RINGSPANN GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur (m/w/d) als Produkt-Account-Manager Antriebskomponenten/Bremsen RINGSPANN GmbH
Bad Homburg Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Hausbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d/) Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Excelitas Deutschland GmbH-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (w/m/d) Produktentwicklung Excelitas Deutschland GmbH
Feldkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur in der Bauwerksprüfung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur mit Projektverantwortung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
KLN Ultraschall AG-Firmenlogo
Strategischer Einkäufer im Sondermaschinenbau (m/w/d) KLN Ultraschall AG
Heppenheim (Bergstraße) Zum Job 
Max Bögl Transport und Geräte GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Prozesskoordinator (m/w/d) - Produktionstechnik Max Bögl Transport und Geräte GmbH & Co. KG
Sengenthal Zum Job 
Hochschule Emden/Leer-Firmenlogo
Professur (m/w/d) für Elektrische Energietechnik Hochschule Emden/Leer
Beckhoff Automation GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Redakteur (m/w/d) für Maschinenbau Beckhoff Automation GmbH & Co. KG
Herzebrock-Clarholz Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Bauingenieur / Projektingenieur Ingenieurbau (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 

Die ursprüngliche Planung sah die Gründung mit 84 Großbohrpfählen von 120 Zentimetern Durchmesser vor. Doch durch eine Optimierung in enger Abstimmung mit der Bauherrin und den beteiligten Fachplanenden entschied sich das Team für eine andere Lösung: 110 sogenannte Frankipfähle NG® mit einem Durchmesser von 71 Zentimetern. Diese sogenannten Megapfähle benötigen deutlich weniger Beton – rund 71 % weniger als bei der ursprünglichen Lösung.

Betonmenge senken, Emissionen reduzieren

Der Unterschied macht sich bemerkbar: Allein durch das geringere Betonvolumen der neuen Pfähle konnten 441 Tonnen CO₂-Äquivalent eingespart werden – das entspricht einer Reduktion von 58 % gegenüber der ursprünglichen Planung. Zusätzlich wurde anstelle eines herkömmlichen Zements (CEM I) ein klinkerarmer Zementtyp (CEM III/B) verwendet. Auch dieser trägt zur CO₂-Einsparung bei, da bei seiner Herstellung deutlich weniger energieintensiver Klinker zum Einsatz kommt.

Ein weiterer nachhaltiger Schritt: Die ursprünglich vorgesehene Unterwasserbetonsohle wurde durch eine sogenannte Weichgelsohle ersetzt. Dieses Verfahren benötigt weniger Beton und reduziert dadurch ebenfalls den Ressourcenverbrauch und den CO₂-Ausstoß.

In Summe führten diese bautechnischen Änderungen zu einer Einsparung von rund 2.740 Tonnen CO₂-Äquivalent. Das zeigt, wie viel Potenzial bereits in der Planung und Ausführung von Tiefbauarbeiten steckt – wenn Nachhaltigkeit von Anfang an mitgedacht wird.

Ein Ofen mit Zukunft

Nicht nur beim Bau, auch beim späteren Betrieb des Elektrolichtbogenofens steht die Emissionsreduzierung im Fokus. Im Gegensatz zum klassischen Hochofen arbeitet der Elektrolichtbogenofen nicht mit Kohle, sondern mit Strom. Der Lichtbogen wird durch Graphitelektroden erzeugt, die in den Ofen abgesenkt werden. Durch einen Stromfluss entsteht ein Lichtbogen, der Temperaturen bis zu 3.500 °C erreicht. Diese Hitze reicht aus, um Schrott oder Roheisen einzuschmelzen und Stahl zu produzieren – ganz ohne Koks und andere fossile Brennstoffe.

Der große Vorteil: Der Ofen kann flexibel mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden. Das ermöglicht nicht nur eine CO₂-arme Produktion, sondern auch eine bessere Integration von Recyclingprozessen, da der Ofen besonders gut für das Einschmelzen von Stahlschrott geeignet ist.

Nachhaltigkeit als Teil der Verantwortung

Die PORR sieht nachhaltiges Handeln als Teil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Besonders in der Bauindustrie, die weltweit für einen großen Teil der CO₂-Emissionen verantwortlich ist, können gezielte Maßnahmen wie diese viel bewirken. Das Projekt in Salzgitter zeigt, wie technische Innovation und ökologisches Denken zusammenwirken können.

„Der Megapfahl ist ein effizientes Pfahlsystem, das natürliche Ressourcen schont und CO₂-Emissionen erheblich reduziert“, so das Unternehmen.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.