Baustelle der Zukunft? 28.05.2026, 15:00 Uhr

Roboter statt Bohrhammer: Dieser Aufzug baut sich fast selbst

Schindler setzt auf autonome Bauroboter: Das System bohrt und installiert Ankerbolzen selbstständig im Aufzugsschacht.

Roboter arbeitet im Aufzugsschacht

Dieser Roboter baut Aufzugsschächte fast autonom und soll Baustellen sicherer und effizienter machen.

Foto: Schindler

Wer einen Aufzugsschacht vorbereitet, arbeitet oft stundenlang mit schweren Bohrmaschinen auf engem Raum. Es ist laut, staubig und körperlich anstrengend. Genau dort setzt nun ein Robotersystem an, das große Teile dieser Arbeit automatisieren soll.

Der Schweizer Aufzughersteller Schindler erweitert seine Flotte des robotischen Installationssystems „Schindler R.I.S.E.“ um zwei weitere Einheiten. Weltweit sind damit inzwischen sieben dieser Systeme im Einsatz. Laut Unternehmen lassen sich Vorbereitungs- und Installationsarbeiten in Aufzugsschächten dadurch um bis zu 40 % beschleunigen.

Der Roboter arbeitet dort, wo es eng und laut wird

Im Mittelpunkt stehen sogenannte Ankerbolzen. Sie befestigen später die Führungsschienen an den Schachtwänden. Diese Schienen stabilisieren die Aufzugskabine und sorgen dafür, dass sie präzise durch den Schacht fährt.

In der Praxis steckt dahinter viel Handarbeit. In einem Hochhaus kommen schnell rund 1000 Ankerbolzen zusammen. In besonders hohen Gebäuden oder in Erdbebengebieten steigt die Zahl deutlich an. Bei einem Projekt musste Schindler nach eigenen Angaben sogar mehr als 4900 Ankerbolzen an einem einzigen Standort installieren.

Stellenangebote im Bereich Immobilien, Bau, Finanzierung

Immobilien, Bau, Finanzierung Jobs
Dawonia-Firmenlogo
Techniker Propertymanagement (m/w/d) in der Immobilienwirtschaft Dawonia
München Zum Job 
AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH-Firmenlogo
Sachgebietsleiter Bau (m/w/d) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH
AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Qualifizierung Kfz- Prüfingenieur/-in (m/w/d) bzw. Kfz- Sachverständige/-r (m/w/d) TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Heppenheim, Bischofsheim Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Techniker Zutrittskontrolle & Videoüberwachung / Datacenter Engineer (m/w/d) noris network AG
Nürnberg Zum Job 
AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Techniker Versorgungstechnik HLSK (m/w/d) AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Mannheim Zum Job 
sanotact GmbH-Firmenlogo
Verpackungsingenieur (m/w/d) QM, QS sanotact GmbH
Münster Zum Job 
Stadtwerke Rastatt GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Bauingenieur oder Versorgungsingenieur Stadtwerke Rastatt GmbH
Rastatt Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur als Bauwerksprüfer (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Fachingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Werner Sobek AG-Firmenlogo
Projektingenieure / Projektleiter Gebäude- / Versorgungstechnik (m/w/d) Werner Sobek AG
Frankfurt, Stuttgart, Weinheim, Mannheim Zum Job 
Stadt Neumünster-Firmenlogo
Ingenieur*in in der Fachrichtung Architektur Stadt Neumünster
Neumünster Zum Job 
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Hochbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Sachbearbeiter Bereich Wasserwirtschaft (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt-Mittelhausen Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Planungsingenieur (m/w/d) für Siedlungswasserwirtschaft WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH
Donauwörth, München-Ost (Grasbrunn), München-West (Planegg), Pfaffenhofen an der Ilm Zum Job 
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Tiefbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur Wasserbau (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt, Meiningen, Neustadt an der Orla, Sondershausen Zum Job 

Bislang bedeutete das vor allem eines: schwere Bohrarbeiten über viele Tage oder Wochen hinweg. Die Technikerinnen und Techniker arbeiteten dabei auf Plattformen im engen Schacht und waren dauerhaft Staub, Vibrationen und Lärm ausgesetzt.

„Die Aufzugsmontage erfolgt in beengten Räumen, in denen Arbeiter stundenlang Lärm und Staub durch Bohrarbeiten ausgesetzt sein können“, sagte Faruk Osmanbasic, Leiter für fortschrittliche Installationstechnologien bei Schindler. „Bauunternehmer erkennen die vielfältigen Vorteile, die diese Roboter mit sich bringen.“

Der Schacht wird digital vermessen

Vor dem Einsatz laden die Teams einen digitalen Arbeitsplan in das System. Danach fährt sich der Roboter selbstständig durch den Aufzugsschacht und arbeitet die programmierten Positionen ab.

Zunächst scannt das System die Betonoberflächen. Dadurch erkennt der Roboter Stahlbewehrungen im Beton und vermeidet Fehlbohrungen. Anschließend bohrt er die Löcher und setzt die Ankerbolzen automatisch an den vorgesehenen Stellen. Die Positionen und Höhen sind vorher exakt definiert.

Die Beschäftigten überwachen den gesamten Ablauf über ein Tablet. Dort sehen sie Livebilder aus dem Schacht und Leistungsdaten des Systems in Echtzeit. Interessant ist dabei vor allem die Rollenverteilung: Der Roboter übernimmt monotone und körperlich belastende Arbeiten. Die Fachkräfte kümmern sich stärker um Kontrolle, Ausrichtung und Montage.

Robotik hält Einzug auf Baustellen

Seit der Einführung vor fünf Jahren kam Schindler R.I.S.E. bereits auf 36 Baustellen weltweit zum Einsatz. Nach Unternehmensangaben installierten die Systeme bislang rund 50.000 Ankerbolzen. Projekte liefen unter anderem in Österreich, Polen, Indien, Großbritannien, Brasilien, China und Singapur.

Damit die Roboter schnell verfügbar bleiben, baut Schindler derzeit eigene Service-Hubs aus. Dort werden die Systeme zwischen den Einsätzen gewartet und vorbereitet. Solche Standorte existieren bereits in der Schweiz, in Hongkong und in Australien. Weitere Regionen prüft das Unternehmen derzeit.

Das Bauwesen galt lange als vergleichsweise langsam bei der Automatisierung. Doch der Druck wächst. Gebäude werden höher, Projekte komplexer und Fachkräfte knapper. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Arbeitsschutz und Präzision.

Gerade im Aufzugsschacht zeigt sich, warum Baustellen zunehmend automatisiert werden: Der Platz ist eng, die Arbeit repetitiv und die körperliche Belastung hoch. Genau dort spielen solche Systeme ihre Stärken aus.

„Das Feedback, das wir von Kunden auf der ganzen Welt erhalten, besagt, dass Schindler R.I.S.E eine sehr robuste Lösung ist, die hohe Präzision bietet und hervorragende Ergebnisse liefert“, sagte Osmanbasic. „Was wir derzeit sehen, ist erst der Anfang.“

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.