Wahrzeichen oder Flickwerk? 20.11.2025, 09:38 Uhr

Kann Stuttgart 21 die neue Elbphilharmonie werden?

Vom Milliardengrab zum Wahrzeichen: Kann Stuttgart 21 eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie die Elbphilharmonie hinlegen? Es gibt Zweifel.

Visualisierung: Blick auf den Bonatzbau und den Straßburger Platz mit seinen charakteristischen Lichtaugen. Foto: plan b Agentur Stuttgart

Visualisierung: Blick auf den Bonatzbau und den Straßburger Platz mit seinen charakteristischen Lichtaugen.

Foto: plan b Agentur Stuttgart

Während der Bauzeit wurde die Elbphilharmonie immer wieder wegen der gewaltigen Kostenexplosion kritisiert. Einmal eingeweiht, verstimmten die lauten Stimmen recht schnell, mittlerweile gilt das Bauwerk als Wahrzeichen Hamburgs und ist ein echter Besuchermagnet. Die Hoffnung, dass es mit Stuttgart 21 ähnlich verläuft, steht nicht ganz so gut, glaubt man den Worten von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann.

„Das ist Infrastruktur, kein Wahrzeichen“

Winfried Hermann bezweifelt, dass das Bauprojekt Stuttgart 21 nach seiner Fertigstellung ähnlich positiv wahrgenommen wird wie die Elbphilharmonie in Hamburg. Er sieht einen wesentlichen Unterschied: Während die Elbphilharmonie als sichtbares Wahrzeichen Hamburgs gilt trotz gestiegener Kosten, ist Stuttgart 21 vorrangig Infrastruktur.

Stuttgart 21: Wenn Bauingenieure zu Artisten werden

Hermann betonte im Jahr 2024 gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass von den geschätzten 11 Mrd. € bis 12 Mrd. € Gesamtkosten für Stuttgart 21 nur ein Bruchteil sichtbar ist, da ein Großteil des Projekts aus 60 km Tunnel besteht. Er, der sich vor seinem Amtsantritt lange gegen Stuttgart 21 engagiert hatte, fügt hinzu, dass die öffentliche Meinung auch von der Funktionalität des Projekts abhängen wird. Ein optisch ansprechender Bahnhof, der jedoch in der Praxis Mängel aufweist, würde nicht auf allgemeine Begeisterung stoßen.

Komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart

Das Projekt „Stuttgart 21“ umfasst die Neugestaltung des Stuttgarter Bahnknotens, was weit über den Umbau des Hauptbahnhofs hinausgeht. Es beinhaltet den Bau neuer Bahnhöfe, zahlreiche Kilometer an Schienenwegen, Tunneln, Durchlässen und Brücken. Zudem ist das Projekt Teil der größeren Initiative „Stuttgart-Ulm“, welche auch die bereits eröffnete Strecke Wendlingen-Ulm einschließt. Die aktuellen Kostenprognosen liegen bei etwa 11 Mrd. €, wobei es in der Vergangenheit zu erheblichen Kostensteigerungen kam. Die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs ist für Dezember 2025 geplant.

Stellenangebote im Bereich Immobilien, Bau, Finanzierung

Immobilien, Bau, Finanzierung Jobs
Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig-Firmenlogo
Ingenieur/-in / Naturwissenschaftler/-in (m/w/d) für den Einsatz im Bereich Medizintechnik/-Produkte Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Verfahrenstechniker / Ingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d) Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG
Rietberg Zum Job 
Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH-Firmenlogo
Kalkulator Tiefbau (m/w/d) für den Bereich Wasser/Abwasser Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in oder Physiker*in (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*innen (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Senior Datacenter Engineer / Elektroingenieur (m/w/d) - Fokus Infrastruktur & Systemstabilität noris network AG
Nürnberg Zum Job 
Landkreis Grafschaft Bentheim-Firmenlogo
Klimaschutzkoordinator*in (m/w/d) Landkreis Grafschaft Bentheim
Nordhorn Zum Job 
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektleiter / Bauleiter (m/w/d) Netzbau und Anlagenbau Strom Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG-Firmenlogo
Ingenieur Messstellenbetrieb Erdgas, Wasser und Wärme (w/m/d) Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
Frankfurt am Main Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenbau - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
Gemeinde Pullach i. Isartal-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/d) für den technischen Bauunterhalt Gemeinde Pullach i. Isartal
Pullach i. Isartal Zum Job 
Aarsleff Rohrsanierung GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Aarsleff Rohrsanierung GmbH
Röthenbach Zum Job 
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck Zum Job 
HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Abteilungsleitung Kläranlage Prozessführung Abwasser (m/w/d) HAMBURG WASSER
Hamburg Zum Job 
TechnoCompound GmbH-Firmenlogo
Produktionsingenieur:in (m/w/d) TechnoCompound GmbH
Bad Sobernheim Zum Job 
Messe Berlin GmbH-Firmenlogo
Teamleiter:in (m/w/d) Einkauf für Bau- und Planungsleistungen Messe Berlin GmbH
Klinikum Leverkusen Service GmbH-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/d) für das Bauprojektmanagement Klinikum Leverkusen Service GmbH
Leverkusen Zum Job 
Ruhrbahn GmbH-Firmenlogo
Referent (w/m/d) Multiprojektmanagement Ruhrbahn GmbH
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Projektleitung Großprojekte Wasserwerke (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 

Deutschlands längster Eisenbahntunnel soll Erzgebirge durchstoßen

Zweifel haben sich bestätigt

Bereits im Jahr 2024 äußerte Hermann Zweifel, ob der Zeitplan für die verbleibenden Arbeiten einzuhalten ist. Er vermutet, dass der Termin für die Eröffnung unsicher ist, insbesondere nachdem die Bahn kürzlich Probleme bei der Digitalisierung des Knotenpunkts eingestanden hat.

Über ein Jahr nach dieser Aussage ist tatsächlich genau das eingetroffen. Im November 2025 wurde die Eröffnung von Stuttgart 21 zum wiederholten Male verschoben. Und genau die Digitalisierung wird als Ursache angegeben.

Hermann warnt vor einem möglichen holprigen Start und betont die Wichtigkeit, dass der Bahnhof von Anfang an einwandfrei funktionieren muss. Ein schlechter Start wäre nach vielen vorangegangenen Problemen nicht hinnehmbar. (dpa/hoc)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.