Tunnelbau 12.05.2026, 14:00 Uhr

Fehmarnbelt: Erstes Element des längsten Absenktunnels der Welt installiert

Fehmarnbelt-Tunnel: Erstes 73.500-t-Element des längsten Absenktunnels der Welt installiert – ein Meilenstein für Europas Mega-Infrastrukturprojekt.

Fehmarnbelt-Tunnel-Baustelle Absenkunge erstes Teil

Im Mai 2026 startet die Absenkung der Tunnelelemente zur Querung des Fehmarnbelts.

Foto: Sund & Bælt Holding A/S

Ein Meilenstein für eines der größten Infrastrukturprojekte Europas ist erreicht: Im Fehmarnbelt wurde das erste Tunnelelement des künftigen Absenktunnels zwischen Deutschland und Dänemark installiert. Der Tunnel soll nach seiner Fertigstellung der längste Absenktunnel der Welt sein.

„Das Absenken des ersten Tunnelelements ist eine historische Leistung“, kommentierte Apostolos Tzitzikostas, EU-Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus. „Die Welt schaut zu, während sich hier europäische Ingenieurkunst von ihrer allerbesten Seite zeigt.“

Wie die Querung entsteht

Mit dem Einbau des ersten Elements beginnt eine neue Phase beim Bau der festen Fehmarnbelt-Querung. Das gewaltige Betonelement wurde von der Produktionsstätte im dänischen Rødbyhavn zur vorgesehenen Position auf See transportiert und dort präzise abgesenkt.

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Jedes der Tunnelelemente ist rund 217 m lang, 42 m breit und 9 m hoch. Sie sind jeweils an beiden Enden wasserdicht verschlossen und mit Luft gefüllt. Die Elemente sind in fünf Röhren unterteilt – zwei für die künftige Autobahn, zwei für die Eisenbahn und eine für technische Installationen. Da die Straßentunnelröhren breiter und schwerer sind als die Eisenbahnröhren, ist die äußere Eisenbahnröhre mit temporären Wasserkammern ausgestattet, die sicherstellen, dass das Element während des Absenkens vollständig waagerecht im Wasser liegt.

Die Absenkung des ersten Tunnelelements dauerte rund 14 Stunden. Foto: Sund & Bælt Holding A/S

Zweiteiliges Spezialschiff senkt 78.000-t-Element auf durchschnittlich 30 m Tiefe ab

Das Spezialschiff IVY besteht aus zwei Pontons: IVY 1 & 2, die jeweils mit einem Ende des Tunnelelements verbunden sind. Die Schiffsteile halten das Tunnelelement wie Klammern und geben ihm zusätzlichen Auftrieb. Das Eigengewicht von 73.500 t ist für das luftgefüllte Element aber noch zu wenig, um ganz auf den Meeresboden abzusinken. Daher wurden temporär weitere 4500 t Ballastbeton eingebaut, die für den Transport mit zusätzlichen Pontons kompensiert werden mussten. Das Bauteil sollte schließlich bis zur Baustelle schwimmen und erst dann absinken.

„Das ist ein sehr komplexes Manöver, das in dieser Größenordnung noch nie durchgeführt wurde“, sagt Lasse Vester, stellvertretender Vertragsdirektor bei Sund & Bælt und zuständig für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels.

Die Elemente dieses Tunnels sind sowohl länger, schwerer als auch breiter als die bei Vorgängerprojekten und die erste Absenkung hat rund 14 Stunden gedauert. Vester: „Wir werden im Fehmarnbelt auch in deutlich tieferem Wasser arbeiten.“ Die durchschnittliche Wassertiefe des Tunnels liegt bei 30 m. Das ist doppelt so viel wie beim Bau der Öresundverbindung zwischen Kopenhagen und Malmö mit annähernd 15 m.

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In den kommenden Jahren werden die weiteren Elemente nacheinander abgesenkt und im ausgehobenen Tunnelgraben bis maximal 40 m unter der Meeresoberfläche miteinander verbunden. Mit 18 km Länge wird der Fehmarnbelt-Tunnel – Stand 2026 – der längste Absenktunnel der Welt sein. 

Bahn-Reisezeit halbiert sich: Hamburg – Kopenhagen in 150 min

Wenn der Tunnel fertiggestellt ist, wird man den Fehmarnbelt in 10 min mit dem Auto und in 7 min mit dem Zug queren können. Dank des Tunnels soll die Bahnfahrt künftig nur noch 2,5 Stunden dauern statt bisher 5 Stunden.  

Das zweiteilige Spezialschiff IVY senkte das erste Tunnelbauteil perfekt balanciert in einem ausgehobenen Kanal auf den Meeresgrund ab. Foto: Sund & Bælt Holding A/S

Ein Beitrag von:

  • Fabian Kurmann

    ist Redakteur für Bauthemen. Nach einem Studium der Physik volontierte er bei den VDI nachrichten. Seine Themen umfassen zudem Architektur und Stadtplanung.

     

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