30.10.2025, 11:00 Uhr

Porsche-Tochter baut Automotive-Rundzellenfertigung Software-definiert auf

Während die Automobilindustrie den Trend zum Software-definierten Fahrzeug erst spät aufgegriffen hat, soll das in der Fertigung anders sein. Porsche wird Vorreiter beim „Software-Defined Manufacturing“

Rundzellen wie diese fertigt das Joint Venture von Porsche und Varta „V4Smart“ . Durch den Ansatz des „Software-Defined Manufacturing“ läuft die Produktin hochflexibel. Foto: Smarterpix/niknikpo

Rundzellen wie diese fertigt das Joint Venture von Porsche und Varta „V4Smart“ . Durch den Ansatz des „Software-Defined Manufacturing“ läuft die Produktin hochflexibel.

Foto: Smarterpix/niknikpo

Für das im März 2025 neu gegründete Joint Venture von Porsche und Varta „V4Smart“ war klar: Ihre erste deutsche Automotive-Rundzellenfertigung in Serie soll vollständig digitalisiert sein und aus der Cloud betrieben werden.  Zusammen mit der darauf spezialisierten Porschetochter MHP wurde dazu bereits vor der Gründung die komplette IT-Architektur nach dem Prinzip „Software-Defined Manufacturing“ aufgesetzt.

Nach Unternehmensangaben dauerte das gerade einmal zehn Monate. Um die Innovationsfähigkeit hochzuhalten und dabei gleichzeitig die Effizienz zu steigern, setzt V4Samrt auf flexible, softwaregesteuerte Produktionsprozesse. Die können schnell an neue Anforderungen angepasst werden.

Software-Defined Manufacturing: Das steckt dahinter

Als Software-definiert gelten Produkte und Lösungen, bei denen die Software von der Hardware entkoppelt wurde. Starre Strukturen werden damit durch flexible Netzwerke ersetzt. Für die Fertigung bedeutet das: Digitale Funktionen, die in den vergangenen Jahren in Fertigungssteuerungen integriert wurden und dort zur Bildung von Datensilos führten, werden nun von übergeordneten Systemen übernommen. Ausnahme bleiben aber Prozesse, die an der Maschine innerhalb von Millisekunden erfolgen müssen.

Für Federico Magno, Group CEO bei MHP, hat der Ansatz Vorbildcharakter: „Das Projekt zeigt, wie digitale Zwillinge die Produktion auf ein Topniveau von Innovation, Performance, Agilität und Effizienz heben. Die Verfügbarkeit von Daten aus der digitalen Fabrik ermöglicht eine präzise, zielgerichtete Steuerung des Produktionsanlaufs – ohne Kompromisse bei Qualität oder Geschwindigkeit.“

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V4Smart und Porsche Werkzeugbau konzipierten Fertigung von Anfang an Software-definiert

Von Vorteil war dabei, dass die Produktionsline quasi auf der grünen Wiese geplant werden konnte. Im Mittelpunkt stand dabei die von V4Smart und der Porsche Werkzeugbau Gruppe neu konzeptionierte Linie in Nördlingen. Darauf werden inzwischen hochleistungsfähige Li-Ionen-Rundzellen gefertigt.

Nach Unternehmensanageben wurde die Fertigung innerhalb eines Jahres entwickelt und installiert ‒ also verhältnismäßig schnell.  Als erste Serien-Rundzellenfertigung in Europa erreiche diese Fertigung eine Ausbringung von 80 Batteriezellen pro Minute. Dafür musste zunächst die passende technische Infrastruktur dahinter geschaffen werden.

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Walter Heibey, Partner bei MHP und Lead-Architekt für das Projekt, erklärt dazu: „Im Projekt hat die konsequente Umsetzung einer Cloud-only-Lösung wesentlich zur Projektbeschleunigung beigetragen. Dadurch konnte der Ansatz eines Software-Defined Manufacturings seinen Mehrwert schnell und zielgerichtet entfalten.“

Mit der Integration von SAP S/4HANA Public Cloud und SAP DM (Digital Manufacturing) konnten demnach die erforderlichen Prozesse für Produktion, Logistik und Qualität voll digitalisiert zur Verfügung gestellt werden. Über eine moderne Datenarchitektur – das auf AWS-Lösungen basierende sogenannte Lakehouse  – werden laut Heibey, „mit der Inbetriebnahme alle Datenpunkte jeder Zelle in Echtzeit überwacht und damit die Qualität der Zellen sichergestellt.“

Hohe Datenqualität dank  Software-Defined Manufacturing

Lutz Kramer, CEO bei V4Smart, lobt: „Innerhalb kürzester Zeit konnte MHP gemeinsam mit V4Smart und Porsche die Datenqualität so weit erhöhen, dass der Übergang in die Serienproduktion möglich war.“

Um den Durchsatz von 80 Batteriezellen pro Minute wurde dazu eine automatisierte Überwachung der Datenqualität implementiert. „Die große Menge an Daten in hoher Qualität innerhalb kurzer Zeit erlaubt es V4Smart, den Fertigungsprozess in Echtzeit zu überwachen und zu steuern sowie digitalen Ausschuss zu vermeiden“, hebt er hervor.

Schon wenige Wochen nach Produktionsbeginn sei V4smart damit in der Lage gewesen, seine Produktion mit hochpräzisen Datenanalysen zu steuern. Im April 2025 wurde die Produktion der Batteriezellen für den neuen Porsche 911 Carrera GTS T-Hybrid in Rekordzeit in Betrieb genommen .

Ein Beitrag von:

  • M. Ciupek

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