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Humanoider Haushaltsroboter Neo: Vorverkauf startet

29. Oktober 2025

Humanoider Haushaltsroboter Neo: Vorverkauf startet
2026 will 1X die ersten Modelle seines Roboters „Neo“ ausliefern. Foto: 1X
Das norwegisch-amerikanische Unternehmen 1X hat die Vorbestellungen für seinen Haushaltsroboter „Neo“ gestartet. Für 20.000 US-Dollar soll das Gerät ab 2026 Wäsche falten und aufräumen. Alternativ gibt es ein Abo-Modell für 499 Dollar monatlich.
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Aus Ankündigung wird Realität: Das norwegisch-amerikanisch Unternehmen 1X hat gestern (28. Oktober) die Vorbestellungen für seinen humanoiden Haushaltsroboter Neo gestartet. Das Gerät basiert auf dem zuvor als „Neo Gamma“ angekündigten Prototypen.

Für 20.000 US-Dollar können Interessierte das Modell ab sofort reservieren – die ersten Auslieferungen sollen 2026 in den USA beginnen. Alternativ bietet 1X ein Abo-Modell für 499 Dollar pro Monat an, das zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar sein soll. Eine globale Expansion ist für 2027 geplant.

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Inhaltsverzeichnis

Integriertes LLM

Technisch hat Neo deutliche Fortschritte gemacht: Mit nur 30 kg Eigengewicht kann der Roboter laut Hersteller bis zu 68 kg heben. Dabei arbeite er mit 22 Dezibel leiser als ein moderner Kühlschrank. Das Tendon-Drive-System mit drehmomentstarken Motoren soll sanfte und sichere Bewegungen ermöglichen. Der Haushaltsassistent verfügt zudem über ein integriertes Large Language Model (LLM) und kann dank Audio- und Visual Intelligence auf Sprachbefehle reagieren sowie Objekte in seiner Umgebung erkennen.

Mit der „Chores-App“ können Nutzer dem Roboter neue Aufgaben zuweisen – vom Wäschefalten über das Aufräumen bis zum Öffnen von Türen. Für neue, noch unbekannte Tätigkeiten können Besitzer dabei einen „1X Expert“ buchen, der Neo aus der Ferne anleitet und ihm so neue Fähigkeiten beibringt. Mit jedem Software-Update soll der Roboter weitere Skills erlernen.

Erste Ankündigung als „Neo Gamma“ im März

Gegenüber dem Nachrichtenportal TechCrunch hatte 1X-CEO Bernt Børnich auf der Nvidia GTC 2025 im März dieses Jahres angekündigt: „Neo Gamma kommt dieses Jahr in die Haushalte.“ Demnach plante das Unternehmen mit Sitz in Palo Alto, Kalifornien bis Ende 2025 erste Tests seines neuen humanoiden Robotermodells Neo Gamma. Diese wollte das Unternehmen  in „ein paar Hundert bis ein paar Tausend“ Haushalten durchführen. Das im Februar vorgestellte Nachfolgemodell des Neo Beta verfügt laut Hersteller über ein verbessertes KI-Modell. Es ist der erste zweibeinige Roboterprototyp, den 1X außerhalb des Labors testen will.

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Das Unternehmen möchte, dass der Roboter unter Menschen lebt und von ihnen lernt. „Um das zu erreichen, brauchen wir Menschen, die Neo mit in ihr Haus nehmen und uns helfen, ihm beizubringen, wie es sich verhalten soll“, sagte Børnich im Interview.

Damit unterscheidet sich 1X von anderen Herstellern, die ihre humanoiden Roboter zunächst vor allem in Laboren und professionellen Einsatzbereichen wie Automobilfabriken erproben. Beispiele sind der US-Hersteller Figure und Automobilhersteller BMW sowie die chinesische Firma UBtech und Elektroautobauer Nio. Auch Mercedes-Benz investiert Millionen in humanoide Roboter von Apptronik.

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Humanoider Roboter „Neo“ soll Daten in privaten Haushalten sammeln

Mit dem Fokus auf private Haushalte hebt sich 1X von den Wettbewerbern ab. Gleichzeitig räumte Børnich in dem Interview ein, dass Neo noch weit von einer kommerziellen Skalierung und Autonomie entfernt ist. Zwar nutzt der Roboter bereits KI zum Gehen und Balancieren, dennoch ist er noch nicht fähig, komplett autonom mit seiner Umgebung zu interagieren. Wie auch bei medizinischen Operationsrobotern üblich, setzt 1X bisher auf Teleoperatoren. Dabei steuern Menschen den Roboter aus der Ferne.

Mit den Praxistests wollte 1X Daten darüber sammeln, wie der Neo Gamma im Haushalt funktioniert. Die ersten Anwendungen sollen X1 zusätzliche Daten liefern. Das ist wichtig, um interne KI-Modelle zu trainieren und die Fähigkeiten von Neo Gamma weiter zu verbessern. Denn obwohl 1X von ChatGPT-Entwickler Open AI unterstützt wird, trainiert das Unternehmen laut Børnich seine KI-Kerntechnologie heute selbst. Gleichzeitig hat Open AI beim US-Patent- und Markenamt (USPTO) einen neuen Antrag auf Markenschutz für weitere Produkte wie humanoide Roboter gestellt.

Mehr als schon bei vernetzten Staubsaugrobotern stellt sich die Frage, welche Informationen die Mikrofone und Sensoren des Roboters aus dem privaten Haushalten an den Hersteller schicken. Gegenüber TechCrunch erklärte ein Unternehmenssprecher von 1X zu solchen Datenschutzbedenken: Der Kunde könne entscheiden, wann ein 1X-Mitarbeiter die Umgebung von Neo Gamma sehen darf. Das könne beispielsweise zur Überprüfung der Technik oder zur Teleoperation geschehen.

Gefährdungsbeurteilung bleibt die größte Hürde für den Einsatz humanoider Roboter

Wie weit der Weg zum fertigen Produkt sein kann, zeigt die Entwicklung autonomer Fahrzeuge. Hier gibt es zwar auch ständig Weiterentwicklungen. Dennoch ist deren Autonomie in der Praxis aus Sicherheitsgründen noch immer stark begrenzt. Eine Straßenzulassung müssen Hersteller von Robotern zwar nicht beantragen. Doch gilt es auch in Privathaushalten die Menschen vor Verletzungen durch Roboter zu schützen.

„Die Umsetzung in der Produktion ist bei einer Gefährdungsbeurteilung weit einfacher“, zeigt sich beispielsweise Alexander Mühlens, Leiter des Geschäftsbereichs „Automatisierungstechnik und Robotik“ bei Igus in Köln überzeugt. Sein Unternehmen hat gerade einen humanoiden Roboter auf Rollen vorgestellt. Im eigenen Unternehmen sieht Mühlens dafür beispielsweise Aufgaben im Empfangsservice, bei der Postzustellung und auch in der Produktion. Der Roboter, den Igus „Iggy Rob“ getauft hat, soll dort zum Beispiel Blechteile in Pressen legen oder Bauteile aus Spritzgussmaschinen handhaben.  „Test before invest“, lautet dazu das Motto des Roboterexperten.

Auch Einsätze in der Gastronomie kann sich Mühlens zwar vorstellen, beispielsweise das Abräumen von Tischen. Schnell ist er dann aber wieder bei der Gefährdungsbeurteilung: „Wie sieht es dann mit der Handhabung von Messern aus?“



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