3D-Drucker 11.04.2025, 13:30 Uhr

Wie Japan den Bau von Bahnhofsgebäuden automatisiert

Mit Hilfe von 3D-Druck und Fertigteilen automatisiert ein japanisches Eisenbahunternehmen den Bau von kleinen Bahnhofsgebäuden. Ein Vorbild für andere?

Japans Turbo-Bahnhof: gedruckt, geliefert, aufgebaut. Foto: picture alliance/dpa/Jiji Press

Japans Turbo-Bahnhof: gedruckt, geliefert, aufgebaut.

Foto: picture alliance/dpa/Jiji Press

Ein Bahnhofsgebäude in 6 Stunden bauen? In der Zeit, bevor der letzte Zug am späten Abend abfährt und der erste Zug am Morgen kommt – das ist in Japan möglich, sagen die Japaner, und sie machen es einfach.

In einem ländlichen Ort wurde ein neues Bahnhofsgebäude gebaut, um einen alten Holzbau zu ersetzen, der mehr als 75 Jahre lang genutzt wurde. Die Teile des neuen Gebäudes wurden anderswo mit 3D-Druckern hergestellt und dann vor Ort zusammengebaut. Laut den Betreibern der West Japan Railway Company ist dies ein Weltrekord. Der Bau hätte auf herkömmliche Weise mehr als zwei Monate gedauert und doppelt so viel gekostet.

Auch in Deutschland lassen sich ähnliche Gebäude in kurzer Zeit aufbauen

Zug fährt ab – und da steht ein neuer Bahnhof

Nachdem der letzte Zug um 23:57 Uhr abgefahren war, starteten die Arbeiter mit dem Bau des neuen Bahnhofsgebäudes. Das neue Gebäude, etwas mehr als 9 Quadratmeter groß, wurde fertiggestellt, bevor der erste Zug um 5:45 Uhr ankam. Es ist ein schlichtes, weißes Gebäude, das Designs von Mandarinen und Schwertfischen zeigt, die Spezialitäten aus Arida sind.

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In weniger als sechs Stunden setzten sie die vier vorgefertigten Teile aus speziellem Mörtel zusammen. Diese wurden auf Lastwagen geliefert, und ein großer Kran hob jedes Teil an seinen Platz, nur wenige Meter vom alten Bahnhof entfernt. Im Juli soll das Gebäude dann auch genutzt werden. Technische Dinge im Inneren des Neubaus müssen noch installiert werden, so die „New York Times“.

„Es ist erstaunlich zu sehen, wie schnell die Arbeit voranschreitet, etwas, das mit normalem Bau nicht möglich wäre“, sagte Yui Nishino. „Ich hoffe, dass sie mit der 3D-Drucktechnologie noch mehr Gebäude bauen können.“ – zitiert die NYT Yui Nishino, die den Bahnhof jeden Tag für ihren Weg zur Universität nutzt. Sie sei überrascht gewesen, als sie zum ersten Mal hörte, dass hier das weltweit erste 3D-gedruckte Stationsgebäude gebaut werden sollte.

In nur sechs Stunden entsteht aus 3D-gedruckten Bauteilen ein kompletter Bahnhof. Foto: picture alliance/dpa/Jiji Press

In nur sechs Stunden entsteht aus 3D-gedruckten Bauteilen ein kompletter Bahnhof.

Foto: picture alliance/dpa/Jiji Press

Der Druck dauerte sieben Tage

Nach Angaben des Unternehmens dauert es allerdings nicht sechs Stunden, sondern sieben Tage, um die Teile zu drucken und mit Beton zu verstärken. Serendix, das Bauunternehmen, das mit der West Japan Railway an dem Projekt gearbeitet hat, erklärte, dass der Druck in einer Fabrik in der Präfektur Kumamoto auf der südwestlichen Insel Kyushu erfolgte. Am Morgen des 24. März verließen die Teile die Fabrik und wurden etwa 800 Kilometer nordöstlich per Straße zum Hatsushima-Bahnhof transportiert.

„Wir glauben, dass die Bedeutung dieses Projekts darin liegt, dass die insgesamt benötigte Anzahl an Arbeitskräften deutlich reduziert wird“, wird Ryo Kawamoto, Präsident von JR West Innovations in den Medien zitiert.

Das Holzgebäude, das der neue Bahnhof ersetzen wird, wurde 1948 fertiggestellt. Seit 2018 ist es automatisiert, wie viele kleinere Bahnhöfe in Japan.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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