Seit dem Jahr 2002 stand das ehemalige Schulgebäude an der Kampstraße in Marl leer. Seine Architektur ist geprägt von klaren Linien, funktionaler Strenge und städtebaulichem Anspruch. Nun, Jahrzehnte später, wird dem Gebäude neues Leben eingehaucht. Mit dem Projekt „Marschall 66“ entsteht ein multifunktionales Kultur- und Erlebniszentrum, in das 2026 auch das städtische Skulpturenmuseum aus dem Rathaus einziehen soll. Der Name erinnert an den Architekten und Stadtplaner Günther Marschall, der maßgeblich an der Entwicklung der Stadt beteiligt war, sowie an das Baujahr des Gebäudes, 1966.

Eine neue Kulturstätte entsteht
Den Umbau verantwortet das Architekturbüro Feja + Kemper aus Recklinghausen. Das Projekt ist Bestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts ISEK 2030+, mit dem die Stadt Marl ihre Mitte funktional, sozial und gestalterisch neu aufstellen will. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Grimme-Institut werden neben dem Skulpturenmuseum, die Stadtbibliothek, eine Kleinkunstbühne, das Museumscafé sowie Angebote der Volkshochschule und Musikschule unter einem Dach zusammengeführt. So entsteht ein neuer Ort, an dem sich Menschen begegnen, gemeinsam lernen, diskutieren und Kultur erleben können. Im Februar 2024 erfolgte der Spatenstich, die Arbeiten werden voraussichtlich im Juni 2026 abgeschlossen.

Substanz mit Potenzial
Voraussetzung: Das Gebäude muss zunächst energetisch saniert werden. Vor allem sollte die alte Bausubstanz einen wohligen Wärmeschutz erhalten. Da die Außenfassade aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten bleiben muss, kam dabei nur eine energetische Ertüchtigung von innen infrage. Aufgrund seiner bauphysikalisch sicheren Eigenschaften fiel die Wahl hierbei auf die hochleistungsfähige Innendämmung Foamglas T3+. Insgesamt wurden 700 m2 Wandflächen mit 80 mm starken Foamglas Platten ausgestattet. Weitere 430 m2 wurden in Fensterlaibungen sowie Unterzügen mit 40 mm starken Platten gedämmt.

Millionen mikroskopisch kleine Glaszellen machen dicht von innen
Gerade bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden mit unbekannter oder inhomogener Feuchtebelastung sowie bei denkmalgeschützten Fassaden stellt die Wahl eines dampfdichten Innendämmsystems oft eine sichere Lösung dar, teilt die Deutsche Foamglas GmbH in einer aktuellen Meldung mit. Foamglas T3+ soll hierfür bauphysikalisch verlässliche Eigenschaften bieten: Es besteht aus Millionen mikroskopisch kleiner, hermetisch verschlossener Glaszellen. Diese geschlossenzellige Struktur macht den Schaumglas-Dämmstoff vollständig diffusionsdicht – Feuchtigkeit oder Ausdünstungen können weder in das Mauerwerk eindringen noch ins Gebäudeinnere gelangen. So wird das Risiko von Tauwasserbildung minimiert und die bestehende Bausubstanz dauerhaft geschützt.

Druckfest, maßhaltig und dauerhaft
Ein weiterer Vorteil von Foamglas T3+ ist seine mechanische Belastbarkeit, denn die Schaumglasplatten weisen eine charakteristische Druckfestigkeit von mindestens 500 kPa auf. Dies war in Marl vor allem im Bereich der Fensterlaibungen und der zahlreichen Wandanschlüsse wichtig. Hier muss die Dämmung auch punktuellen Belastungen standhalten, etwa durch mechanische Beanspruchung bei der Nutzung oder durch spätere bauliche Anpassungen. Auch die Formstabilität des Dämmstoffs erwies sich bei der Verarbeitung als vorteilhaft. Foamglas T3+ verändert laut dem Hersteller weder unter Temperatureinfluss noch bei Feuchteeinwirkung seine Form. Das Material bleibt dauerhaft maßhaltig und erlaubt so eine präzise Verarbeitung – selbst auf unebenen oder verwinkelten Wandflächen, wie sie bei Bestandsgebäuden häufig vorkommen. Die gewählte Plattengröße von 60 x 45 cm habe zudem einen zügigen Baufortschritt bei gleichzeitig hoher Ausführungsqualität gewährleistet.

Wenn schon dämmen, dann brandschutzgerecht
Bei der Sanierungsplanung spielte auch das Thema Brandschutz eine zentrale Rolle. Das neue Kulturzentrum wird künftig von vielen Menschen genutzt. Daraus ergeben sich besonders hohe Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz. Foamglas T3+ ist nichtbrennbar und erfüllt die Anforderungen der höchsten Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13501-1. Im Brandfall verhindert das Material die Entstehung von Rauch und toxischen Gasen sowie die Ausbreitung von Feuer über die Dämmschicht. Die Wahl des nichtbrennbaren Innendämmsystems von Foamglas schafft entsprechend zusätzliche Sicherheit und erfüllt die hohen Anforderungen an den Personenschutz.

Einfache Handhabung
Neben den bauphysikalischen Vorteilen stand in Marl auch eine praktische Verarbeitung im Fokus. Vor der Montage wurden schadstoffbelastete Bereiche sorgfältig vorbehandelt, um eine sichere und dauerhafte Haftung zum Untergrund zu gewährleisten. Anschließend konnte die Innendämmung direkt auf das bestehende Mauerwerk aufgebracht werden. Im Vergleich zu anderen Systemen reduziert das Material die planerische Komplexität erheblich: Es benötigt weder eine zusätzliche Dampfbremse noch eine kapillaraktive Ausgleichsschicht und stellt keine besonderen Anforderungen an die raumseitige Oberfläche. Für den weiteren Ausbau wurden die Dämmelemente größtenteils mit Gipskartonplatten beklebt oder – je nach Bereich – mit Gipsputz beschichtet.

Ökologisch und dauerhaft
Foamglas T3+ punktet neben seinen technischen Eigenschaften auch ökologisch. Der Dämmstoff verwendet Glasscherben als Rohstoff in Kombination mit neuem Glas. Zudem ist er anorganisch – er enthält keine brennbaren Bestandteile, keine organischen Bindemittel und keine Treibmittel. Diese Zusammensetzung macht das Material unverrottbar und chemisch beständig. Für ein Gebäude wie das Marschall 66, das nun auf viele weitere Jahrzehnte kultureller Nutzung vorbereitet wird, ist diese Dauerhaftigkeit von hoher Bedeutung. Die Dämmung leistet somit einen langfristigen Beitrag zur Betriebssicherheit und Werterhaltung des Gebäudes und unterstützt damit die Nachhaltigkeitsziele der ressourcenschonenden Stadtentwicklung ISEK 2030+.

Schaumglas schützt
Das Fazit: Der Schaumglas-Dämmstoff vereint die Eigenschaften, die für die Anforderungen im Denkmalbereich essenziell sind. Die historische Substanz konnte bewahrt werden, während im Inneren ein energetisch wirksamer Aufbau realisiert wurde, der dauerhaft vor Feuchte, Wärmeverlusten und Brandschutzrisiken schützt. Foamglas T3+ trägt somit nicht nur zur Einhaltung heutiger Effizienzstandards bei, sondern sichert auch langfristig die Nutzung des Gebäudes. Durch den Umbau wird aus einem in die Jahre gekommenen Schulgebäude ein lebendiger Ort der Begegnung und Teilhabe. Und ab Mitte 2026 heißt es dann: Bühne frei für ein facettenreiches Veranstaltungsprogramm der städtischen Kunstszene.
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