Anzeige

Resilienz statt Idealismus – Energiesicherheit überholt Klimaziele

28. Oktober 2025

Während die Welt auf die Klimakonferenz COP30 (10. bis 21. November 2025) in Brasilien blickt, verschiebt sich offenbar global der Fokus der Energiepolitik. Eine internationale Studie von Siemens Smart Infrastructure zeigt: Nationale Unabhängigkeit und Resilienz gelten mittlerweile als entscheidende Voraussetzungen für die Energiewende – und haben den Klimaschutz…
Anzeige
Anzeige


Während die Welt auf die Klimakonferenz COP30 (10. bis 21. November 2025) in Brasilien blickt, verschiebt sich offenbar global der Fokus der Energiepolitik. Eine internationale Studie von Siemens Smart Infrastructure zeigt: Nationale Unabhängigkeit und Resilienz gelten mittlerweile als entscheidende Voraussetzungen für die Energiewende – und haben den Klimaschutz als Leitmotiv vieler Strategien überholt. Der „Infrastructure Transition Monitor 2025“, für den 1 400 Führungskräfte und Regierungsvertreterinnen und -vertreter aus 19 Ländern befragt wurden, zeigt einen klaren Trend: Energiesicherheit steht erstmals an der Spitze staatlicher Prioritäten, nachdem sie noch 2023 auf Rang 3 lag. Geopolitische Spannungen, volatile Märkte und unsichere Lieferketten haben das Bewusstsein für Risiken geschärft. Regierungen wollen verhindern, dass Energie zum politischen Druckmittel wird – und investieren daher verstärkt in Unabhängigkeit, Vorsorge und regionale Versorgung.

„Der Infrastrukturwandel tritt in eine neue Phase ein, in der die nationalen Ziele der Energiesicherheit wichtiger sind als die globale Zusammenarbeit zur Dekarbonisierung. Angesichts zunehmender Klima- und Energieherausforderungen ist Resilienz keine Option, sondern Notwendigkeit“, sagt Matthias Rebellius, Vorstandsmitglied der Siemens AG und CEO von Smart Infrastructure. Laut Rebellius spielt Künstliche Intelligenz (KI) dabei eine Schlüsselrolle. Sie ermögliche es, komplexe Energiesysteme effizient zu steuern, die Stabilität erneuerbarer Netze zu sichern und den Übergang zu sauberer Energie digital zu beschleunigen.

Die globale Transformation nähert sich regionaler Verantwortung an

Mehr als drei von fünf Befragten (62 %) gehen davon aus, dass zukünftige Energiesysteme stärker auf regionale Produktion und Speichertechnologien setzen werden. Der Glaube an offene Weltmärkte für Energie sinkt. Stattdessen rücken Netzausbau, Speicherkapazitäten und dezentrale Versorgung in den Mittelpunkt nationaler Strategien.

Bereits mehr als die Hälfte der Führungskräfte bewertet die eigene Energiestruktur als „resilient“ oder „weit entwickelt“ – ein deutlicher Hinweis darauf, dass viele Staaten ihre Infrastrukturpolitik neu ausrichten. Energieunabhängigkeit wird nicht mehr als Gegensatz zum Klimaschutz verstanden, sondern als dessen Voraussetzung.

Lesen Sie ebenfalls: Negative Emissionen: Chance für die Abfallwirtschaft

Gleichzeitig nimmt das Vertrauen in die Erreichbarkeit globaler Klimaziele spürbar ab. Nur noch 37 % der Befragten glauben, ihre Dekarbonisierungsziele bis 2030 zu erreichen – ein deutlicher Rückgang gegenüber 44 % im Jahr 2023. Mehr als die Hälfte rechnet sogar mit steigenden Investitionen in fossile Energien in den kommenden zwei Jahren.

Diese Entwicklung spiegelt ein neues Realismusverständnis wider: Statt großer internationaler Abkommen prägen nationale Energie- und Sicherheitsinteressen die Agenda. Siemens sieht darin kein Widerspruch, sondern eine Chance, Klimaschutz und Versorgungssicherheit gemeinsam zu denken.

Energiesicherheit: Digitalisierung als Schlüssel zur Widerstandsfähigkeit

Trotz der politischen Verschiebung bleibt der technologische Fortschritt der entscheidende Hebel. In der Studie rangiert Digitalisierung als zweitwichtigster Faktor für den Erfolg der Energiewende – direkt hinter dem Ausbau von Energiespeichern.

Zwei Drittel der Befragten (66 %) schreiben der KI den größten positiven Einfluss auf die Stabilität kritischer Infrastrukturen zu. Knapp 60 % setzen KI bereits gezielt ein, um industrielle Prozesse zu dekarbonisieren oder Stromflüsse in Echtzeit zu optimieren.

Die Siemens-Studie sieht darin einen Wendepunkt: Digitale Technologien machen Energiesysteme nicht nur effizienter, sondern auch robuster. Intelligente Netze, automatisierte Steuerung und datenbasierte Prognosen können Engpässe verhindern und Schwankungen bei der Energieerzeugung ausgleichen – eine Grundvoraussetzung, um Versorgungssicherheit und Klimaschutz miteinander zu verbinden.

Lesen Sie auch: Schritte zum softwaregestützten Energiemanagementsystem im Betrieb

Ohne Resilienz drohen Rückschläge

Mit Blick auf die bevorstehende Klimakonferenz bewertet Siemens die Ergebnisse als Warnsignal. Wenn Resilienz nicht integraler Bestandteil nationaler Strategien werde, drohten Rückschläge sowohl wirtschaftlicher als auch ökologischer Art. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Entscheiderinnen und Entscheider Netzinvestitionen, Digitalisierung und Klimaziele konsequent miteinander verzahnen.

„Es geht nicht mehr darum, ob Staaten resiliente Energiesysteme aufbauen, sondern wie schnell“, betont Rebellius. Je früher man Sicherheit und Nachhaltigkeit als gemeinsame Aufgabe begreife, desto stabiler werde der Weg zur Dekarbonisierung.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

03.10.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

03.10.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

03.10.2026
Essen
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

03.10.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

03.10.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

03.10.2026
Stuttgart
Junior Bauüberwacher:in Oberbau / Konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Köln
Senior Ingenieur:in Leit- und Sicherungstechnik im Großprojekt Rhein-Ruhr-Express (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Duisburg
Junior Bauingenieur:in als Bezirksleiter:in Fahrbahn (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Aachen, Bonn, Köln, Troisdorf
Projektleiter (m/w/d) Industriebau
MEGGLE GmbH & Co. KG

03.10.2026
Wasserburg
Projektingenieur Elektrotechnik (w/m/d)
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

03.10.2026
Frankfurt am Main
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

04.10.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

04.10.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

04.10.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

04.10.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

04.10.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

04.10.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

04.10.2026
Lübeck
Bauleiter (m/w/d) Rohrsanierung / Kanalsanierung
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG

04.10.2026
München, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg, Regensburg
Vertriebsingenieur / Projektingenieur (m/w/d) im Außendienst – Südbayern
DEPRAG SCHULZ GMBH u. CO. KG

04.10.2026
verschiedene Einsatzorte

Weitere Artikel



Events des Monats



Anzeige
Anzeige