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Resiliente, nachhaltige ­Wertschöpfung – vom Anspruch zur Methode

03. März 2026

Das ist der eigentliche Fortschritt, den die Beiträge dieser Ausgabe markieren: Nachhaltigkeit wird zunehmend operationalisierbar. Sie verlässt den Bereich strategischer Absichtserklärungen und wird zur konkreten Gestaltungsaufgabe, und zwar entlang des gesamten Produktlebenszyklus, von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zur Rückführung in den Kreislauf. Besonders deutlich wird das am…
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Das ist der eigentliche Fortschritt, den die Beiträge dieser Ausgabe markieren: Nachhaltigkeit wird zunehmend operationalisierbar. Sie verlässt den Bereich strategischer Absichtserklärungen und wird zur konkreten Gestaltungsaufgabe, und zwar entlang des gesamten Produktlebenszyklus, von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zur Rückführung in den Kreislauf.

Besonders deutlich wird das am Beitrag zur Kreislauffähigkeit im Elektronikdesign: Reparierbarkeit, Rezyklierbarkeit und Materialkritikalität werden nicht länger als ­Nebenkriterien behandelt, sondern in einen regelbasierten Entscheidungsrahmen integriert, der Entwicklern konkrete Variantenentscheidungen ermöglicht. Ähnliches gilt für die Arbeit zu Schleifscheiben aus Schleifvlies-Abfall. Hier wird aus einem schwer trennbaren Industrieabfall durch Upcycling ein funktionsfähiges Produkt. Dies verkörpert Kreislaufwirtschaft als konkretes Fertigungsverfahren statt bloßer Konzeption.

Nachhaltigkeit und Resilienz werden in dieser Ausgabe konsequent zusammen­gedacht. Produktionsnetzwerke müssen heute nicht nur ökologischen Anforderungen ­genügen, sondern auch gegenüber Störungen robust sein. Der Beitrag zur ganzheitlichen Gestaltung globaler Produktionsnetzwerke zeigt, wie sich beide Dimensionen ­systematisch in strategische, taktische und operative Entscheidungen integrieren lassen. Auch Re-Assembly-Fabriken stehen in diesem Spannungsfeld: Sie sind Befähiger einer wertsteigernden Kreislaufwirtschaft, stehen aber vor erheblichen planungsseitigen Unsicherheiten, die der hier vorgestellte Ansatz zur Personalplanung adressiert.

Hinzu kommt die Rolle digitaler Technologien als Enabler nachhaltiger Wertschöpfung. Der digitale Produktpass, der mit der europäischen Ecodesign-Verordnung ­zunehmend verbindlich wird, setzt funktionierende Produktidentifikationssysteme ­voraus. Der Beitrag zu Blockchain-basierten Lösungen zeigt, welche Potenziale und Grenzen die Technologie gerade für fragmentierte, heterogene Lieferketten bietet. Die Twin Transition, also der parallele digitale und nachhaltige Wandel, spiegelt sich auch im Beitrag zur ökonomisch effizienten Anlagenoptimierung wider: Datengetriebene ­Instandhaltung wird hier explizit als Hebel zur Steigerung von Effizienz und Nach­haltigkeit gleichermaßen verstanden.

Die Breite der in dieser Ausgabe versammelten Beiträge, die von der Bauteilebene bis zur Netzwerkebene und von der Zerspanungstechnik bis zur KI-gestützten Qualitätssicherung reicht, zeigt, dass die Produktionstechnik als Disziplin in der Lage ist, Nachhaltigkeit nicht nur zu fordern, sondern zu gestalten. Darin liegt die eigentliche Stärke des Fachgebiets: die Verbindung von technischem Detailwissen und systemischer Perspektive. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Autor
Prof. Dr. techn. Daniel Palm ist Professor für ­Logistikmanagement an der ­Hochschule Reutlingen und Leiter des ­Reutlinger Zentrums Industrie 4.0, einer gemeinsamen Einrichtung mit dem Fraunhofer-Institut für ­Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). 



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