Anzeige

Neuer Gehirn-Chip im Kliniktest – Neuralink bekommt Konkurrenz

21. November 2025

Brain-Implantat von Paradromics: Elektroden im motorischen Kortex sollen Sprache aus Gedanken erzeugen.
Brain-Implantat von Paradromics: Elektroden im motorischen Kortex sollen Sprache aus Gedanken erzeugen. Foto: Paradromics
Das US-amerikanische Unternehmen für Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCI) Paradromics startet Anfang 2026 in die Phase der klinischen Studie. Zwei Freiwillige, die ihre Fähigkeit zu sprechen verloren haben, sollen kleine Chips ins Gehirn implantiert bekommen – und so wieder kommunizieren können.
Anzeige
Anzeige


Inhaltsverzeichnis

Sprechen, ohne ein einziges Wort zu sagen? Ein Gedanke reicht aus und auf dem Bildschirm vor dir erscheint ein Satz, vielleicht sogar gesprochen mit deiner eigenen Stimme. Was nach Science-Fiction klingt, könnte bald Realität sein: Ein Gehirnimplantat des US-amerikanischen Unternehmens Paradromics darf erstmals an Menschen getestet werden. Langfristig könnte es die Kommunikation schwerstgelähmter Menschen radikal verändern.

Anzeige
Anzeige

Klinische Studie startet Anfang 2026

Paradromics hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Genehmigung für die erste langfristige klinische Studie mit dem Gehirn-Computer-Interface erhalten. Anfang 2026 sollen zwei Freiwillige, die durch neurologische Erkrankungen oder Verletzungen nicht mehr sprechen können, das Implantat eingesetzt bekommen.

Die Studie verfolgt dabei zwei Ziele: die Sicherheit des Implantats zu gewährleisten und die Fähigkeit der Teilnehmenden zur Kommunikation in Echtzeit wiederherzustellen.

Kleiner Chip, große Wirkung

Das Implantat ist ungefähr 7,5 mm groß. Ausgestattet ist es mit dünnen, starren Platin-Iridium-Elektroden, die circa 1,5 mm tief in den motorischen Kortex eindringen – der Teil des Gehirns, der für die Planung, Kontrolle und Ausführung willkürlicher Bewegungen verantwortlich ist.

Anzeige
Anzeige

Der Chip ist mit einem Kabel an eine Energiequelle und einen drahtlosen Sender gebunden, welcher im Brustkorb des Individuums platziert wird. Zu Beginn der Testphase wird jedem Studienteilnehmenden eine Elektrode in dem Bereich des motorischen Kortex implantiert, der für die Kontrolle der Lippen, Zunge und des Kehlkopfes verantwortlich ist.

Mithilfe des Implantats kann dann die Gehirnaktivität in eben diesem Bereich gemessen werden. Die Teilnehmenden werden dazu aufgefordert, sich vorzustellen, wie sie bestimmte Sätze aussprechen, die ihnen auf einem Bildschirm gezeigt werden. Ausgehend von bereits vorhandenen Ergebnissen von Forschenden, die derzeit mit Paradromics zusammenarbeiten, lernt das System, welche Muster neuronaler Aktivität den einzelnen beabsichtigten Lauten entsprechen.

Anzeige
Anzeige

Studie arbeitet mit synthetischer Spracherzeugung

Wenn die Teilnehmenden sich vorstellen zu sprechen und die genauen Sätze vor Augen haben, können die neuronalen Muster in Text umgewandelt werden, der auf einem Bildschirm angezeigt wird. Die Teilnehmenden können diesen dann entweder lesen und so prüfen, ob die Übertragung tatsächlich funktioniert hat, oder der Text kann in Echtzeit vorgelesen werden, basierend auf alten Sprachaufnahmen der Testpersonen.

Diese klinische Studie ist die erste im Bereich der Gehirn-Computer-Schnittstellen-Forschung, die gezielt auf synthetische Stimmerzeugung setzt.

Weitere Funktionen im Test

Im Rahmen der Studie soll auch untersucht werden, ob das System zuverlässig Aktivitäten aus imaginären Handbewegungen erkennen kann, die es einer Person ermöglichen würden, einen Computercursor zu steuern.

Abhängig von den ersten Ergebnissen könnte die Studie auch auf zehn Freiwillige ausgeweitet werden, denen zwei Implantate eingesetzt würden, um die Signalvielfalt zu erhöhen und Zugang zu anderen Gehirnbereichen zu erhalten – so heißt es im Nature Magazin.

Das US-amerikanische Neurotechnologie-Unternehmen Neuralink hat sich auf ein Gehirnimplantat spezialisiert, welches besonders viele und genaue Signale aus dem Gehirn auslesen soll. Dafür werden 64 dünne, flexible Fäden ins Gehirn eingesetzt. Auf jedem dieser Fäden sitzen kleine Sensoren, die messen, welche Nervenzellen gerade aktiv sind. So kann das Implantat sehr viele Informationen gleichzeitig erfassen. In der ersten Studie des Unternehmens wurde der Bereich des motorischen Kortex ins Visier genommen, der für die Steuerung der Hand zuständig ist. Die Nutzerinnen und Nutzer steuerten dabei Computer und Roboterhände mit ihren Gedanken und das Unternehmen hat regelmäßig berichtet, dass es in der Lage ist, Informationen aus dem Gehirn von Menschen auf Computer zu übertragen.

Paradromics ist derzeit eines von mehreren Unternehmen, die ein implantiertes BCI-System in einer Langzeitstudie testen. Am weitesten fortgeschritten ist Synchron, ein BCI-Unternehmen in New York City, mit seinem Gerät Stentrode. Beim Stentrode-Implantat werden zwölf bis 16 kleine Elektroden in einen winzigen Metallstent eingebaut, der über ein Blutgefäß ins Gehirn geschoben wird. Von dort aus messen die Elektroden, wie aktiv die umliegenden Nervenzellen sind, ohne dass das Gehirn direkt geöffnet werden muss. In ersten Versuchen wurde ein Gefäß im motorischen Kortex verwendet, um den Benutzerinnen und Benutzern die Auswahl von Optionen auf dem Bildschirm zu ermöglichen, indem sie sich vorstellten, ihren Fuß zu bewegen.

Für dauerhaften Einsatz ausgelegt

Paradromics verweist aktuell auf präklinische Daten, die durch die Implantation des Chips in Schafen gewonnen wurden. Die Geschwindigkeit der Informationsübertragung aus dem Gehirn sei laut Angle etwa 20-mal schneller als bei anderen vergleichbaren Geräten.

Nach dreijähriger Implantation in Schafen funktionieren die BCIs weiterhin ohne nennenswerte Veränderung der Signalqualität.  „Wenn wir eine Hochrechnung vornehmen, würden wir sagen, dass das Gerät eine Lebensdauer von mehr als zehn Jahren haben sollte“, sagt Angle.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige