Anzeige

KBA gibt grünes Licht: Holon-Shuttle startet bundesweite Tests

13. November 2025

Der Holon Urban vor der Elbphilharmonie
Der erste autonome Kleinbus vom Typ Holon Urban vor der Elbphilharmonie in Hamburg – ab 2026 sollen Fahrgäste damit unterwegs sein. Foto: Hochbahn
Holon darf sein Level-4-Shuttle bundesweit testen. Hamburg startet den ersten Einsatz als Ergänzung zum ÖPNV mit autonomen Ridepooling-Fahrten.
Anzeige
Anzeige


Das Kraftfahr-Bundesamt (KBA) hat sein Go gegeben: Das vollelektrische Shuttle „Holon Urban“ darf ab sofort in ganz Deutschland im autonomen Fahrmodus getestet werden. Holon versteht sein Shuttle nicht als Hightech-Spielerei, sondern als Baustein eines flexibleren Nahverkehrs. Das System übernimmt die Fahraufgabe komplett selbst. Eine Aufsichtsperson sitzt dennoch an Bord, um das Verhalten der Software zu beobachten und im Notfall einzugreifen. Entwicklungsingenieurinnen und -ingenieure begleiten die ersten Testreihen, sammeln Daten und verbessern das Zusammenspiel der Sensoren.

Inhaltsverzeichnis

Ein Shuttle, das ohne Fahrerin oder Fahrer auskommt

Der Holon Urban sieht nicht aus wie ein klassisches Fahrzeug. Fünf Meter Länge, viel Platz im Inneren und ein Design, das eher an eine mobile Lounge erinnert. Die Kabine bietet Raum für 15 Menschen – neun können sitzen, sechs stehen. Das Shuttle ist barrierefrei, elektrisch unterwegs und damit deutlich leiser als ein konventioneller Kleinbus.

Anzeige
Anzeige

Besonders auffällig: Es gibt kein Lenkrad. Keine Pedale. Keine Fahrerkabine. Gestaltet wurde das Fahrzeug vom italienischen Designstudio Pininfarina, das sonst Sportwagen wie Ferrari oder Alfa Romeo entwirft. Nun haben die Designer*innen ein Gefährt geschaffen, das fast schon wie ein Wohnzimmer auf Rädern wirkt, das sich selbst durch die Stadt navigiert.

Die Technik dafür steckt im Dach, in den Seitenpaneelen und unter dem Fahrzeugboden. Kameras, Radar und Lidar erzeugen ein dreidimensionales Bild der Umgebung. Ein Rechner wertet die Daten aus und entscheidet in Millisekunden, ob das Shuttle beschleunigt, bremst oder die Spur wechselt. Die Freigabe des KBA erlaubt Level-4-Betrieb: hochautomatisiertes Fahren in festgelegten Gebieten, weitgehend ohne menschliches Eingreifen.

Hamburg bleibt Testfeld Nummer 1

Deutschlandweit testen – aber zuerst in Hamburg fahren: Die Hansestadt bleibt das zentrale Versuchslabor für das Holon-Shuttle. Bereits im August traf dort das erste Fahrzeug ein. Die Hochbahn koordiniert das Projekt „ALIKE“, in dem mehrere Partner zusammenarbeiten: Holon, Moia, Volkswagen Nutzfahrzeuge, die Verkehrsbehörde sowie das Karlsruher Institut für Technologie.

Anzeige
Anzeige

Das Projekt läuft bis 2026 und wird mit 26 Millionen € vom Bundesverkehrsministerium gefördert. Hamburg gilt dabei als eine Art Schaufenster für den autonomen Nahverkehr – andere Städte beobachten genau, wie sich die Technologie in den Alltag einfügt.

Die ersten Teststrecken führen zwischen Elbe, Stadtpark und Wandsbek. Zunächst fahren die Shuttles mit viel menschlicher Begleitung an Bord. Schrittweise vergrößert sich der Anteil autonomer Fahrten, sobald die Technik zuverlässig arbeitet.

Anzeige
Anzeige

Damit das funktioniert, entsteht in Barmbek ein neuer Betriebshof: der AD Hub. Hier sollen die Shuttles geladen, gewartet und überwacht werden. Bis der Standort fertig ist, steht das erste Holon-Fahrzeug noch auf einem Hochbahn-Gelände in Hummelsbüttel.

Ridepooling statt Robotaxi

Viele verbinden autonomes Fahren mit dem Bild eines Robotaxis, das Sie direkt von Tür zu Tür bringt. Hamburg verfolgt jedoch einen anderen Ansatz. Das Holon-Shuttle soll Fahrgäste mit ähnlichem Ziel in einem Fahrzeug bündeln. Das Prinzip heißt Ridepooling. Eine Algorithmus-basierte Software fasst Routen zusammen, damit weniger Fahrzeuge unterwegs sind und die vorhandene Flotte effizienter arbeitet.

Der Ansatz liegt genau zwischen Linienbus und Taxi. Er ist flexibler als ein fester Fahrplan, aber gemeinschaftlicher als eine reine Einzelfahrt. Das könnte gerade in dicht bebauten Stadtgebieten helfen, den Verkehr zu entlasten und Wege zu verkürzen.

Holon-Technikchef Flavio Friesen beschreibt die Bedeutung der neuen Freigabe mit klaren Worten: „Die Genehmigung des KBA bereitet den Weg für autonome Transportlösungen in Deutschland und zeigt: Unser Fahrzeugsystem überzeugt sowohl technisch als auch regulatorisch.“
Schon im Sommer sagte er über die ersten Testfahrten in Hamburg: „Mit dem Einsatz unserer ersten Fahrzeuge auf Hamburgs Straßen haben wir einen weiteren großen Meilenstein für HOLON erreicht.“

Auch Hamburg sieht sich gut aufgestellt. Verkehrssenator Anjes Tjarks formulierte es so: „Hamburg ist in Europa Vorreiter für das autonome Fahren.“ Er hofft, dass flexible autonome Flotten Wege verkürzen und den ÖPNV attraktiver machen.

Was noch offen bleibt

So viel Bewegung derzeit auch in das Thema kommt – eine Frage lässt sich nicht durch eine einzelne Genehmigung lösen: Wie reagieren Menschen auf ein Fahrzeug, das komplett ohne Fahrerin oder Fahrer fährt? Vertrauen entsteht nicht durch Technik allein. Viele Fahrgäste müssen diese neue Art der Mobilität erst erleben.

Auch technisch bleibt einiges zu klären. Stadtverkehr ist chaotisch. Parkende Lieferwagen, spontane Spurwechsel, spielende Kinder – jede Stadt ist eine Bühne voller Überraschungen. Autonome Systeme lernen zwar dazu, aber der Alltag bleibt anspruchsvoll. Dazu kommen strenge Vorgaben: Jede neue Strecke braucht eine separate Freigabe. Der Weg in den Regelbetrieb wird also schrittweise erfolgen.

Holon denkt längst über Deutschland hinaus. In den USA kooperiert das Unternehmen mit Lyft. Millionen Menschen nutzen dort die App – ein potenziell großer Markt für autonome Ridepooling-Angebote. Ab 2026 sollen die Shuttles in mehreren amerikanischen Städten unterwegs sein, sowohl in großen Metropolen als auch in kleineren Gemeinden, die bisher kaum öffentlichen Verkehr bieten. (mit dpa)



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige