Kolumne: Karriere für Einsteiger 08.04.2026, 15:00 Uhr

Werden Sie Transformer: Diese Ingenieure braucht die Industrie heute

Die Arbeitswelt verändert sich rasend schnell, auch für Ingenieurinnen und Ingenieure. Um in Zukunft zu reüssieren, sollte der Fokus auf diesen Skills und Faktoren liegen.

Talente gesucht: Was Ingenieure von morgen können müssen. Foto: Dmyrto_Z/Smarterpix

Talente gesucht: Was Ingenieure von morgen können müssen.

Foto: Dmyrto_Z/Smarterpix

Kürzlich trafen sich an der RWTH Aachen beim Tech Impact Festival, unterstützt unter anderem vom VDI, rund 1500 Forschende, Start-up-Gründer und Industrieentscheider. Eine sehr interessante Veranstaltung, die weit mehr war als eine Fachtagung.

Bei dem Festival ging es um eine der größten Baustellen des Standorts Deutschland, den sogenannten Innovation Gap. Gemeint ist die Frage, wie sich die Kluft zwischen Forschung und marktfähiger Anwendung überwinden lässt. Genauer: Wie entstehen aus innovativen Ideen zukunftsfähige Marktideen?

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Punktueller Problemlöser oder systemischer Transformer?

In einem waren sich alle einig: Man braucht dafür kluge Köpfe und mutige Entscheider. Die Rede war auch von einer neuen Generation von Ingenieuren, die gebraucht wird. Fragen sollte man sich: Will ich ein punktueller Problemlöser sein oder ein systemischer Transformer?

Aber was ist damit gemeint?

Die Experten beim Tech Impact Festival waren sich einig, dass es für die Zukunft wichtig ist, dass Ingenieure frühzeitig verstehen, was der Markt und die Gesellschaft wirklich brauchen. Zudem sollten sie aktiv an der Translation arbeiten, also der Übersetzung von Technologie in Wirkung.

KI als Katalysator aller Ingenieurtätigkeiten

Diese Transformation erfordert speziell von Jungingenieurinnen und Jungingenieuren neue Skills. Besonders wichtig ist es, Trends und neue Technologien als Chance zu sehen.

Ein Thema des Tech Impact Festivals war die Welt der generativen KI. Alle waren sich einig, dass es kein bloßes Werkzeugregal mehr ist, sondern ein Katalysator, der alle Ingenieurtätigkeiten verändert.

Die größte Gefahr für die berufliche Zukunft von jungen Ingenieuren besteht laut Experten darin, sich nicht damit zu beschäftigen. Das muss nicht auf Expertenniveau sein, aber jeder sollte die Tools nutzen, sie ausprobieren, testen und schauen, wie und für was man diese Werkzeuge einsetzen sollte. KI muss immer mitgedacht werden, jeder Ingenieur und Jungakademiker muss sich damit auseinandersetzen. 

Human Skills im Zentrum der Diskussion

Neben einem fundierten Studium bilden diese digitalen Kompetenzen die Basis des zukünftigen Berufslebens. Darüber hinaus rücken Human Skills immer stärker ins Zentrum der Diskussionen, so auch bei diesem Festival. Kreativität, Urteilsvermögen, Mut und Adaptionsfähigkeit sind die neuen Hard Skills, die nicht von KI ersetzt werden können.

Je früher man anfängt, diese zu entwickeln, desto besser. Das bedeutet, über den eigenen Tellerrand zu schauen, sich mit anderen Disziplinen zu vernetzen und über Engagement einen Blick für gesellschaftliche Veränderungen und Bedarfe zu entwickeln. 

Das Tech Impact Festival in Aachen hat gezeigt, dass wir Ingenieure brauchen, die den Mut haben, den Transfer aktiv zu gestalten. Werden Sie zum Transformer, der die Technologien von morgen nicht nur versteht, sondern in die Tat umsetzt. Viel Erfolg!

Lesen Sie auch: So gelingt der Einstieg in eine agile Karriere

Ein Beitrag von:

  • Anja Robert

    ist die Koordinatorin des Career Centers der RWTH Aachen University. Dort berät sie Studierende und Absolvierende in allen Karrierefragen. Die RWTH Aachen University ist eine der größten technischen Hochschulen Europas. In nationalen Rankings und internationalen Bewertungen belegt die RWTH Aachen University zahlreiche Spitzenplätze in der Vermittlungsfähigkeit der Absolvierenden.

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