Interview 27.02.2023, 07:00 Uhr

Zahlen, Daten und Fakten „sexy“ und spannend präsentieren

Für Ingenieure ist es besonders wichtig, Daten, Fakten und Zahlen gut präsentieren zu können, da sie in ihrer Arbeit oft komplexe technische Informationen und Daten verarbeiten müssen. Eine gute Präsentation kann helfen, komplexe Probleme zu erklären und zu lösen, sowie Entscheidungen zu treffen und Projekte zu planen.

Referent bei Business Conference

Es gibt viele Techniken und Strategien, um Zahlen, Daten und Fakten interessant und ansprechend darzustellen.

Foto: PantherMedia / kasto

Es gibt viele Techniken und Strategien, um Zahlen, Daten und Fakten interessant und ansprechend darzustellen. Heute sprechen wir darüber mit Alexa Hurka, einer Expertin in den Bereichen Führungskräftecoaching, Öffentliches Reden, Führungskräfteentwicklung, Karriereberatung, Bewerbungstraining sowie Unternehmensberatung. Und wie geht man eigentlich mit Emotionen um?

Frau Hurka, Sie haben große Erfahrungen als Regisseurin und Drehbuchautorin sowie als Beraterin und Moderatorin, wie machen Sie es, Zahlen, Daten und Fakten interessant und ansprechend zu präsentieren?

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Indem ich eine gute Portion Emotionen, Persönlichkeit und Risikofreude mixe und daraus entsteht dann ein Cocktail, der das Publikum oder die Kollegen abholt und begeistert.

Wie gehen Sie vor, um sicherzustellen, dass Ihre Präsentationen den Zielen und Bedürfnissen des Publikums entsprechen?

Ich kenne mein Publikum ziemlich genau und ich mache vorher meine „Hausaufgaben“. Ich finde viel über mein Publikum oder auch meinen zukünftigen Arbeitgeber heraus. Dennoch bleibe ich immer ich selbst, egal, ob ich vor Führungskräften oder Azubis stehe oder mich als Beraterin für eine Zusammenarbeit mit einer neuen Firma pitche. Hilfreich ist allerdings das DISG-Modell mit den roten, gelben, blauen und grünen Menschentypen. Wenn ich genau weiß, wen ich in einem Vorstellungsgespräch vor mir sitzen habe und das ein wenig einschätzen kann, dann weiß ich sofort, welche Informationen diese Personen brauchen, worauf es ihnen ankommt. Darauf gehe ich in meinen Vorträgen ein, weil ich diese Persönlichkeitstypen sehr gut kenne und als Schauspielerin gezeigt habe. Das kann bei meinem Publikum unmittelbar zu einem AHA Erlebnis führen… und nicht zuletzt kann es dadurch zu dem ein oder anderen Lacher kommen.

Emotionen in Zahlen und daten packen

Kann man Emotionen überhaupt in Zahlen, Daten oder Fakten packen?

Selbstverständlich kann man das. Denn, hinter jeder vorgetragenen Zahl, jedem Fremdwort oder jedem noch so kryptischen Satz steht eine individuelle Emotion, wenn wir sie zulassen. Und da liegt eher die Challenge. Ich höre immer: „Alexa… Ich kann das nicht emotional präsentieren…Das geht doch gar nicht“. Ich sage immer – „lieber Zahlen, Daten und Fakten! Mensch, deine Emotion sind schon längst in dir drin und das aus dir herauszuholen, ist mein Job. Also vertrau mir und lass uns starten“. Gerade Ingenieure sind intelligent bis in die Fingerspitzen, aber genau das steht ihnen beim Präsentieren ab und zu im Weg. Mein Job ist es dann, sie dabei zu unterstützen, zu begleiten, bzw. ihnen das Vertrauen zu geben. Ich sorge dafür, dass ihre Zahlen, Daten und Fakten auch, um das einmal mit Frank Rosins Worten zu sagen, „sexy“ sein können. Wenn man weiß, wie man sie präsentiert.

Wie gehen Sie vor, um komplexe Informationen einfach und verständlich zu vermitteln?

Wer das wissen möchte, der darf sich gerne meinen Vortrag anhören bzw. ansehen. Ich bin ein visueller Mensch und damit meine ich nicht die PowerPoint oder Flipchart.
Aber eine Antwort habe ich, bzw. einen Denkanstoß.
Wer oder Was ist das Wichtigste bei einem Vortrag oder einer Präsentation?
Du! Fertig. So simpel ist das.
Für Ingenieure ist das Produkt oder ihre Arbeit wichtig. Beim Präsentieren stehen aber sie selbst im Fokus.

Wie verwenden Sie visuelle Hilfsmittel, um Daten prägnant und verständlich darzustellen?

Im Ernst? Ich? Meistens keine, es sei denn, ich werde dazu gezwungen oder ich weiß, dass mein Publikum, das braucht. Aber ich weiß, dass alle meine Kunden nicht ohne auskommen. Also hier zwei Tipps dafür:

  • Nie mehr als max. 10 Folien.
  • Alles, was du selbst nicht auf Anhieb auf deiner Folie lesen kannst, gehört nicht darauf, sondern in ein Handout.

Wir haben nur eine kurze Zeit auf einer PowerPoint etwas zu erfassen.
Ok, hier kommt das 3. Tipp:

  • Keep it short and simple bitte. Und ja, ich weiß, dass das bei Zahlen, Daten und Fakten es schwierig werden kann. Das bringt der Beruf mit sich.

Dennoch nochmal, alles, was nicht sofort ohne Mühe gelesen werden kann, gehört nicht auf die Folie.

Die Ausstrahlung ist bei Präsentationen enorm wichtig

Welche Rolle spielen Persönlichkeit und die Ausstrahlung im Business?

Eine große Rolle! Menschen kaufen von Menschen, Menschen stellen Menschen ein.
Was nützt der tollste Lebenslauf, wenn der Bewerber oder die Bewerberin sich nicht selbst präsentieren kann? Und die sogenannten Softskills werden auch immer wichtiger. Es geht um eine Mischung aus Kompetenz, Bildung und Persönlichkeit. Mich buchen Firmen oder Unternehmer, weil sie der Meinung sind, dass ich „geil“ bin. Und so etwas bekomme ich auch zu hören oder es steht dann in der E-Mail. Was ist damit gemeint? Sie wissen oder haben verstanden, dass ich durch meine jahrelange Bühnenerfahrung, meine Arbeit als Regisseurin und auch Coachin alles mitbringe, was sie haben wollen, um sie zu unterstützen. Aber sie kaufen mich wegen meiner Persönlichkeit ein. Auf den Punkt, direkt, gnadenlos ehrlich, manchmal ein bisschen liebevoll provokant aber immer wertschätzend und charmant. Hat das etwas mit meiner Fachkompetenz zu tun? Nein, das ist meine Persönlichkeit. Nicht falsch verstehen bitte, natürlich funktioniert die Persönlichkeit nur dann, wenn die Fachkompetenz vorhanden ist. Das Fachkompetenz bei meinen Kunden vorhanden ist, davon gehe ich aus. Den Rest kitzle ich heraus.

Wie nutzen Sie Interaktionen und aktives Zuhören, um das Publikum in Ihre Präsentationen einzubeziehen?

Sehr viel. Ich komme von der Bühne und auch in meiner Regietätigkeit habe ich viel mit dem Publikum interagiert oder habe es sogar schon ins Drehbuch mitreingeschrieben. Ich liebe meinen Satz: “Das ist der interaktive Part“ also los jetzt. Ich lasse mir immer etwas einfallen. Aber keine Panik bitte, alles kann, nichts muss. Aber ich kann sehr überzeugend sein.

Wie gestalten Sie Ihre Präsentationen, um Emotionen und Engagement beim Publikum zu wecken?

In dem ich es anders mache. Und Punkt! Mein kleiner Merksatz dazu ist: Bist du interessant, ist dein Publikum interessiert. Bist du es nicht…Rest können Sie sich denken, glaube ich.

Wie integrieren Sie Geschichten und Beispiele in Ihre Präsentationen, um sie unterhaltsam und erinnerungswürdig zu gestalten?

Mit Strategie. Ohne Strategie geht gar nichts. Aber es muss zum jeweiligen Präsentator passen. Zu seiner Persönlichkeit, seinem Signature presentation style. Ingenieure arbeiten viel mit Zahlen, Daten, Fakten, es handelt sich um eine hochkonzentrierte Arbeit. Das mache ich mir zu Nutze, wenn ich mit meinen Kunden an ihrer Präsentation arbeite. Übrigens ist das auch für Bewerbungsgespräche wichtig.
Das Unternehmen möchte Bewerbende kennenlernen und da gehört die Persönlichkeit mit dazu. Aber natürlich strategisch ohne Geschwafel, sonst wirkt dies schnell unprofessionell.

Können Sie ein Thema nennen, das aus Ihrer Erfahrung besonders schwer war, interessant zu präsentieren?

Ehrlich? Für mich persönlich? Nein! So ein Thema hatte ich noch nie gehabt! Aber ich habe auch das Kamikaze Gen. Augen zu und durch, aber vor allen Dingen, gebe ich alles für mein Publikum. Ich bin einfach daran interessiert und gebe mein Bestes. Das honoriert das Publikum, egal was präsentiert werden muss. Aber natürlich gibt es Themen, die herausfordernd sind. Letztendlich, Zahlen, Daten und Fakten sind es trotzdem nicht. Mit genug Mut kannst du alles spannend präsentieren.

Mut haben und anders präsentieren

Können Sie ein Beispiel für eine Ihrer erfolgreichsten Präsentationen geben und erklären, was Sie gemacht haben, um sie erfolgreich zu gestalten?

Ich habe eine Keynote gemacht zu dem Thema: „Own the room“ und ich bin singenderweise mit „Ich bin leider geil“ gestartet.
Mein Publikum bestand aus Projektmanagern und natürlich habe ich gedacht, kann ich wirklich so starten? Ich war nach 8 Stunden Vorträgen die letzte am Abend im Programm. Wie war wohl mein Publikum eingestellt? Richtig! Müde, demotiviert und überladen an Infos. Was habe ich gemacht? Ich habe sie wach gemacht und dafür waren sie sehr dankbar. Alles, was man anders macht als andere, honoriert ein Publikum. Und selbstverständlich, kam nach meinem Gesang die Heranführung ans Thema. Was sind deine Skills? Kenne deine Skills und setze diese für den Lampenfieberumgang ein, für deine spannende Präsentation und für deine Außenwirkung.

Was würden Sie aus Ihrer Erfahrung den Ingenieuren und Ingenieurinnen empfehlen, damit sie ihre Themen gut präsentieren können?

Mach es anders. Sei mutig. Eure Arbeit ist spannend, besonders und sexy und das dürfen auch alle anderen erfahren.
Eine entspannte Atmosphäre ist beim Präsentieren sehr wichtig.

Vielen Dank für das Interview!

 

 

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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