Frauenkarrieren

Ingenieurstudium kann junge Frauen nicht begeistern  

Schulen gelingt es nicht, Abiturientinnen für ein Ingenieurstudium zu interessieren, Hochschulen nicht, die Studieninhalte als frauenkompatibel zu verkaufen. Was bleibt, ist der Rückzug junger, pragmatisch denkender Frauen in Fächer, die ihnen größere Sicherheit vermitteln: BWL, Informatik und Mathematik. Das zeigt die Doktorarbeit der Pädagogin Kathrin Gräßle von der Universität Duisburg-Essen. VDI nachrichten, Düsseldorf, 15. 1. 10, ws

Mädchen und Technik – das passt nicht. Dieses uralte Vorurteil ist falsch, Studien zeigen jedoch immer wieder, wie fest verankert dieses Denken ist. Auch bei Mädchen selbst.

Jüngstes Beispiel ist die Promotion der Pädagogin Kathrin Gräßle, die sich im Auftrag der Universität Duisburg-Essen mit den Fragen beschäftigte, warum sich Mädchen so häufig gegen ein Ingenieurstudium entscheiden und warum sie lieber Mathematik, Informatik und BWL studieren. Kathrin Gräßle begleitete den Studienwahlprozess von zehn jungen Frauen.

„Dabei handelte es sich um Mädchen mit Mathematik oder Naturwissenschaften als Leistungskursen und Spaß am logischen Denken, die durchaus die Eignung für ein technisches Studium mitgebracht hätten.“ Beste Voraussetzungen also, sich auf das Abenteuer Ingenieurwissenschaften einzulassen. Und trotzdem passt der Anzug aus Sicht der Abiturientinnen nicht. „Das Bild, das junge Frauen von Technik haben, stimmt nicht mit dem Selbstbild überein. Technik ist in ihren Augen immer noch männerdominiert“, sagt Kathrin Gräßle. Das sei der Wissenschaft nicht neu, bilde aber die Grundlage der ablehnenden Haltung gegenüber Technikfächern.

Neu ist die Erkenntnis, dass dieses Image die generelle Unsicherheit im Studienwahlprozess – die auch junge Männer empfinden – noch steigere. „Wenn angehende Studentinnen Unsicherheit abbauen wollen, entscheiden sie sich nicht für Fächer, die diese Ungewissheit noch erhöhen.“ Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass das Studium ingenieurwissenschaftlicher Fächer gute berufliche Perspektiven bietet.

Das negative Bild von Technik werde von vielen Hochschulen etwa bei Tagen der offenen Tür noch gefördert. „Ein Mädchen hat mir gesagt, das seien doch Vorträge für Jungs gewesen. Sie fühle sich nicht angesprochen.“ Diese und andere Studien belegten, dass das Klima an den Hochschulen leider immer noch nicht frauenfreundlich genug sei.

Der Ingenieur mag irritiert sein, waren es doch zehn pragmatische junge Frauen, die Freude an der Logik und an Zahlen empfinden. Kathrin Gräßle: „Sie verbinden mit ihren Neigungen aber nicht etwa Elektrotechnik und Maschinenbau, sondern Mathematik, Betriebswirtschaft und Informatik. Sobald das Wort Technik fällt, schalten sie ab.“ Ein Reflex, an dem offensichtlich auch der gute Wille zahlreicher Initiativen scheitert.

Aktionen wie der „Girl“s Day“ machten Sinn, meint Kathrin Gräßle, entscheidend aber sei, Schulen und Hochschulen enger zu vernetzen. „Mädchen brauchen offensichtlich eine längerfristige, intensive Begleitung bei der Studienwahl. Ihnen muss vermittelt werden, wie man sich einem Entscheidungsprozess stellt, und sich dabei auf sich selbst verlassen kann. Bereits in der Oberstufe müssten die Schulen aufklärend wirken.“

Gefordert seien auch die Beratungsstellen der Hochschulen. Sie müssten sich der emotionalen Aspekte stärker annehmen, Unsicherheiten ernst nehmen und auffangen. „Vor allem müssten sich die technischen Fächer aber so umgestalten, dass sie von Frauen angenommen werden und eher mit ihrem Selbstbild kompatibel sind.“ ws

Literatur: Kathrin Gräßle: Frau Dr. Ing. – Wege ebnen für Frauen in technische Studiengänge Barbara Budrich Verlag, Leverkusen 2009 199 S. 19,90 €.

Von Wolfgang Schmitz

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