Ingenieure im Job

Elektromotoren auf Diät setzen – ein Fall für den Elektroingenieur

Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind nur mit Elektroingenieuren machbar. Sie stellen Windräder optimal in den Wind oder setzen Elektromotoren auf Diät. Das ist die Aufgabe von Dominik Hirn bei ebm-Papst. 60 Mio. Elektromotoren produziert das Unternehmen jährlich.

Dominik Hirn

Dominik Hirn

Foto: Werkfoto

Dominik Hirn hat mehrere Messkabel eines Oszilloskops an einen Elektromotor angeschlossen. Mit einer Leistung von 100 W ist es ein kleiner Motor, dessen Serienmodell später einmal Dunstabzugshauben oder Klimageräte antreiben soll. Der Motor war ursprünglich für den europäischen Markt und damit für eine Spannung von 230 V entwickelt worden. Nun wird er für den amerikanischen Markt an 115 V angepasst. Der 26-jährige Elektroingenieur misst die Signale auf der Leiterplatte.

Zuvor hatte Hirn den Motor mit einer Wärmebildkamera überprüft. Es ist ein Synchron-Motor mit Elektronik. Diese moderne Antriebsart hat gleich zwei Vorteile gegenüber konventionellen Motoren: Sie erzeugen weniger Wärme, dadurch geht weniger Energie verloren. Motoren sollen schließlich für Bewegung sorgen. Und sie lassen sich steuern. Das macht sie intelligent. Eine Dunstabzugshaube muss nicht immer auf vollen Touren laufen. Das spart Energie.

Elektroingenieur Dominik Hirn trägt zum Gelingen der Energiewende bei

Elektromotoren machen das Leben angenehm. Sie lassen Zahnbürsten rotieren, treiben Rolltreppen an, bringen Förderbänder zum Laufen. Milliarden Motoren gibt es weltweit und sie verbrauchen gigantisch viel Strom: fast die Hälfte der weltweit erzeugten Elektrizität, schätzt die Internationale Energie-Agentur, Paris. Wenn in Deutschland die Energiewende gelingen soll, reicht es nach Ansicht von Experten nicht allein, regenerative Energiequellen zu erschließen.

Die Energiewende gelingt nur mit einer dauerhaften Senkung des Energiebedarfs, stand in einem offenen Brief an die Bundesregierung im Januar 2012, unterzeichnet von mehreren Energiewissenschaftlern. Dominik Hirn arbeitet daran bei ebm-papst in Mulfingen. Das kleine Städtchen liegt idyllisch im Hohenlohischen, nahe Schwäbisch Hall und das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Weltmarktführer von Ventilatoren und Motoren. Rund 1,4 Mrd. € hat es im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftet, die etwa 10 500 Mitarbeiter produzieren um die 60 Mio. Elektromotoren jährlich.

„Energieeffizienz treibt unsere Kunden um“, sagt Bruno Lindl, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei ebm-papst. Ökologie sei zwar ein erstrebenswertes Ziel, Ökonomie aber ein Selbstläufer. „Weil sich ein moderner Elektromotor mit EC-Technologie innerhalb eines Jahres durch weniger Energieverbrauch amortisiert, stellen wir eine zunehmende Nachfrage nach diesen Motoren fest.“ EC steht für Electronically Commutated, gemeint ist damit die Steuerbarkeit der Antriebe. Je nach Einsatzszenario lässt sich der Strombedarf durch moderne Motoren um 40 % bis 50 % reduzieren. Elektro-Ingenieure wie Hirn tragen wesentlich dazu bei.

Elektroingenieur Hirn adaptierte bestehende Produkte für neue Märkte

Dominik Hirn ist Absolvent eines kooperativen Studiengangs an der Reinhold Würth Hochschule in Künzelsau. Zunächst lernte er den Ausbildungsberuf Elektroniker für Geräte und Systeme in zwei Jahren. Bereits gegen Ende des zweiten Lehrjahrs begann das Studium der Elektrotechnik. „Während der Semesterferien arbeitete ich bei ebm-papst, schrieb meine Bachelor-Arbeit dort und wurde während des Studiums finanziell unterstützt.“ Seit Oktober 2010 arbeitet Hirn als Elektronik-Entwickler in Mulfingen. Bestehende Produkte auf andere Märkte zu adaptieren, ist eine seiner Aufgaben. Andere die Entwicklung von Neuprodukten.

Etwa 40 Azubis, wie Hirn einer war, hat das Unternehmen. „Damit machen wir uns ein Stück weit unabhängig vom Arbeitsmarkt“, sagt Lindl. Elektroingenieure sind sehr gefragt. Etwa 600 Techniker und Ingenieure arbeiten bei ebm-papst in Forschung und Entwicklung, davon ist jeder Dritte Ingenieur der Elektrotechnik. Deren Aufgaben teilen sich gleichermaßen auf in klassische Elektrotechnik, etwa die Auslegung von elektrischen Motoren, Elektroniker, die sich mit Leistungselektronik oder digitalen Technologien wie Embedded Systems beschäftigen. Die dritte Gruppe entwickelt Software. „Entsprechend ihrer Studienschwerpunkte setzen wir Absolventen ein“, sagt Lindl.

Stressfähigkeit aufgrund des hohen Zeitdrucks und Projekte hinsichtlich Zeit und Kosten managen zu können, nennt Hirn als persönliche Skills, die er in seinem Job braucht. Fachlich müssten elektrotechnische Grundlagen wie Magnetismus, Schaltungstechnik und Leistungselektronik vorhanden sein. Hirn hat vor, sich im Projektmanagement weiterzuentwickeln. 

Von Peter Ilg

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