VDE-Studie zum Arbeitsmarkt 09.02.2022, 16:14 Uhr

Studie: Informatik verdrängt anderen Studienbereich – das könnte problematisch werden

Der Bedarf an Elektroingenieurinnen und -Ingenieuren ist groß – doch immer weniger Menschen beginnen ein entsprechendes Studium. Ein Grund: Informatik scheint für viele interessanter zu sein – und es gibt noch eine weitere wichtige Ursache.

Immer weniger Menschen interessieren sich für ein Elektroingenieursstudium - viele wandern in Richtung Informatik ab. Foto: Panthermedia.net/ IgorVetushko

Immer weniger Menschen interessieren sich für ein Elektroingenieursstudium - viele wandern in Richtung Informatik ab.

Foto: Panthermedia.net/ IgorVetushko

Der Fachkräftemangel nimmt in immer mehr MINT-Branchen prekäre Züge an. Zuletzt zeigte eine Studie des Digitalverbands Bitkom zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte recht eindrücklich, dass es an Menschen fehlt, die die allenthalben beschworene digitale Transformation vorantreiben könnten: Demnach gab branchenübergreifend im Jahr 2021 96.000 freie Stellen für IT-Fachkräfte, 12 % mehr als im Vorjahr – der Bedarf an Know-How in dem Bereich wächst in Unternehmen aber auch in der Verwaltung extrem stark an. Jetzt legt der Verband der Elektrotechnik (VDE) nach: Laut einer aktuellen Arbeitsmarkt-Studie fehlt es auch massiv an Elektroingenieurinnen und -Ingenieuren.

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Anders als im IT-Bereich kommt bei den Elektroingenieuren ein ganz eigenes Problem dazu: Der Studiengang scheint an Attraktivität zu verlieren.  „Auf der einen Seite haben wir Wachstum des Arbeitsmarktes und Folgen des demografischen Wandels, auf der anderen Seite mangelndes Interesse am Studium und Probleme mit der erfolgreichen Ausbildung von Studierenden. Diese beiden Welten klaffen so weit auseinander wie nie zuvor“, so Michael Schanz, Autor der Studie und Leiter des VDE Fachausschusses Studium, Beruf und Gesellschaft.

Elektroingenieur: Informatik ist für viele interessanter

Hat das Elektroingenieurwesen ein Imageproblem? „Wir sehen insgesamt an den erhobenen Zahlen, dass das Interesse an E-Technik seit Jahren sinkt, während Informatik immer größeren Zulauf hat“, so Schanz. Ein Grund dafür könnte sein, dass Informatik stärker mit populäreren Themen wie Künstliche Intelligenz, Big Data oder Embedded Systems assoziiert wird, vermutet man beim VDE. Ein weiterer Grund könnte auch das Geld spielen: Zwar ist der Durchschnittsverdienst von Elektroingenieurinnen und -Ingenieuren etwas höher, aber die Gehälter, die die IT-Branche zu zahlen bereit ist, steigen rasant, wie auch unser Gehaltstest zeigt.


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Anteil der Frauen ist sehr gering

Dabei sei der Bedarf an gut ausgebildeten Elektroingenieurinnen und -Ingenieuren gerade jetzt groß: E-Mobilität, autonomes Fahren und Industrie 4.0 seien Treiber, heißt es beim VDE. „Fakt ist, dass wir in Zukunft Elektroingenieurinnen und -ingenieure brauchen werden – also müssen wir das Problem lösen“, so Schanz. Aktuell arbeitet der Verband an einer groß angelegten Imagestudie zur Elektro- und Informationstechnik, die im April 2022 tiefere Erkenntnisse auch über die genauen Ursachen liefern soll.

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Ein Problem sowohl im IT-Bereich als auch bei den E-Ingenieurswissenschaften: Der Anteil der Frauen ist bei beiden Bereichen sehr gering, unter Erstsemestern in der Elektro- und Informationstechnik liegt er bei lediglich 17 %. Und nur zwischen 15 und 18 % der Beschäftigten in der deutschen IT-Branche sind Frauen.

Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben ist Content Manager und verantwortlicher Redakteur für ingenieur.de. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs. Er schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen.

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