Hochschulgesetz 22.01.2026, 14:00 Uhr

Friedensklausel oder Forschungsbremse?

Friedlich forschen – aber ohne Rüstungsbezug? Eine neue Klausel bringt die Hochschulpolitik in Mecklenburg-Vorpommern in Bewegung.

Bettina Martin (SPD)

Bettina Martin (SPD), Ministerin für Wissenschaft in Mecklenburg-Vorpommern, spricht bei der Landespressekonferenz.

Foto: picture alliance/dpa | Philip Dulian

Die geplante Aufnahme einer Friedensklausel ins Landeshochschulgesetz von Mecklenburg-Vorpommern sorgt für Diskussionen. Soll damit den Universitäten und Hochschulen geraten werden, keine Forschungsprojekte für Rüstungsfirmen durchzuführen? Die CDU im Landtag sieht darin ein Problem.

„Die Hochschulen orientieren sich in Forschung, Lehre, Weiterbildung und Dienstleistung an dem Leitbild der Entwicklung einer friedlichen und nachhaltigen Welt. Sie reflektieren die Auswirkungen ihrer Forschungsarbeiten und deren Verbreitung mit einem tiefen Bewusstsein für ihre gesellschaftliche Verantwortung, insbesondere im Hinblick auf Anwendungen, die das friedvolle Miteinander beeinträchtigen könnten“, – zitiert die dpa aus dem Gesetzentwurf der rot-roten Regierung.

Widerspruch in der Wissenschaftspolitik?

Die wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU, Katy Hoffmeister, bezeichnete die geplante Friedensklausel als „aus der Welt gefallen“. Ihrer Ansicht nach passe sie nicht zum bisherigen Handeln der Landesregierung. Sie wies darauf hin, dass die Regierung einerseits stolz auf Rüstungsaufträge in Wolgast und Wismar sowie den militärischen Ausbau in Rostock sei, den Hochschulen aber zugleich empfehle, auf Rüstungsforschung zu verzichten. Hoffmeister betonte, dass die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands von zentraler Bedeutung sei und es bitter sei, dass die Landesregierung sich davon offenbar distanziere.

Ein Sprecher von Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) erklärte, die Klausel schließe militärische Forschung ausdrücklich nicht aus. Forschungsergebnisse könnten demnach militärisch genutzt werden, ohne dass dies automatisch als Missbrauch gelte, solange es der Verteidigung der Staatssouveränität und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung diene.

Stellenangebote im Bereich Forschung & Lehre

Forschung & Lehre Jobs
Hochschule Heilbronn-Firmenlogo
Professur für angewandte KI im Wirtschaftsingenieurwesen Hochschule Heilbronn
Heilbronn Zum Job 
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm-Firmenlogo
Professur für Maschinelles Lernen in der Produktion (W2) Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
Nürnberg Zum Job 
Hochschule Düsseldorf-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (w/m/d) im Makerspace Maschinenbau und Verfahrenstechnik Hochschule Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
FH Münster-Firmenlogo
Professur für "Thermische Verfahrenstechnik" (w/m/d) FH Münster
Steinfurt Zum Job 
FH Münster-Firmenlogo
Professur für "Antriebssysteme im Maschinenbau" (w/m/d) FH Münster
Steinfurt Zum Job 
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Professur für "Mathematik und Digitale Chemie" (w/m/d) Fachhochschule Münster
Steinfurt Zum Job 
Fachhochschule Aachen-Firmenlogo
Professur "Leistungselektronik und elektrische Versorgungsnetze" Fachhochschule Aachen
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm-Firmenlogo
Professur für Maschinelles Lernen in der Produktion Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
Nürnberg Zum Job 
Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (Master/Uni-Diplom) (m/w/d) Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Bergisch Gladbach Zum Job 
Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professor:in (W2) für das Lehrgebiet Grundlagen der Elektrotechnik und Elektronik Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences
Esslingen Zum Job 
HAW Kiel-Firmenlogo
Lehrkraft für besondere Aufgaben für maschinenbauliche Entwicklungen und Konstruktionen (m/w/d) HAW Kiel
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen-Firmenlogo
Professur Smarte Robotik und KI (W2) Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen
Bocholt Zum Job 
Hochschule Osnabrück-Firmenlogo
Professur für Hard- und Software Digitaler Systeme Hochschule Osnabrück
Osnabrück Zum Job 
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE)-Firmenlogo
Beamline-Scientist (m/w/d) Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE)
Garching Zum Job 

Hochschulgesetz: Landesregierung verweist auf Wissenschaftsrat

Die Landesregierung begründet den Gesetzentwurf laut eigenen Angaben unter anderem mit dem Papier des Wissenschaftsrats „Wissenschaft und Sicherheit in Zeiten weltpolitischer Umbrüche“. Dieses Papier sei im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Bundesregierung und den Wissenschaftsministern der Länder beschlossen worden.

Der Entwurf soll in der kommenden Woche dem Landtag vorgelegt werden. Er sieht mehrere Änderungen für die Hochschulen im Nordosten vor: Fachhochschulen könnten künftig das Recht erhalten, Promotionen zu vergeben, wenn sie in bestimmten Fächern besonders forschungsstark sind. Außerdem soll die Mitwirkung der Studierenden gestärkt werden – überall soll künftig ein studentischer Prorektor eingesetzt werden. (Mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.