Berufsprofil Ingenieur Vertrieb 25.08.2026, 07:23 Uhr

Vertriebsingenieur: Aufgaben, Studium, Gehalt und Karriere

Vertriebsingenieur: Aufgaben wie das Präsentieren technischer Produkte und Leistungen an externe Kundinnen und Kunden, Infos zum Studium, Voraussetzungen, Gehalt und Karriere im Überblick.

Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch, vor ihm sind 3 Bildschirme mit verschiedenen Daten und Diagrammen.

Was macht eigentlich ein Vertriebsingenieur? Wir stellen das Berufsbild kompakt und verständlich vor.

Foto: Smarterpix/AndreyPopov

Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure verbinden technisches Fachwissen mit Vertrieb und Kundenberatung. Sie präsentieren Produkte und Dienstleistungen, analysieren Absatzmärkte, gewinnen Neukunden und betreuen bestehende Kunden. Gleichzeitig entwickeln sie kundenspezifische technische Lösungen, erstellen Angebote, führen Vertragsverhandlungen und begleiten Aufträge von der Planung bis zur Abnahme.

Damit unterscheidet sich der Beruf sowohl vom klassischen Vertrieb, bei dem technische Entwicklung und Beratung meist eine geringere Rolle spielen, als auch von rein technischen Ingenieurberufen: Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure arbeiten an der Schnittstelle zwischen Technik, Kundenanforderungen und wirtschaftlichen Interessen.

Beschäftigung finden sie vor allem in Industrieunternehmen, etwa im Maschinen- und Anlagenbau, in der Elektro- und Automatisierungstechnik, der Fahrzeugindustrie sowie bei Herstellern anderer technischer Produkte und Systeme.

Was macht ein Vertriebsingenieur?

Als Vertriebsingenieurin und Vertriebsingenieur vertreibt und vermarktet man technische Produkte oder Dienstleistungen. Man akquiriert Interessentinnen und Interessenten, betreut Kundinnen und Kunden sowie Vertriebs- und Servicepartner und erarbeitet individuelle technische Lösungen. Diese Aufgaben hängen von der jeweiligen Spezialisierung und dem Zuständigkeitsbereich ab.

Vertrieb und Marketing

Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure sind die technischen Ansprechpartner für Kundinnen und Kunden. Sind sie im Vertrieb und Marketing tätig, planen und gestalten sie Vertriebsstrategien, analysieren Absatzmärkte und akquirieren Neukundinnen und -kunden.

Zu ihren Aufgaben gehört es auch, Produkte auf Fachmessen zu präsentieren oder Kundinnen und Kunden individuelle Lösungen anzubieten, die sie meist zusammen mit Ingenieurinnen und Ingenieuren aus den jeweiligen Fachabteilungen entwickeln.

Kundenbetreuung und -beratung

Um detaillierte Angebote zu erstellen, müssen Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure zunächst die Anforderungen des Auftraggebers analysieren, wie zum Beispiel die Herstellung einer automatischen Transporteinrichtung, eines digital vernetzten Fertigungssystems oder einer Anlage der Additiven Fertigung (3D-Druck).

Dafür müssen sie Kosten kalkulieren, Angebote erstellen und Verträge schließen. Nach Vertragsabschluss sind sie für das Vertragsmanagement und die Auftragsabwicklung zuständig. Sie informieren den Kunden über Fortschritte bei der Auftragsbearbeitung, überwachen die Anlieferung und Installation und weisen die Mitarbeitenden vor Ort in die Bedienung ein, indem sie unter anderem Schulungen durchführen. Ebenso sind sie im Kundendienst tätig, nehmen Reklamationen entgegen und sorgen für die Bearbeitung.

Ein weiterer Tätigkeitsbereich für Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure ist das Controlling. Um feststellen zu können, ob eine Vertriebsstrategie erfolgreich war oder ob Kundinnen und Kunden zufrieden sind mit der Qualität und Funktionalität eines Produktes, analysieren sie Kundenfeedback, des eigenen Vertriebsteams sowie der Fachabteilungen.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Vertriebsingenieurs aus?

Je nach Spezialisierung kann der Arbeitsalltag einer Vertriebsingenieurin oder eines Vertriebsingenieurs variieren. Sie arbeiten unter anderem im Büro, in Produktionshallen, bei Kundinnen und Kunden, auf Fachmessen und gegebenenfalls auch im Homeoffice. Kostenkalkulationen und Erstellungen von Angeboten finden hauptsächlich am Computer statt, in der Produktionshalle wird beispielsweise der Stand einer Auftragsbearbeitung mit Fachingenieurinnen und -ingenieuren besprochen und getestet.

Je nach Aufgabe arbeiten Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure beispielsweise:

  • Im Büro, um neue Produkte zu planen, Marktanalysen durchzuführen und auszuwerten und Kostenkalkulationen zu erstellen
  • Auf Fachmessen, um Interessenten zu akquirieren, Kunden und Vertriebspartner zu betreuen
  • In Produktionshallen, um den aktuellen Stand einer Produktlinie zu betreuen und mit den entsprechenden Fachingenieuren zu bearbeiten
  • Im Homeoffice, sofern die Tätigkeit es zulässt

Abhängig von Tätigkeitsbereich und Arbeitgeber können regelmäßige Dienstreisen zu Produktionsstandorten oder Kunden zum Berufsalltag gehören.

Mit welchen Werkzeugen und Methoden arbeitet ein Vertriebsingenieur?

Welche Methoden und Werkzeuge tatsächlich genutzt werden, ist stark abhängig vom Tätigkeitsbereich des jeweiligen Vertriebsingenieurs. Üblich sind zum Beispiel:

  • CRM-Systeme zur Verwaltung von Kundenkontakten, Vertriebsaktivitäten und Verkaufschancen
  • ERP-Systeme zur Angebotserstellung, Auftragsbearbeitung sowie Termin- und Lieferverfolgung
  • Kalkulations- und Angebotssoftware zur Berechnung von Preisen, Kosten und individuellen Kundenangeboten
  • Präsentations- und Visualisierungstools zur technischen und wirtschaftlichen Darstellung von Produkten und Lösungen
  • Datenanalyse- und Reportingtools zur Analyse von Absatzmärkten, Verkaufszahlen und Vertriebskennzahlen
  • Technische Dokumentationen, Datenblätter und Lastenhefte zur Klärung von Produktspezifikationen und Kundenanforderungen

Welche Voraussetzungen sind notwendig?

Fachliche Kenntnisse Warum sie wichtig sind
MINT-Kenntnisse Technisches, mathematisches und naturwissenschaftliches Verständnis ist notwendig, um komplexe Produkte, Anlagen oder Systeme zu verstehen und Kunden fachlich beraten zu können.
Vertriebs- und Verkaufskenntnisse Wichtig für Kundenakquise, Beratung, Angebotserstellung, Verkaufsverhandlungen und den Abschluss von Verträgen.
Kaufmännische Kenntnisse Werden benötigt, um Preise zu kalkulieren, Angebote wirtschaftlich zu bewerten sowie Kosten, Margen und Rentabilität zu berücksichtigen.
Markt- und Branchenkenntnisse Helfen dabei, Absatzmärkte, Wettbewerber, Kundenbedürfnisse und neue Geschäftsmöglichkeiten einzuschätzen.
Kenntnisse in Kundenberatung und -betreuung Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure müssen technische Anforderungen erfassen, passende Lösungen entwickeln und Kunden auch nach Vertragsabschluss begleiten.
Projekt- und Auftragsabwicklung Wichtig, um kundenspezifische Projekte zu koordinieren, Termine und technische Vorgaben zu überwachen und die Umsetzung bis zur Abnahme zu begleiten.
IT- und Softwarekenntnisse CRM-, ERP-, Präsentations-, Kalkulations- und teilweise CAD-Systeme gehören je nach Unternehmen zum Arbeitsalltag.
Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere Englisch Vor allem im internationalen Vertrieb erforderlich, um mit Kunden, Lieferanten und Unternehmensstandorten im Ausland zu kommunizieren.
Persönliche Fähigkeit Warum sie wichtig ist
Kommunikationsfähigkeit Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure müssen technische Zusammenhänge verständlich erklären und Produkte sowie Lösungen überzeugend präsentieren können.
Kontaktfreude und Kundenorientierung Der regelmäßige Kontakt mit Neu- und Bestandskunden gehört zum Kern des Berufs. Dabei müssen Bedürfnisse erkannt und passende Lösungen angeboten werden.
Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen Bei Preis-, Angebots- und Vertragsverhandlungen gilt es, Kundeninteressen und wirtschaftliche Ziele des eigenen Unternehmens zusammenzubringen.
Selbstbewusstes Auftreten Bei Kundenterminen, Präsentationen und Verhandlungen müssen Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure sicher und überzeugend auftreten.
Zuhören und Einfühlungsvermögen Kundenanforderungen müssen genau erfasst werden, um daraus geeignete technische Lösungen entwickeln zu können.
Selbstständige und strukturierte Arbeitsweise Kundenkontakte, Angebote und Vertriebsprojekte werden häufig eigenverantwortlich organisiert und koordiniert.
Teamfähigkeit Kundenspezifische Lösungen entstehen meist in Zusammenarbeit mit Entwicklung, Konstruktion, Produktion, Service oder anderen Fachabteilungen.
Kaufmännisches und unternehmerisches Denken Neben der technischen Machbarkeit müssen auch Kosten, Absatzchancen und wirtschaftliche Interessen berücksichtigt werden.

Wie wird man Vertriebsingenieur?

Wer als Vertriebsingenieurin oder Vertriebsingenieur tätig sein möchte, braucht in der Regel ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich des Technischen Vertriebs oder in einem Fachgebiet der jeweiligen Branche. Entsprechende Studiengänge werden an zahlreichen Fachhochschulen und Universitäten angeboten. Es gibt auch Hochschulen, die den Studiengang des Technischen Vertriebs im dualen Modell anbieten.

Die Regelstudienzeit beträgt zwischen sechs und acht Semestern. Der Studiengang verbindet Ingenieurwissenschaften mit Betriebswirtschaft und Vertrieb. Einen einheitlichen Studienaufbau gibt es nicht: Technischer Vertrieb kann als eigener Bachelorstudiengang angeboten werden oder als Schwerpunkt des Wirtschaftsingenieurwesens oder eines technischen Studiengangs.

In den meisten Fällen ist das Studium in drei wesentliche Blöcke gegliedert:

  • Ingenieurwissenschaftliche Grundlagen: Mathematik, Physik, Mechanik, Werkstoffkunde, Elektrotechnik, Konstruktion, Informatik, sowie Mess- und Regelungstechnik
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen: BWL, Kostenrechnung, Finanzierung, Marketing und Unternehmensorganisation
  • Vertrieb und Marketing: Markt- und Wettbewerbsanalyse, Vertriebsstrategien, Kundenmanagement, Leadgenerierung, Angebotserstellung, Vertriebscontrolling, Key-Account-Management

Für anspruchsvolle Tätigkeiten, Führungspositionen oder eine wissenschaftliche Karriere kann ein weiterführendes Masterstudium erforderlich sein. Wer in Forschung und Lehre arbeiten will, braucht in der Regel zusätzlich eine Promotion oder Habilitation.

Nach dem Studium gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich fachlich zu spezialisieren. Typische Weiterbildungen sind:

  • Technischer Vertrieb (Spezialisierung)
  • Projektmanagement (Spezialisierung)
  • Controlling (Spezialisierung)
  • Verkaufstrainings zu Marktanalyse, Neukundengewinnung und modernen Vertriebsstrategien
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Business Administration

In welchen Branchen arbeiten Vertriebsingenieure?

Vertriebsingenieure und -ingenieurinnen sind vor allem dort gefragt, wo technisch komplexe Produkte und Dienstleistungen verkauft werden. Dementsprechend ist ein Einsatz in einem breiten Spektrum industrieller Branchen denkbar.

Branche Typische Produkte und Einsatzfelder
Maschinen- und Anlagenbau Maschinen, Produktionsanlagen, Fertigungssysteme und industrielle Komponenten
Elektrotechnik und Elektronik Elektrische Anlagen, Automatisierungstechnik, Steuerungs- und elektronische Systeme
Fahrzeugbau und Zulieferindustrie Fahrzeuge, Fahrzeugkomponenten, Produktions- und Prüftechnik
Metallindustrie Metallprodukte, Bauteile, Werkstoffe sowie Bearbeitungs- und Fertigungstechnik
Chemie- und Kunststoffindustrie Chemische Produkte, Kunststoffe, Werkstoffe sowie zugehörige Produktionslösungen
Energie- und Umwelttechnik Energieanlagen, Versorgungstechnik sowie Umwelt- und Effizienzlösungen
Informations- und Kommunikationstechnik Hard- und Software, IT-Systeme sowie technische Kommunikationslösungen
Medizintechnik Medizinische Geräte, Anlagen und technisch anspruchsvolle Lösungen für Kliniken und Praxen
Technische Dienstleistungen und Ingenieurbüros Engineering-, Planungs-, Beratungs- und andere technische Dienstleistungen

Was verdient ein Vertriebsingenieur?

Das Gehalt eines Vertriebsingenieurs oder einer Vertriebsingenieurin hängt vor allem von Berufserfahrung, Branche, Region, Tarifbindung und Unternehmensgröße ab. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Vertriebsingenieure in Deutschland mit Datenstand 2025 ein Medianentgelt von 7128 € brutto pro Monat aus.

Karrierestufe Bruttoentgelt
Berufseinstieg ca. 5282 €/Monat als Orientierung am unteren Quartil
Mit Berufserfahrung ca. 7128 €/Monat als Orientierung am Median

Das tatsächliche Einkommen hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Region: Es gibt durchaus regionale Unterschiede bei der Vergütung. Der Median liegt beispielsweise in Bayern bei 7620 €, in Hessen bei 7533 € und in Baden-Württemberg bei 7405 €. In Nordrhein-Westfalen sind es 7072 €.
  • Branche: Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure können unter anderem im Maschinen- und Anlagenbau, in der Elektroindustrie, Fahrzeugtechnik, Automatisierung oder Medizintechnik arbeiten. Branche und Art der vertriebenen Produkte können die Vergütung beeinflussen.
  • Unternehmensgröße: Große Industrie- und Technologieunternehmen verfügen häufig über stärker strukturierte Vergütungs- und Karrieresysteme als kleinere Unternehmen oder technische Dienstleister.
  • Tarifbindung: In tarifgebundenen Industrieunternehmen können Tarifentgelt, Sonderzahlungen und weitere Leistungen die Gesamtvergütung beeinflussen.
  • Verantwortung: Mit wachsender Umsatz-, Kunden-, Gebiets- oder Personalverantwortung kann das Einkommen steigen, beispielsweise beim Aufstieg ins Key-Account-Management oder in die Vertriebsleitung.
  • Variable Vergütung: Im Vertrieb können zusätzlich zum Festgehalt erfolgsabhängige Bestandteile wie Boni oder Provisionen hinzukommen. Deshalb kann die tatsächliche Gesamtvergütung vom ausgewiesenen Bruttoentgelt abweichen.

Hinweis: Die 7128 € sind nicht das ausgewiesene Gehalt von Vertriebsingenieurinnen und -ingenieuren „mit Berufserfahrung“, sondern das Median-Bruttomonatsentgelt sozialversicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigter insgesamt. Ebenso sind die 5282 € des unteren Quartils kein offizielles Einstiegsgehalt, sondern können lediglich als grobe Orientierung für den Berufseinstieg dienen. Der Entgeltatlas ordnet Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure der Berufsgattung „Berufe im Vertrieb (außer Informations- & Kommunikationstechnologien) – hoch komplexe Tätigkeiten“ mit Anforderungsniveau „Experte“ zu. Datenstand ist der Entgeltatlas 2025.

Welche Karrierewege gibt es für Vertriebsingenieure?

Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure können sich sowohl fachlich spezialisieren als auch Projekt- und Führungsverantwortung übernehmen. Welche Laufbahn infrage kommt, hängt von Berufserfahrung, Qualifikation und Tätigkeitsbereich ab.

  • Senior Vertriebsingenieur/in: Übernahme komplexerer Produkte, Kunden oder Vertriebsprojekte und häufig größere Umsatzverantwortung.
  • Key-Account-Management: Betreuung besonders wichtiger Groß- und Schlüsselkunden sowie Entwicklung langfristiger Kundenbeziehungen.
  • Projekt- oder Teamleitung: Steuerung von Vertriebsprojekten oder Führung eines Teams von Vertriebsingenieurinnen und -ingenieuren.
  • Regional- oder International Sales Management: Verantwortung für bestimmte Vertriebsregionen oder internationale Märkte.
  • Vertriebsleitung / Head of Sales: Strategische und personelle Verantwortung für größere Vertriebseinheiten, inklusive Umsatz- und Budgetverantwortung.
  • Business Development: Erschließung neuer Märkte, Kundengruppen und Geschäftsfelder sowie Entwicklung neuer Vertriebsstrategien.
  • Produktmanagement: Wechsel an die Schnittstelle zwischen Entwicklung, Marketing und Vertrieb, beispielsweise mit Verantwortung für ein bestimmtes Produktportfolio.
  • Fachliche Spezialisierung: Entwicklung zum Experten für bestimmte Technologien, Produkte, Branchen oder besonders komplexe technische Lösungen.
  • Geschäftsführung bzw. technische oder kaufmännische Leitung: Mit entsprechender Berufserfahrung und Führungsverantwortung kann der Weg bis ins obere Management führen.
  • Selbstständigkeit: Möglich ist beispielsweise eine Tätigkeit als selbstständige/r Handelsvertreter/in, technische/r Vertriebsberater/in oder Unternehmensberater/in.

Jobs für Vertriebsingenieure

Sie sind auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung oder einer neuen Stelle für Produktionsingenieurinnen und Produktionsingenieure? Auf unserer Jobbörse finden Sie aktuelle Stellenangebote aus dem Bereich des Produktmanagements.

banner Jobbörse

Wie sind die Berufsaussichten?

Die Berufsaussichten für Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure sind differenziert zu betrachten. Einerseits besteht weiterhin die Nachfrage nach Fachkräften, die technisches Know-how mit Vertriebskenntnissen verbinden. Die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit listet aktuell mehrere Hundert Stellen unter der Berufsbezeichnung Vertriebsingenieur/in in Deutschland. Gleichzeitig hat sich der Arbeitsmarkt für Akademiker insgesamt abgekühlt: 2025 wurden der Bundesagentur 188.000 neue Stellen für hoch komplexe Tätigkeiten gemeldet, 8 % weniger als im Vorjahr. Eine uneingeschränkt positive Entwicklung lässt sich daraus also nicht ableiten.

Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich vor allem in Branchen mit technisch komplexen Produkten, etwa im Maschinen- und Anlagenbau, in der Elektro- und Automatisierungstechnik, im Fahrzeugbau, in der Energie- und Umwelttechnik oder der Medizintechnik. Entsprechend hängt die Nachfrage auch von der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Branchen ab. Konjunkturelle Schwächen und Investitionszurückhaltung in der Industrie können sich auf den technischen Vertrieb auswirken.

Gleichzeitig verändert die Digitalisierung das Berufsbild deutlich. Die Bundesagentur für Arbeit nennt unter anderem Customer-Data-Plattformen, Data-Driven Marketing, Predictive Analytics, Demand Sensing, ERP- und PLM-Systeme sowie Chatbots und Sprachassistenten als Technologien, mit denen Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure zunehmend arbeiten können. Datenanalyse und KI können beispielsweise dabei helfen, Kundenbedarfe vorherzusagen, Absatzmärkte zu identifizieren oder Teile der Kundenkommunikation zu automatisieren.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Beruf durch KI grundsätzlich ersetzt wird. Gerade bei komplexen technischen Produkten bleiben die Analyse individueller Kundenanforderungen, die Entwicklung geeigneter technischer Lösungen und Vertragsverhandlungen anspruchsvolle Aufgaben. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Neben technischem und kaufmännischem Wissen gewinnen der Umgang mit Daten, digitalen Vertriebssystemen und KI-gestützten Werkzeugen an Bedeutung. Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure müssen deshalb technologische Entwicklungen nicht nur beim eigenen Produktportfolio verstehen, sondern zunehmend auch digitale Werkzeuge im Vertriebsprozess beherrschen.

Langfristig spricht die demografische Entwicklung grundsätzlich für qualifizierte Beschäftigte. Die QuBe-Projektionen des Bundesinstituts für Berufsbildung und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gehen davon aus, dass der deutsche Arbeitsmarkt bis 2040 durch ein sinkendes Arbeitskräfteangebot, Alterung und Fachkräfteengpässe geprägt sein wird und die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften tendenziell steigt. Daraus lässt sich jedoch keine konkrete Jobgarantie für Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure ableiten. Entscheidend bleiben Branche, technische Spezialisierung und Region.

Abgrenzung zu ähnlichen Berufen

Ähnlicher Beruf Gemeinsamkeiten Abgrenzung zum Vertriebsingenieur
Technische/r Vertriebsberater/in Technische Kundenberatung, Präsentation erklärungsbedürftiger Produkte und Unterstützung im Verkaufsprozess Der Schwerpunkt liegt stärker auf der technischen Beratung; Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure übernehmen häufig zusätzlich Akquise, Angebotserstellung, Vertragsverhandlungen und Vertriebsverantwortung.
Wirtschaftsingenieur/in Verbindung von technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen sowie Arbeit an Schnittstellen zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen Wirtschaftsingenieurinnen und -ingenieure können in vielen Bereichen wie Produktion, Logistik, Controlling oder Projektmanagement arbeiten. Beim Vertriebsingenieur liegt der Schwerpunkt eindeutig auf Vertrieb und Kundenkontakt.
Produktmanager/in Beschäftigung mit technischen Produkten, Marktanforderungen, Kundenbedürfnissen und wirtschaftlichen Zielen Produktmanager steuern vor allem die Entwicklung und Positionierung eines Produkts über dessen Lebenszyklus. Vertriebsingenieure konzentrieren sich stärker auf einzelne Kunden, Verkaufsprozesse und Vertragsabschlüsse.
Key-Account-Manager/in Betreuung von Kunden, Verhandlungen sowie Entwicklung langfristiger Geschäftsbeziehungen Key-Account-Manager konzentrieren sich auf strategisch besonders wichtige Kunden. Beim Vertriebsingenieur steht zusätzlich die technische Beratung und Ausarbeitung technischer Lösungen im Vordergrund.
Business-Development-Manager/in Analyse von Märkten und Kundenbedürfnissen sowie Erschließung neuer Geschäftsmöglichkeiten Business Development ist stärker strategisch auf neue Märkte, Geschäftsmodelle und Geschäftsfelder ausgerichtet. Vertriebsingenieure arbeiten näher am konkreten Produkt und Verkaufsprozess.
Produktentwickler/in Technisches Fachwissen, Berücksichtigung von Kundenanforderungen und Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachabteilungen Produktentwickler konzentrieren sich auf Konzeption und technische Entwicklung. Vertriebsingenieure bringen Kundenanforderungen ein, entwickeln gegebenenfalls kundenspezifische Lösungen, ihr Schwerpunkt liegt jedoch auf Beratung und Verkauf.

Häufige Fragen zum Beruf des Vertriebsingenieurs

Was macht ein Vertriebsingenieur?

Vertriebsingenieure präsentieren technische Produkte und Dienstleistungen an Kunden und arbeiten an der Schnittstelle zwischen Technik und wirtschaftlichem Interesse.

Wie viel verdient ein Vertriebsingenieur?

Laut Engeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025) liegt das Medianentgelt bei ca. 7128 € brutto/Monat

Welche Ausbildung braucht man als Vertriebsingenieur?

Für den Beruf ist in der Regel ein 6-8-semestriges abgeschlossenes Studium des Technischen Vertriebs erforderlich. Der Bachelorabschluss ermöglicht den Berufseinstieg, für Führungspositionen oder Tätigkeiten in Forschung und Entwicklung wird häufig ein Master oder eine Promotion erwartet.

Wie sind die Zukunftsaussichten für den Beruf des Vertriebsingenieurs?

Die Berufsaussichten für Vertriebsingenieurinnen und -ingenieure sind derzeit differenziert zu bewerten. Einerseits werden ihre Kompetenzen für die Vermarktung technisch komplexer Produkte und Dienstleistungen benötigt. Andererseits wirkt sich die schwache Industriekonjunktur in Deutschland auf den Arbeitsmarkt aus.

Ein Beitrag von:

  • Anastasia Pukhovich

    Anastasia Pukhovich ist Volontärin beim VDI Verlag. Ihre Tätigkeit beim Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien weckte ihr Interesse an allen Themen rund um Wissenschaft und Technik. Besonders gerne verfolgt sie journalistisch die Themen Medizintechnik und Karriere.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.