Sicherheit wird zum neuen Statussymbol: Bundeswehr und Rheinmetall gewinnen Talente
Bundeswehr beliebt als Arbeitgeber: Trendence-Ranking 2026 zeigt Wandel. Sicherheit und Stabilität gewinnen, Rheinmetall steigt, Industrie verliert.
Sicherheit schlägt Gehalt und Image: Die neuen Gewinner auf dem Arbeitsmarkt.
Foto: picture alliance / Ipon | Stefan Boness
Lange galten vor allem große Automobilhersteller, Technologiekonzerne und bekannte Marken als die begehrtesten Arbeitgeber Deutschlands. Doch die Prioritäten vieler Beschäftigter verschieben sich. In Zeiten geopolitischer Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und anhaltender Krisen gewinnen Stabilität, Sicherheit und gesellschaftliche Relevanz an Bedeutung. Das zeigt das aktuelle Arbeitgeberranking des Trendence Instituts, für das mehr als 65.000 Erwerbstätige befragt wurden. Zu den größten Gewinnern zählen die Bundeswehr und der Rüstungskonzern Rheinmetall.
Das Akademiker-Ranking 2026 (Professionals mit Studium)
Basis: 19.280 Beschäftigte mit Hochschulabschluss
Bei den akademischen Professionals behaupten die Premium-Marken zwar noch ihre Spitzenpositionen, büßen jedoch fast durchgehend Stimmenanteile ein. Auch hier drängen Sinnstiftung und Sicherheit nach vorn.
- Die Spitzenreiter: BMW verteidigt Platz 1 vor Google (Platz 2) und Audi (Platz 3).
- Der Aufsteiger: Die Bundeswehr macht auch bei den Akademikern einen riesigen Satz nach vorn und klettert im Gesamtranking von Rang 19 auf Platz 11.
- Weitere Gewinner: Die Deutsche Telekom (von 34 auf 23), Rheinmetall (von 28 auf 20) und die Deutsche Bundesbank (von 58 auf 40).
„Das Trendence-Ranking 2026 zeigt insgesamt einen breiteren Wettbewerb um akademische Talente: Neben Markenstärke und Innovationsimage gewinnen Arbeitgebermarkenwerte wie Sicherheit, gesellschaftliche Relevanz und Zukunftsfähigkeit für die Arbeitgeberwahl von Akademiker_innen sichtbar an Bedeutung“, kommentierte Robindro Ullah.
Die Top-Arbeitgeber nach akademischen Fachbereichen
- Wirtschaftswissenschaften: BMW bleibt vorn. Der größte Gewinner ist die Allianz (von 9 auf 4). Google schwächelt und rutscht von 3 auf 5 ab.
- Ingenieurwesen: BMW, Audi und Airbus bilden die Top 3. Auch hier verliert die Automobilbranche jedoch an Prozenten, während der Defence-Konzern Rheinmetall (von 20 auf 14) nach oben schnellt.
- IT / Informatik: Big Tech bleibt mit Apple, Amazon, Google und Microsoft an der Spitze. Dahinter holen Unternehmensberatungen (Accenture von 29 auf 14) und Sicherheitsbehörden wie das Bundesamt für Verfassungsschutz (von 46 auf 38) stark auf.
- Naturwissenschaften: Gesundheit und Forschung stehen im Fokus. Die Berliner Charité verteidigt Platz 1, das Robert Koch-Institut (RKI) springt von 16 auf 6. Die Impfstoff-Pioniere von BioNTech verlieren an Attraktivität (von 3 auf 7).

Das Fachkräfte-Ranking 2026 (Nicht-akademische Berufe)
Basis: 22.316 Befragte mit Berufsausbildung
Für Beschäftigte ohne akademischen Hintergrund sind Stabilität und Alltagsnähe die wichtigsten Kriterien bei der Arbeitgeberwahl.
- Der große Gewinner: Die Bundeswehr springt von Platz 5 an die absolute Spitze (Platz 1) aller deutschen Fachkräfte-Arbeitgeber. Die intensive Debatte um die Wehrpflicht und die Sicherheitslage stärkt die Wahrnehmung der Truppe als krisensicherer Arbeitgeber.
- Branchen im Aufwind: Neben der Bundeswehr legen Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall (von 44 auf 33) sowie der Lebensmitteleinzelhandel (EDEKA, REWE) spürbar zu.
- Branchen unter Druck: Klassische Industrie- und Automobilriesen straucheln. Bosch fällt von Platz 11 auf 15, Bayer stürzt von 32 auf 44 ab.
Der Trendence-Geschäftsführer Robindro Ullah ordnete die Ergebnisse der Umfrage so ein „Unser diesjähriges Fachkräfte-Ranking zeigt: Für Beschäftigte ohne akademische Ausbildung gewinnen Themen wie Stabilität, Sicherheit und alltagsnahe Arbeitgeberprofile an Bedeutung. Zudem sticht die Spitzenposition der Bundeswehr in Zeiten, in denen intensiv über eine allgemeine Wehrpflicht gesprochen wird, besonders heraus. Wir sehen: Die Kommunikationskampagnen der Bundeswehr erreichen ihr Ziel, die Truppe als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren“.
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Die Top-Arbeitgeber nach Fachkräfte-Segmenten
- Kaufmännische Berufe: dm-drogerie markt erobert Platz 1 und verdrängt BMW auf Platz 2. Auch Behörden wie die Bundesagentur für Arbeit (Platz 9) und der Zoll (Platz 11) dominieren.
- Gewerblich-technische Berufe: BMW hält knapp Platz 1, aber die Bundeswehr jagt direkt dahinter auf Platz 2 (Vorjahr: 5). Tesla stürzt dramatisch ab (von 18 auf 31).
- Gesundheit & Soziales: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) klettert auf Platz 1. Die Bundeswehr sichert sich hier Platz 3, während Amazon (Platz 4) zunehmend als Quereinsteiger-Alternative entdeckt wird.
Über das Trendence-Ranking
Seit über 25 Jahren analysiert das Trendence Institut als führendes Talent-Intelligence-Unternehmen die Attraktivität deutscher Arbeitgeber. Das Ranking gilt als wichtigster Seismograph für den Recruiting- und Arbeitsmarkt in Deutschland.
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