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Glasfaser schlägt Satelliteninternet in fast allen Disziplinen

24. September 2025

Glasfaser schlägt Satelliteninternet in fast allen Disziplinen
Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com/La Nacion
Eine Studie der Technischen Hochschule Mittelhessen zeigt: Starlink-Satelliteninternet kann Glasfaser nicht ersetzen – nur in Sonderfällen.
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Das Satelliteninternet von Starlink kann die Glasfaser nicht ersetzen – außer in sehr speziellen Fällen. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Technischen Hochschule Mittelhessen im Auftrag des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko).

Seit dem Jahr 2021 ist das Angebot von Starlink auch in Deutschland verfügbar. Mit dem Internet aus dem All möchte das Unternehmen von Elon Musk eine Alternative zu den klassischen Festnetz- und Mobilfunkanschlüssen schaffen. Das gelingt laut der Studie „Leistungsfähigkeit des Satellitennetzwerks Starlink – Status 2025“ der TH Mittelhessen jedoch nur begrenzt. Mit einer Gesamtkapazität von 377 Tbit/s lassen sich in Deutschland derzeit rund 200.000 Haushalte mit einer Geschwindigkeit von 100 Mbit/s oder etwa 20.000 Haushalte mit 1 Gbit/s versorgen Selbst wenn im Endausbau die geplanten 42.000 Satelliten verfügbar wären – wovon bislang nur 12.000 von der zuständigen US-Behörde genehmigt wurden –, ließen sich nach optimistischer Einschätzung höchstens 13 Mio. Haushalte mit 100 Mbit/s oder 1,3 Mio. Haushalte mit 1 Gbit/s versorgt versorgen. Damit bleibt Starlink weit hinter dem Ziel eines flächendeckenden Glasfaserausbaus zurück.

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Glasfaser und Satelliteninternet im Vergleich

Im direkten Vergleich mit Glasfaser zeigt die Studie zahlreiche Nachteile des Satelliteninternets. Während die Latenz bei Starlink zwischen 40 und 50 Millisekunden liegt, erreicht Glasfaser Werte von lediglich 2 bis 10 Millisekunden. Auch beim Stromverbrauch sind die Unterschiede gravierend: Die Empfangsantenne von Starlink benötigt zwischen 50 W und 100 W, während ein Glasfaser-Modem im Durchschnitt lediglich 2,3 W bis 10 W verbraucht.

Darüber hinaus ist die Verbindung über Satellit anfällig für Störungen durch Hindernisse wie Bäume oder durch schlechtes Wetter, während Glasfaserleitungen eine konstant hohe Stabilität gewährleisten. Zudem leben die meisten Deutschen in Mehrfamilienhäusern, wo eine Zustimmung von Eigentümer oder Eigentümergemeinschaft erforderlich ist.

Gleiche Kosten, weniger Nutzen

Preislich bewegt sich Starlink mit einem Monatsbeitrag zwischen 29 und 50 € zwar in einem ähnlichen Rahmen wie viele Festnetzangebote Dennoch ist das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zur Glasfaser deutlich schlechter, da die Leistungsfähigkeit der Technologie in nahezu allen relevanten Bereichen unterlegen ist. „Internet per Satellit ist aktuell keine echte Konkurrenz zu den bestehenden Festnetz- und Mobilfunktechnologien, insbesondere per Glasfaser und 5G“, sagt Studienautor Kristof Obermann. In der Fläche führe kein Weg am Glasfaserausbau vorbei, da Satelliteninternet bei Datenrate, Zuverlässigkeit, Latenz, Verfügbarkeit und Stromverbrauch deutlich unterlegen sei.

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Die Ausnahme: Ländliche Regionen ohne Glasfaser profitieren vom Satelliteninternet

Eine Ausnahme sieht die Studie nur in besonders abgelegenen Regionen. Dort, wo ein Glasfaserausbau selbst mit staatlicher Förderung wirtschaftlich nicht mehr vertretbar wäre, kann Satelliteninternet eine sinnvolle Alternative darstellen. Auf diese Weise lässt sich auch für Haushalte, die bislang nahezu ohne stabile Anbindung an das schnelle Internet auskommen müssen, digitale Teilhabe ermöglichen.

Blick in die Zukunft: Direct-to-Cell-Technologie

Neben der aktuellen Bewertung der Leistungsfähigkeit weist die Studie auch auf zukünftige Potenziale hin. Besonders im Fokus steht die sogenannte Direct-to-Cell-Technologie, mit der Satelliten künftig direkt mit Mobiltelefonen kommunizieren können. Zwar sind die erzielbaren Datenraten bislang noch gering und werden voraussichtlich auch langfristig begrenzt bleiben, dennoch könnte diese Technologie vor allem für die globale Mobilfunkversorgung in Zukunft wichtig werden.

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