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Fernstudium: Alle Infos zu Kosten, Anerkennung und Hochschulen

21. November 2022

Fernstudium: Eine Frau am Computer
Fernstudium bietet in der Regel weitgehende Selbstbestimmung und organisatorische Freiheit. Foto: PantherMedia / AndreyPopov
Der Charme des Fernstudiums liegt darin, dass Sie es berufsbegleitend absolvieren können. Somit ist es vor allem geeignet für Berufstätige, die nach Feierabend oder am Wochenende lernen wollen. Wir erläutern, unter welchen Umständen es sinnvoll sein kann.
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Moderne Fernstudiengänge erlauben es heute immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, online zu studieren und einen (zusätzlichen) Bachelor oder Master neben dem Job zu erwerben. Das Fernstudium kann, muss aber nicht die beste Option zur Weiterbildung sein. Als berufsbegleitendes Studium bietet es zwar einen hochwertigen Abschluss. Es ist aber auch mit einem großen zeitlichen Aufwand und einigen Kosten verbunden.

Der Vorteil eines Fernstudiums liegt auf der Hand: Es vermittelt akademisches Wissen weitestgehend losgelöst von Präsenz. Dabei eigenen sich die Studierenden mithilfe eigens aufbereiteter Studienskripte, Online-Seminaren und Vorlesungen neue Inhalte an. Oft ist es als Blended-Learning konzipiert, das heißt, es können einzelne Präsenzveranstaltungen stattfinden, beispielsweise als Blockseminar oder am Wochenende.

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Ähnliches gilt für die Leistungskontrolle; Abschlussprüfungen oder mündliche Prüfungen können in Präsenz stattfinden. Sonstige Aufgaben füllen Studierende (zum Beispiel beim E-Learning) direkt am PC aus oder senden sie postalisch ein.

Für wen eignet sich ein Fernstudium?

Fernstudiengänge bieten in der Regel weitgehende Selbstbestimmung und organisatorische Freiheit. Im Gegenzug fehlt oft die menschliche Interaktion – man lernt und studiert die meiste Zeit für sich selbst und allein. Das liegt nicht jedem.

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen einem berufsbegleitenden und einem Vollzeit-Studium. Ob Ihnen die Studienform des Fernstudiums zusagt, hängt im Wesentlichen davon ab, ob Ihnen das Selbststudium liegt. Denn den meisten Lernstoff werden Sie sich autodidaktisch aneignen müssen. Ein Austausch mit Lehrenden oder Kommilitonen findet oft nur auf virtuellem Wege statt.

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Wer also mit dem Gedanken eines Fernstudiums spielt, sollte sich vor allem selbst disziplinieren und motivieren können. Und, um den Studienabschluss zu erreichen, müssen Sie sich Freiräume fürs Lernen schaffen und dem Lernen eine Struktur geben. Unterm Strich gehört einfach eine große Portion Durchhaltevermögen dazu, denn ein berufsbegleitendes Studium dauert von Natur aus länger.

Aufwand muss zur beruflichen und privaten Situation passen

Gelingen kann das Vorhaben nur, wenn für die geplante Studiendauer sichergestellt ist, dass neben der Berufstätigkeit genügend Zeit für das Lernen verbleibt. Deshalb sollte auch der oder die Vorgesetzte über das angestrebte Berufsziel informiert werden, empfehlen die Studienanbieter.

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Auch das Privatleben muss auf Kompatibilität mit dem Studienaufwand abgeklopft werden. Wer in Kürze mit dem Hausbau beginnen will, wird kaum viel Zeit am Schreibtisch verbringen können. Während des Fernstudiums müssen Präsenzzeiten und Abgabefristen eingehalten werden, Klausuren und Prüfungen sind fest terminiert. Diese Daten werden zu Beginn des Studiums mitgeteilt, was die Planung, aber nicht immer deren Einhaltung, einfacher macht.

Hilfreich sei es, raten erfolgreiche Fernstudenten, sich als Belohnung für einen erreichten Meilenstein Gutes zu gönnen. Das steigere die Motivation für die nächste Lernrunde und erinnere den oder die Studierenden daran, dass es neben Büchern und PC noch ein anderes Leben gibt.

Voraussetzung: Selbstorganisation

Wer sich für ein Fernstudium entscheidet, schätzt an dieser Studienform vor allem die Freiheit und Flexibilität. E-Learning-Plattformen ermöglichen ein selbstbestimmtes Lernen im eigenen Rhythmus. Dafür ist die Fähigkeit zur Selbstorganisation eine unbedingte Voraussetzung, ebenso eine strukturierte Arbeitsweise. Nur wer klar zwischen Freizeit (und Beruf) und Studium trennt, kann das Fernstudium erfolgreich abschließen. Sonst wird es schnell zur Be- und Überlastung.

Wie lange dauert ein Fernstudium?

Die Dauer eines Fernstudiums hängt von vielen Faktoren ab: Welche Abschlüsse erwerben Sie? Wie viel Zeit investieren Sie? Wie gut kommen Sie voran? Ist Ihr Fernstudium als akademisches Vollzeitstudium geplant, ist der zeitliche Aufwand, was die Anzahl an Semestern betrifft, in etwa derselbe wie bei einem Präsenzstudium. Handelt es sich um ein Teilzeitstudium, können Sie grob die doppelte Zeit veranschlagen. Bedeutet: für einen Bachelor benötigen Sie statt sechs Semestern zwölf. Rechnen Sie am besten von Anfang an damit, dass der Aufwand für ein Fernstudium durchaus zwischen 20 und 30 Wochenstunden betragen kann.

Sind die Abschlüsse immer anerkannt?

Auch hier gilt: Es kommt darauf an, wie Sie den Begriff „Fernstudium“ auslegen. Handelt es sich um ein akademisches Fernstudium, das zu einem staatlich anerkannten Studienabschluss führt, besteht kein Unterschied zu einem herkömmlichen Präsenzstudium.

Vor wenigen Jahren noch wurden Fernstudiengänge von Unternehmen als Studium zweiter Klasse abgetan. Das Fernstudium galt als Notlösung, die es qualitativ nicht mit Präsenzstudiengängen an Hochschulen aufnehmen konnte. Das hat sich deutlich gewandelt. Die im Fernstudium erworbenen Abschlüsse sind heute in vielen Branchen denen eines Präsenzstudiums gleichgestellt und anerkannt. Entsprechend schreiben sich jedes Jahr rund 80.000 Studierende für ein Fernstudium ein.

Achtung: Der Begriff „Fernstudium“ ist nicht geschützt. Das hat zur Folge, dass heute viele Anbieter mit dem Begriff werben – tatsächlich aber nur ein nicht-akademisches Zertifikat verkaufen, das genau genommen nicht mehr ist als ein Fernlehrgang. Richtiger wäre, von Fernunterricht zu sprechen. Deswegen sind die Angebote nicht zwangsläufig unseriös – aber später eben auch deutlich weniger wert als ein Bachelor oder Master.

Worauf sollte ich bei der Auswahl der Fernuni achten?

Wer ein akademisches Fernstudium mit Bachelor-, Master- oder MBA-Abschluss anstrebt, sollte darauf achten, dass dieses Studium akkreditiert und die Hochschule staatlich anerkannt ist. Dies sollte vor allem durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) oder durch eine Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat erfolgen. Nachfolgend verwenden wir den Begriff Fernstudium für ein Hochschulstudium, das zu einem akademischen Studienabschluss führt.

Welche Hochschulen gibt es?

Überregional anerkannt ist die staatliche FernUniversität in Hagen. Einen Überblick über die übrigen Anbieter können Sie sich zum Beispiel beim Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Arbeitsgemeinschaft für das Fernstudium an Hochschulen verschaffen. Darüber hinaus können Sie sich an einigen sogenannten Fern-Fachhochschulen informieren. Diese bieten Fernstudiengänge unter anderem in den Bereichen Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik , Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau an. Zu den in Deutschland staatlich anerkannten Fern-Fachhochschulen gehören etwa:

  • AKAD-Hochschulen in Leipzig, Pinneberg, Stuttgart (akad.de)
  • DIPLOMA in Bad Sooden-Allendorf (diploma.de/studium)
  • Europäische Fernhochschule in Hamburg
  • Fernhochschule Riedlingen (SRH) in Berlin, Frankfurt, Stuttgart
  • Hamburger Fernhochschule (HFH) in Deutschland, Österreich, Schweiz
  • IST Hochschule für Management in Düsseldorf
  • IU Fernhochschule in Bad Honnef, Bonn
  • Private Hochschule Göttingen (PFH) in Göttingen, Stade
  • Wilhelm Büchner Hochschule in Berlin, Darmstadt, Hamburg, Stuttgart

Was kostet ein Fernstudium?

Die exakte Höhe Ihrer Kosten hängt von der Dauer und der Wahl der Einrichtung ab. Private Fernschulen wie ILS oder SGD sind in der Regel teurer als staatliche wie die FernUniversität Hagen. Ob Sie ein Fernstudium an der Fern-Uni in Hagen oder bei einem privaten Anbieter wie der Euro-FH, ILS oder AKAD absolvieren – die Kosten können erheblich zwischen knapp 2.000 (Fernuni Hagen) und rund 17.000 Euro (ISM) variieren. Hinzu kommen unter Umständen weitere Kosten in dieser Form:

  • Gebühren (bei staatlichen Prüfungen)
  • Reisekosten (bei Präsenzveranstaltungen)
  • Verpflegungskosten (bei längeren Aufenthalten)
  • Lehrmaterialien (Fachliteratur, Skripte, Kopien, …)
  • Semesterbeiträge
  • Auslandsveranstaltungen (falls integriert und verpflichtend)

Informieren Sie sich daher bei der jeweiligen Hochschule unbedingt vorher über die anfallenden Kosten für das Fernstudium – auch die versteckten.

Falls Sie die die Kosten eines Fernstudiums nicht abschrecken, gibt es eine gute Nachricht: Das Fernstudium kostet zwar Geld, es gibt aber auch einige Finanzierungsangebote und -formen, die Ihnen das Studium erleichtern können. Angefangen bei Fördermitteln und Stipendienprogrammen bis hin zu Studienkrediten. Hier eine Übersicht:

  1. Arbeitgeber
  2. Deutschlandstipendium
  3. Studienkredit

Tipp: Studium von der Steuer absetzen

Generell können Sie Ihr berufsbegleitendes Studium von der Steuer entweder als Werbungs- oder Sonderkosten absetzen. Das funktioniert natürlich nur rückwirkend – bringt Ihnen also während des Studiums kein Geld. Es macht die Investition aber zumindest hinterher günstiger.

 



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