Katastrophenschutz 22.07.2021, 10:40 Uhr

Lösungen, die Unwetter gezielt vorhersagen

Der Katastrophenschutz steht nach der verheerenden Flutwelle in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Teilen von Bayern sowie Sachsen in der Kritik. Zu spät und zu wenig wurde gewarnt. Welche Lösungen jetzt greifen müssen.

Nach dem Hochwasser sind viele Zufahrtsstraßen nicht mehr passierbar. Traktoren transportieren Autos durch das stehende Wasser.Foto: PantherMedia/Tsomkaigor

Nach dem Hochwasser sind viele Zufahrtsstraßen nicht mehr passierbar. Traktoren transportieren Autos durch das stehende Wasser.

Foto: PantherMedia/Tsomkaigor

Die Internationale Hilfsorganisation @fire ist rund um die Uhr im Einsatz und unterstützt in den Katastrophengebieten. Ob Erdbeben in Nepal, Waldbrände in Portugal oder Flutkatastrophen auf dem Balkan: Die Helferinnen und Helfer sind erprobt. Aktuell wird die Hilfe dringend im Heimatland benötigt. Im Ahrtal ist kaum ein Stein auf dem anderen geblieben und viele Menschen stehen vor dem Nichts. Bereits nach den ersten Meldungen am Donnerstag, den 15. Juli wurde der Stab am Abend aktiviert. Die Lage wurde permanent überwacht und sondiert. Dennoch scheint es so, als ob der Katastrophenschutz nicht gegriffen hätte.

Internationaler Katastrophenschutz setzt Amphibienfahrzeug ein

Hilfsgüter und Strom, medizinische Versorgung, Einsatz von Pumpen bei vollgelaufenen Gebäuden: All das wird in mehreren Bundesländern benötigt, doch der Internationale Katastrophenschutz Deutschland ist vor allem in den Gemeinden Rech, Mayschloß und Kalenborn im Landkreis Ahrweiler unterwegs. Anfahrtswege werden mit geländegängigen Unimogs, einem ARGO Amphibienfahrzeug sowie All-Terrain-Vehicles (ATV) erkundet. Da vielerorts noch kein Mobilfunk besteht, werden Satelliten-Telefone aus dem Einsatzequipment genutzt.

Hochwasser: Kritik am Katastrophenschutz

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe weist die Kritik zurück. Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistags, gibt an: „Gegen derart blitzschnell hereinbrechende Naturgewalten ist der Mensch ab einem gewissen Punkt einfach machtlos. Das sollten wir uns bewusst machen und es akzeptieren.“ Doch ist Akzeptieren hier die adäquate Lösung?

Nutzen Sie die Warn-App NINA? Nein? Dann geht es Ihnen wie 74 Millionen Deutschen, denn nur knapp neun Millionen nutzen die App. Sirenen gibt es in vielen Kommunen nicht mehr. Vor allem stellt sich die Frage, wie Menschen schnell gewarnt werden können, die kein Smartphone nutzen. Viele ältere Menschen betrifft das. Künftig soll sich das ändern; Sirenen sollen wieder verstärkt zum Einsatz kommen. Das Bundeskabinett hat am 21. Juli zudem ein Soforthilfe-Paket in Höhe von 200 Millionen Euro gewährt.

Wie wird der Kathastrophenschutz alarmiert?

“Vielleicht ist die gute alte Sirene nützlicher als man gedacht hat”, sagte Merkel in Bad Münstereifel. Die Sirene als ultimatives Warnsystem? Die Analyse, was beim Katastrophenschutz und den Frühwarnsystemen geklappt habe und was nicht, beginnt. Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Armin Schuster gab an, dass Warnungen vor Hochwasser und anderen Katastrophen die Bevölkerung in Zukunft auch per SMS erreichen könne. Das BBK hat dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

25square setzt auf Sensorsystem

Künstliche Intelligenz und Sensoren verändern unsere Arbeitswelt, warum sollen sie uns nicht rechtzeitig vor Gefahr warnen? Das haben sich auch die Gründer von 25square gedacht und eine Lösung entwickelt, die Unwetter straßengenau vorhersagen kann. Bis 2033 soll das Ruhrgebiet mit diesem Messnetzwerk ausgestattet sein. Über eine frühe Warnung per Sensor sollen Menschen ihr Hab und Gut und natürlich sich selbst retten können, bevor die Flut kommt.

Bei Wettereinflüssen wird die Bebauung kaum berücksichtigt. Hinzu kommt, dass Regenprognosen sehr ungenau sind und Unwetterwarnungen für weitläufige Regionen ausgegeben werden. Das KI-Netz von 25square könne ein Unwetter straßengenau 60 Minuten vorab prognostizieren. Der verwendete Sensor besteht aus einem Messaufnehmer, einer Digitalisierungseinheit und einem Datenübertragungsmodul, das die Daten mit Zeitstempel in die Cloud sendet. Denkbar sei, dass sich Bürgerinnen und Bürger einen Regensensor in den Garten installieren und so individuell gewarnt werden.

Von von Sarah Janczura / Annika Hilse

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