Light + Building Autumn Edition 22.06.2022, 11:15 Uhr

„One-Stop-Shop“ für Licht- und Gebäudetechnik

Der Anspruch bleibt hoch: Nach mehr als vier Jahren Pause reklamiert die Light + Building weiterhin den Status der führenden Leitmesse für sich. Allerdings werden bei der Fortsetzung im Herbst deutlich weniger internationale Besucher und Aussteller in Frankfurt vertreten sein als in der Vergangenheit.

Nach Corona-bedingter Verschiebung im März plant die Messe Frankfurt eine "Autumn Edition" der Light+Building vom 2. bis 6. Oktober 2022. Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Petra Welzel

Nach Corona-bedingter Verschiebung im März plant die Messe Frankfurt eine "Autumn Edition" der Light+Building vom 2. bis 6. Oktober 2022.

Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Petra Welzel

Virtueller Pressetermin in der Mainmetropole: Rund drei Monate vor dem geplanten Neustart der Light + Building werben die Veranstalter um Öffentlichkeit. Wenngleich pandemiebedingte Reiserestriktionen sowie der Krieg in der Ukraine das Spektrum an Ausstellern und Besuchern einschränken wird, sind sich Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messegesellschaft, und die anwesenden Verbandsvertreter von ZVEI und ZVEH einig: Der „Restart“ ist überfällig, die Branche gespannt und vorfreudig auf einen persönlichen Austausch von Angesicht zu Angesicht. Die Light + Building werde ihrem Anspruch als zentraler „One-Stop-Shop“ für den Bereich Licht und Gebäudetechnik auch 2022 gerecht. Details nennt Johannes Möller. Im Juli 2020 hat der studierte Messe-, Congress- und Eventmanager die Leitung der Fachmesse von Maria Hasselman übernommen. Im Gespräch mit der HLH berichtet der Brandmanager der Messe Frankfurt, was Fachbesucher vom 2. bis 6. Oktober in den Messehallen erwartet.

Seit Juli 2020 ist Johannes Möller als Leiter Brandmanagement Light+Building für die Organisation der Fachmesse verantwortlich.

Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Jörg Puchmüller

HLH: Herr Möller, die letzte Light + Building hat im Jahr 2018 stattgefunden. Seither wird das weltweite Messegeschehen von Terminverschiebungen und Hybridformaten geprägt. Wie hat die Light + Building die Zeit genutzt und welche Veränderungen machen den Restart der Veranstaltung aus?

Johannes Möller: Wir haben in den zurückliegenden Monaten viel gelernt. Natürlich hat die Digitalisierung auch unser Geschäft beschleunigt. Aber viele Gespräche mit Ausstellern und Verbänden haben gezeigt, dass der Kern unseres Geschäfts, die persönliche Begegnung, Bestand hat. Wir haben gelernt, wie wir sie sinnvoll ergänzen können. Jetzt schauen wir nach Vorne und setzen alles daran, im Herbst die bestmögliche Brücke zu bauen, um 2024 wieder zum gewohnten Termin alle Marktplayer in Frankfurt zu begrüßen. Das Wiedersehen auf dem Messegelände unterstützen wir mit der Light + Building Digital Extension. Die digitale Plattform bietet bereits im Vorfeld die Chance, die richtigen Geschäftspartner zu finden und mit ihnen in Kontakt zu treten. Sie ist vom 2. bis 14. Oktober 2022 verfügbar und verlängert den internationalen Austausch und die Informationsmöglichkeit dadurch noch einmal über den Messezeitraum hinaus.

HLH: Die Light + Building im Herbst findet als „Autumn Edition“ statt. Wie unterscheidet sie sich von der bislang bekannten Messe im März?

Möller: Sie ist eine Sonderausgabe. Pandemiebedingt mussten wir für die ursprünglich geplante Veranstaltung im März einen alternativen Termin finden. Die Branche hat uns nach der langen Pause ganz klar gespiegelt, dass es noch 2022 einen Branchentreffpunkt für den persönlichen Austausch geben muss. In diesem Jahr ist das Gelände der Messe Frankfurt sehr gefragt. Wir haben alle Optionen geprüft und konnten den verkürzten Termin Anfang Oktober realisieren. Für die Aussteller aus dem Building-Bereich ist das eine sehr gute Alternative, während der Herbsttermin zu den Innovationszyklen der Licht-Branche weniger optimal passt. Das ist uns durchaus bewusst. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass so viele Licht- Unternehmen – insbesondere aus dem Ausland – zur Leitmesse zusammenstehen und den Termin für sich nutzen.

Ein weiterer Faktor ist das Pandemiegeschehen in China. Auch wenn sich dieses glücklicherweise in Deutschland und Europa beruhigt, hat China aktuell leider immer noch stark damit zu kämpfen. Deshalb müssen wir im Moment auf die Teilnahme vieler asiatischer Aussteller verzichten. Insofern ist die kompakte Sonderausgabe nicht mit der regulären Light + Building vergleichbar. Aber aktuell erhalten wir täglich neue Anfragen von Unternehmen, die im Herbst dabei sein möchten. Insofern sind wir sehr optimistisch und setzen alles daran, dass es für alle Seiten eine qualitativ hochwertige Veranstaltung wird.

HLH: Wie wird die Sonderausgabe konkret aussehen und was können Aussteller und Fachbesucher erwarten?

Möller: Momentan rechnen wir mit rund 1.300 Ausstellern aus 46 Ländern. Es gibt Hersteller aus allen Bereichen der Licht, Haus- und Gebäudetechnik sowie der vernetzten Sicherheitstechnik, so dass sich alle Gewerke präsentieren und ein übergreifender Austausch möglich ist. Im Westgelände ist der Building-Bereich sehr stark aufgestellt. Gerade vor dem Hintergrund der notwendigen Digitalisierung und Elektrifizierung zur Erreichung von Klimazielen, wächst die Bedeutung dieses Bereichs. Hier sind alle Key-Player am Start. Im Licht-Bereich fehlt zwar das eine oder andere große Unternehmen, aber dafür nutzen besonders die ausländischen Firmen ihre Chance sich zu präsentieren. Damit ist das Licht sehr international aufgestellt und nach wie vor der größere der beiden Bereiche. Über 60 % der Aussteller gehören dem Lichtsektor an. Das zeigt uns, wie sehr Unternehmen den Messeplatz benötigen, um für sich Reichweite zu erzeugen.

HLH: Unterscheidet sich die Sonderausgabe auch im Hinblick auf die Hallenaufplanung? Was wird wo zu finden sein?

Möller: Durch die Bündelung aller technischen Gewerke spielt die Gebäudeautomation eine wichtige Rolle. Sie ist in den Hallen 9, 11 und 12 vertreten. Zudem finden Besucherinnen und Besucher in diesen Hallen energieeffiziente Gebäudesystemlösungen, Elektroinstallationen, elektrische Installations- und Netzwerktechnik sowie Elektrotechnik. Erstmals belegt die Light + Building auch die Halle 8 mit dem Bereich Intersec Building. Damit bündeln wir das Angebot zum Thema vernetzte Sicherheitstechnik, das in Häusern und Gebäuden zunehmend an Bedeutung gewinnt und mit der Gebäudetechnik untrennbar verbunden ist. Die Halle 8 bildet den Übergang zum Lichtbereich, da hier auch Hersteller für lichttechnische Komponenten, Lichtquellen und -steuerung vertreten sind. Um Licht in all seinen Facetten geht es dann in den Hallen 3, 4 sowie 6. Das Angebot umfasst hier designorientierte Leuchten in allen Stilrichtungen, technische Leuchten, Außen- und Straßenbeleuchtung, Not- und Sicherheitsbeleuchtung sowie Vollsortimente.

HLH: Was wird bis Oktober noch passieren?

Möller: Die Planungszeiten sind für alle Beteiligten kürzer geworden. Wir erhalten finale Aufträge für die Teilnahme an der Messe immer später, Besucherinnen und Besucher kaufen Tickets kurzfristig und lösen Gutscheine erst kurz vor der Veranstaltung ein. Dennoch ist es bereits heute möglich den Besuch zu planen. Unser Ticketshop hat bereits geöffnet. Auch die Aussteller starten jetzt mit ihrem Terminmanagement. Wir selbst agieren heute als Messeveranstalter flexibler. So können wir auf sich verändernde Bedingungen unmittelbar reagieren. Dabei stehen wir immer im engen Austausch mit unseren Ausstellern und Partnern. Zusätzlich bündeln die Fachverbände für uns das Feedback der Aussteller, um Entscheidungen zu treffen, die im Sinne der Branche sind. Das funktioniert nur, wenn es hier gute Partnerschaften gibt und über diese verfügt die Light + Building glücklicherweise. Insofern sind wir gut gewappnet und konzentrieren uns darauf, eine spannende, gut geplante Sonderausgabe zu präsentieren, die ein attraktives, informatives und inspirierendes Rahmenprogramm bietet, so dass sich die Teilnahme für alle lohnt.

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