Osterpaket der Bundesregierung 06.05.2022, 08:01 Uhr

Studie belegt: Energiewende als Jobmotor

Analysten von Allianz Trade erwarten von dem jüngst verabschiedeten „Osterpaket“ der Bundesregierung massive Effekte für den Arbeitsmarkt: Bis 2032 könnte die durch die Gesetzesänderungen forcierte Energiewende demnach mehr als 400.000 Jobs schaffen.

Foto: panthermedia.net/ DOC-Photo

Foto: panthermedia.net/ DOC-Photo

Das von der Ampelregierung vorgelegte „Osterpaket“ markiere den Startschuss für die nächste Phase der grünen Transformation in Deutschland, so die Analysten von Allianz Trade. Bis 2030 soll die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nach den Plänen der Bundesregierung nahezu verdreifacht werden. Wenn dies gelinge, so die Hamburger, nehme Deutschland nicht nur eine Vorreiterrolle innerhalb Europas ein, sondern dürfte von zusätzlichem Wachstum und Arbeitsplätzen profitieren. Dafür müssten allerdings zahlreiche Herausforderungen gemeistert werden, denn der Startschuss falle in eine schwierige Zeit, geprägt von Inflation und der russischen Invasion in der Ukraine, so der weltweit tätige Kreditversicherer in seiner Studie „Germany’s Easter package: Great green intentions“.

Studie: Osterpaket fördert Investitionen und Beschäftigung

„Das Osterpaket könnte ein echter Jobmotor werden und in den kommenden zehn Jahren mehr als 400.000 Jobs schaffen“, so Katharina Utermöhl, Senior Volkswirtin bei Allianz Trade. „Auch für die Wirtschaft dürfte es mittelfristig als Turbo wirken und das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Allerdings sind die Pläne durchaus ehrgeizig und es müssen auf dem Weg noch viele Hürden überwunden werden: von Bürokratiehemmnissen über rasante Preissteigerungen, Störungen der Lieferketten und Verknappung von Rohstoffen sowie Arbeitskräftemangel. Zudem erfordert das Paket entsprechende Investitionen der Privatwirtschaft. Wenn dies gelingt, ist das ein Wendepunkt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft.“

Die ambitionierten Pläne und das damit verbundene Potenzial könnten auch ein Umdenken der Unternehmen bewirken, das Thema Nachhaltigkeit stärker zu priorisieren und ihre Nachhaltigkeitsstrategien zu schärfen. Die ebenfalls von Allianz Trade durchgeführte Export-Umfrage „Allianz Trade Global Survey“ habe gezeigt, dass das Thema Nachhaltigkeit bei vielen Exportunternehmen bisher nur eine Nebenrolle spielt.

Ukraine-Krieg als Beschleuniger

Im Zusammenhang mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine habe sich der Druck auf Deutschland deutlich erhöht, seine Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Dies verleihe den grünen Ambitionen zusätzliche Dringlichkeit. „Die Invasion in die Ukraine hat zwar nicht zu ehrgeizigeren langfristigen Klimazielen geführt, aber zu einer deutlichen Beschleunigung der kurz- bis mittelfristigen Investitionsziele in erneuerbare Energien“, bestätigt Markus Zimmer, Senior ESG Volkswirt bei Allianz Trade. „Zudem dürfte der Krieg in der Ukraine auch zu einer größeren Unterstützung dieser Pläne führen – sowohl in der Regierungskoalition als auch in der deutschen Bevölkerung. Beides ist ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Energiewende.“

Motiviert durch den Ausstieg aus russischen fossilen Brennstoffen, dürfte die Transformation des Stromsektors bereits 2035 erreicht werden, attestieren die Analysten. Mit der Einstufung von Investitionen in erneuerbare Energien als „übergeordnetes öffentliches Interesse“ sollen Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt werden. „Nur so können die Ausbauziele erreicht werden die durch die Invasion der Ukraine an Ambition zugelegt haben, was zu einem nochmals deutlich stärkeren Ausbau von Onshore-Wind (2024 bis 2026) und Photovoltaik (ab 2025) führen soll“, so Allianz Trade.

 

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Saubere Luft in der Pandemie: Luftreiniger versus Lüftungsanlage

Regenerativer Wasserstoff aus regionalen Holzabfällen

Energieeffizient Lüften: Branchenverbände veröffentlichen Positionspapier

KfW: Neubauförderung wird fortgesetzt

Kein Öl und Erdgas für Neubauten schon ab 2024?

Nur prüffähige Schlussrechnungen werden direkt fällig

Indoor-Air: Lüftung reduziert Infektionsrisiko deutlich

Branche präsentiert Handlungsleitfaden für die Wärmewende

Hochschule simuliert Transportnetz für Wasserstoff

Stromspeicher: Höhere Sicherheit durch wässrige Zink-Ionen Batterien

Abwärmenutzung: Rechenzentren zur Gebäudeheizung

Von Allianz Trade / Marc Daniel Schmelzer

Top Stellenangebote

RHEINMETALL AG-Firmenlogo
RHEINMETALL AG Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) deutschlandweit
Stadt Viernheim-Firmenlogo
Stadt Viernheim Stadt- und Bauleitplanung (m/w/d) Viernheim
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW-Firmenlogo
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Professor*in für Werkstoffwissenschaften Brugg-Windisch
Frankfurt University of Applied Sciences-Firmenlogo
Frankfurt University of Applied Sciences Professur (W2) Werkzeugmaschinen Frankfurt am Main
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten-Firmenlogo
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten Professur (m/w/d) Werkstofftechnik und Metallkunde Kempten
Hochschule der Bayerischen Wirtschaft gemeinnützige GmbH-Firmenlogo
Hochschule der Bayerischen Wirtschaft gemeinnützige GmbH Professur (W2) für Aerodynamik, Fluidmechanik, Thermodynamik und Wärmeübertragung München
OOWV Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband-Firmenlogo
OOWV Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband Ingenieur (w/m/d) Leitungswesen Abwasser Brake (Unterweser)
Carl Zeiss AG-Firmenlogo
Carl Zeiss AG Projekt- und Prozessmanagement in der Halbleiterfertigungstechnik (m/w/d) Keine Angabe
Hochschule Ravensburg-Weingarten-Firmenlogo
Hochschule Ravensburg-Weingarten Professur (W2) elektrische Antriebstechnik Weingarten
Bayernwerk-Firmenlogo
Bayernwerk Mitarbeiter (m/w/d) Keine Angabe
Zur Jobbörse