Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung 08.04.2022, 14:10 Uhr

Energieeffizient Lüften: Branchenverbände veröffentlichen Positionspapier

Vor dem Hintergrund stark steigender Preise rufen Fachverbände dazu auf die vorhandene Energie verantwortungsvoller zu nutzen. Wohnraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung könnten in diesem Zusammenhang einen wertvollen Beitrag leisten.

Durch Fensterlüftung geht unnötig Wärme aus Innenräumen verloren. Foto: panthermedia.net/AndreyPopov

Durch Fensterlüftung geht unnötig Wärme aus Innenräumen verloren.

Foto: panthermedia.net/AndreyPopov

Deutschland muss seine starke Abhängigkeit von Energieimporten möglichst schnell verringern, um die Versorgungssicherheit und bezahlbare Energiepreise zu gewährleisten. Auch für das Erreichen der Klimaschutzziele muss der Energiebedarf schnellstmöglich gesenkt werden. Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e. V. (BDH) und der Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK), die gemeinsam das „Bündnis für Wohnungslüftung“ tragen, setzen sich deshalb in einem Positionspapier für Maßnahmen ein, die einen entscheidenden Beitrag dazu leisten können: Eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ermögliche Heizenergieeinsparungen von 25 bis 50 %, so die Verbände in einer gemeinsamen Mitteilung.

Energieverschwendung durch falsches Lüften

In den meisten Wohnungen wird über Lüftungssysteme ohne Wärmerückgewinnung und ohne Bedarfsregelung gelüftet oder durch manuell geöffnete Fenster. Dabei wird eine Menge Heizenergie verschwendet. Nicht von ungefähr wird in der Leitstudie der Deutschen Energie-Agentur (dena) „Aufbruch Klimaneutralität“ von Oktober 2021 die Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung als fester Bestandteil im Gebäudebestand des Jahres 2045 gesehen, um die Klimaziele Deutschlands zu erreichen. Die dort benannte Zahl von fast 8,8 Millionen Wohneinheiten mit Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung bis 2045 ist aus Sicht von BDH und FGK jedoch unzureichend. Die beiden Verbände schlagen in Zusammenhang mit der geplanten Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) drei Lösungsschritte vor, um die Energieverschwendung durch unnötige Lüftungswärmeverluste zu verringern:

  • Die Wärmerückgewinnung aus der Gebäude-Abluft sollte als erneuerbare Energie anerkannt werden. Begründung: Lüftungswärme, die sich in Wärmerückgewinnungsanlagen selbst regeneriert, ist erneuerbare Energie.
  • Damit in jedem Neubau eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert wird, sollte sie als verpflichtender Standard festgelegt werden. Die Anlagen stellen in modernen Gebäuden mit sehr dichter Gebäudehülle den notwendigen Mindestluftwechsel sicher und sorgen für gute Raumluftqualität.
  • In der Sanierung sollte eine attraktive Förderung dazu beitragen, dass diese zukunftsweisende Technologie ihren Einsatz in der Breite findet.

Auf diese Weise können nach Ansicht von BDH und FGK bei ambitionierter Umsetzung bis 2045 rund 19,8 Millionen Wohneinheiten mit dieser Technologie ausgerüstet werden und dadurch bis zu elf Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Eine nachhaltige Unterstützung der Lüftung mit Wärmerückgewinnung schaffe darüber hinaus Wachstum und Arbeitsplätze in Deutschland, denn die Unternehmen aus diesem Bereich sind zu einem großen Teil mit ihrer Entwicklung und Fertigung hierzulande beheimatet. Zusammengefasst haben die Verbände ihre Vorschläge in einem gemeinsamen Positionspapier mit dem Titel „Beitrag der Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung zur Reduktion fossiler Energien und Reduktion der CO2-Emissionen im Gebäudesektor“. Es steht zum Download bereit auf den Webseiten von BDH und FGK.

 

 

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Von BDH / FGK / Marc Daniel Schmelzer

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