Wettbewerb zu „Stadt statt A 104“ 15.09.2022, 10:12 Uhr

30.000 Euro für junge Ideen gegen Berliner Bausünden

Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) hat den Schinkel-Wettbewerb 2023 ausgelobt, der unter dem Thema „Stadt statt A 104“ stattfinden wird. Darin sollen junge Menschen interdisziplinäre Entwürfe für die Zukunft der ungeliebten Autobahntrasse einreichen.

Berliner Tristesse: A 104 über der Einmündung Brentanostraße, Blick von der Schildhornstraße. Foto: AIV

Berliner Tristesse: A 104 über der Einmündung Brentanostraße, Blick von der Schildhornstraße.

Foto: AIV

In Berlin soll in Abstimmung mit dem Bund der schrittweise Rückbau der A103 und A104 erfolgen, so lautet eine Absichtserklärung der dortigen Regierungsparteien in ihrer Koalitionsvereinbarung. „Rück- und Umbau überdimensionierter Relikte der autozentrierten Stadt“ sollen vorangetrieben und insbesondere für Projekte wie den Rückbau der Breitenbachplatzbrücke/Tunnel Schlangenbader Straße mit konkreten Planungen begonnen werden, heißt es da.

Ideen- und Förderwettbewerb

Vor diesem Hintergrund will der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) mit dem Schinkel-Wettbewerb 2023 junge Menschen in Fachsparten wie Architektur, Bauingenieurwesen, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Verkehrsplanung und Freie Kunst animieren, über Chancen und Herausforderungen aus Rückbau oder Umnutzung der ehemaligen A 104 nachzudenken, speziell „welche städtebaulichen, verkehrlichen, architektonischen, künstlerischen und landschaftsgestaltenden Chancen sich aus der Stilllegung der A 104 ergeben“, erläutern Gesche Gerber und Ernst Wolf Abée, Vorsitzende des AIV-Schinkel-Ausschusses.

Zu den konkreten Fragen gehören:

  • Wird in Zukunft ein Quartier 104 entstehen anstelle der ehemaligen Bundesautobahn A 104?
  • Welche Verkehrsdichte verträgt die klimagerechte Stadt der Zukunft?
  • Welche Einwohnerdichte braucht die Urbanität der Metropole?
  • Welche neuen Nutzungen benötigt die resiliente Stadt? 

Kooperative Ansätze erwünscht

Im Umfeld der etwa 3 Kilometer langen Autobahntrasse finden sich nach Angaben des AIV Bebauungsstrukturen aus unterschiedlichen Zeitabschnitten: Häuser und Stadtplätze aus der Gründerzeit, Ein- und Mehrfamilienhäuser aus den 20er Jahren, die berühmte „Künstlerkolonie“, der ehemals sorgfältig gefasste Breitenbachplatz, Kirchen verschiedener Epochen, das durch „Gartenterrassen“ geprägte Ambiente im Rheingauviertel, Kleingartenanlagen neben Institutsgebäuden mit weitläufigen Außenanlagen für Forschungszwecke, aber auch die weltweit erste und einzige Wohnanlage als Überbauung einer Stadtautobahn, der Wohnkomplex Schlangenbader Straße.

Wer teilnehmen will, muss eine eigene Idee für die Transformation der gesamten Trasse der ehemaligen A 104 zwischen der A 100 und der A 103 finden und daraus Entwürfe entwickeln. Empfohlen wird die Bearbeitung in interdisziplinären Teams. Dazu steht eine Kooperationsbörse zur Verfügung.

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Nicht ausgeschöpfte Baupotenziale für Wohnen, Arbeiten und neue Mobilität

Bereits im letzten Jahr hatte der AIV die politischen Gremien aufgerufen, über den zukünftigen Umgang mit den „überdimensionierten Verkehrsbauwerken“ der A 104 nachzudenken, nicht zuletzt, weil die derzeitige Verkehrsbeanspruchung in absehbarer Zeit erhebliche, kostenintensive Sanierungsmaßnahmen erfordere.

Der Architekt Robert Patzschke, Vorstandsmitglied des AIV, hat dazu eine Studie vorgestellt. „Über 30 Jahre nach dem Fall der Mauer bietet die gesamte Trasse nicht ausgeschöpfte Baupotenziale für neue Formen innerstädtischer Mischung aus Wohnen, Arbeiten und neuer Mobilität“, so Patzschke. Zudem bestehe die bestandspolitische Chance, vorhandene Potenziale wie die Russisch-Orthodoxe Kirche, die „Schlange“ (Wohnüberbauung Schlangenbader Straße der Autobahn) und den „Bierpinsel“ (eine 1976 mit Turmrestaurant eröffnete „Pop“-Landmarke) besser zur Wirkung zu bringen. 

Zielgruppe und Anmeldeschluss für den Schinkel-Wettbewerb

Der Ideen- und Förderwettbewerb richtet sich an junge Leute bis 35 Jahre aus den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Verkehrsplanung und Freie Kunst. Der Schinkel-Wettbewerb zählt zu den bekanntesten und ältesten deutschen Nachwuchspreisen. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von bis zu 30.000 Euro vergeben.

Anmeldeschluss zum AIV-Schinkel-Wettbewerb ist der 16. Januar 2023; die Preisverleihung findet beim Schinkel-Fest am 13. März 2023 statt.

www.aiv-berlin-brandenburg.de

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Von AIV / Karlhorst Klotz