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Höchstes Gebäude Skandinaviens 25.06.2026, 07:00 Uhr

74 Stockwerke, 246 Meter: Das steckt hinter dem Karlatornet von Göteborg

Mit 246 Metern Höhe prägt das Karlatornet die Skyline von Göteborg. Der Wolkenkratzer zeigt, wie anspruchsvolle Fassadenplanung, Materialinnovation und internationale Zusammenarbeit neue Maßstäbe im Hochhausbau setzen.

Karlatornet Hochhaus in Göteborg mit moderner Betonfassade

Das Karlatornet in Göteborg: Skandinaviens höchstes Gebäude mit markanter, gedrehter Silhouette.

Foto: CONAE GmbH_Markus Esselmark

Wo einst Schiffe gebaut wurden, prägt heute Skandinaviens höchstes Gebäude die Skyline von Göteborg. Mit 246 Metern Höhe und 74 Stockwerken überragt das Karlatornet alle anderen Bauwerke der Region. Seine leicht gedrehte Silhouette verleiht dem Turm eine spürbare Dynamik und sorgt zugleich für Eleganz im Stadtbild. Entworfen wurde das Hochhaus vom internationalen Architekturbüro Skidmore, Owings & Merrill.

Im Inneren vereint das Gebäude 611 Wohnungen, Gewerbe- und Dienstleistungsflächen, ein Hotel mit Konferenzbereichen sowie Gastronomie-, Fitness- und Wellnessangebote. Damit wird der Turm nicht nur zum vertikalen Wohnraum, sondern auch zu einem lebendigen Stadtbaustein.

Karlatornet und der schwierige Baugrund

Der Baubeginn erfolgte 2018, die Fertigstellung 2024. Schon früh zeigte sich, dass der Baugrund besondere Lösungen verlangte. Der weiche, wasserdurchlässige Untergrund machte es notwendig, 58 Betonpfähle bis zu 70 Meter tief einzubringen. So konnten die enormen Lasten sicher abgetragen werden.

Hinzu kamen Windgeschwindigkeiten von bis zu 50 m/s in den oberen Geschossen. Diese Kräfte erzeugen Schwingungen, die den Komfort beeinträchtigen können. Deshalb integrierten die Ingenieure einen massiven Stahlbetonkern und ein 150 Tonnen schweres Pendel in der Spitze des Gebäudes. Dieses reduziert die Schwingungsamplitude spürbar – eine Lösung, die Präzision und Erfahrung erfordert.

Fassadenplanung für das Karlatornet

Nicht nur die Statik stand im Fokus, sondern auch die Gebäudehülle. Die Fassade muss Wind, UV-Strahlung, Feuchtigkeit, Temperaturwechseln und salzhaltiger Luft standhalten. Gleichzeitig prägt sie den ersten Eindruck des Hochhauses.

Die Architekten wünschten sich eine natürliche Betonoptik mit feiner Haptik. Zudem sollten die Elemente leicht, handhabbar und individuell formbar sein. Die Wahl fiel auf ein Glasfaserbeton-Fassadensystem, das diese Anforderungen erfüllt und filigrane Geometrien erlaubt. Betreut wurde das System durch die CONAE GmbH als Werksvertretung.

Maßgeschneiderte Lösungen bis ins Detail

Bereits in einer frühen Projektphase unterstützte CONAE die Beteiligten. Das Team half bei statischen Fragen und entwickelte eine spezielle Betonrezeptur. Die gewünschte Farbgebung erhielt durch Pigmente und glitzernde Zuschläge einen dezenten Schimmer im Sonnenlicht.

Damit dieser Effekt sichtbar bleibt, wurde die Oberfläche in einem eigens entwickelten, ökologisch verträglichen Verfahren ausgewaschen. Gleichzeitig sollte die schlanke Platte an den Kanten massiv wirken. Eine gezielte Verdickung auf 30 Millimeter erfüllte diesen Anspruch. Mehrere 1:1-Muster machten die Wirkung vorab überprüfbar.

Präzision am laufenden Band

Nach Abschluss der Planung erstellte der international tätige Fassadenbauer Yuanda Europe die Detailzeichnungen. Darauf basierend wurden die Fassadenplatten gefertigt und schrittweise geliefert. Vor Ort entstanden großformatige Fassadenelemente, kombiniert mit Verglasung. Insgesamt wurden 15.117 Quadratmeter Fassadenfläche montiert – etwa zwei Fußballfelder. Das Gesamtgewicht aller Elemente betrug rund 600 Tonnen. Dennoch stand ein Aspekt stets im Vordergrund: Sicherheit.

Befestigung ohne Kompromisse

Die Verantwortlichen legten höchsten Wert auf zuverlässige Befestigung. Das größte Element mit 8,9 Quadratmetern Fläche und 350 Kilogramm Gewicht erhielt 28 Ankerpunkte. Einbetonierte M8-Gewindehülsen sorgten für sichere Montage. Die Maßtoleranz zwischen den Befestigungspunkten lag bei maximal plus/minus zwei Millimetern. Diese Präzision zeigt, wie konsequent Qualität umgesetzt wurde.

Karlatornet als Beispiel für konstante Qualität

Das Karlatornet beweist, dass moderne Hochhausprojekte mehr verlangen als spektakuläre Architektur. Sie benötigen Partner, die Planungssicherheit, Materialkompetenz und langfristige Qualität liefern. Über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren wiesen die Fassadenelemente ein gleichbleibendes Erscheinungsbild und hohe Maßhaltigkeit auf. (Dipl.-Ing. Claudia El Ahwany / Heike van Ooyen)

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