Autonomer Asphalteinbau 16.02.2022, 12:57 Uhr

Robot – Straßenbau 4.0: Praxis-Demo auf der B 189

Auf einer Bundesstraße bei Magdeburg zeigte ein System für den autonomen Asphalteinbau, wie sich durch Automatisierung künftig Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz beim Asphalteinbau nachhaltig verbessern lassen.

Wichtiges Ziel des Projekt ist eine nachhaltige Verbesserung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz beim Asphalteinbau. Foto: Strabag

Wichtiges Ziel des Projekt ist eine nachhaltige Verbesserung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz beim Asphalteinbau.

Foto: Strabag

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Verbundforschungsprojekts „Robot – Straßenbau 4.0“ ist eine Teilautomatisierung des Asphalteinbaus in greifbare Nähe gerückt. Das Strabag-Kompetenzzentrum TPA hat gemeinsam mit vier Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft in dem vom Bund (BMVI) geförderten Projekt die Basis für ein vernetztes System zum autonomen Einbau von Asphaltbelägen entwickelt.

Auf einer pandemiebedingt digitalen Abschlussveranstaltung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) stellte das Forschungskonsortium die technischen Innovationen rund 100 Gästen aus der Fachöffentlichkeit vor. Die erfolgreiche Praxis-Erprobung der vernetzten Mess- und Sensortechnik auf der Bundesstraße B 189 wurde in einem „Robot – Straßenbau 4.0“-Projektfilm gezeigt.

Einbaukontrolle künftig aus Fahrerkabine des Fertigers

Kernziel der Teilautomatisierung des Asphalteinbaus ist die nachhaltige Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes auf Straßenbaustellen: Für das Baustellenpersonal sollen die Unfallgefahr – insbesondere beim halbseitigen Asphalteinbau – sowie die Gesundheitsbelastung deutlich reduziert werden.

Die im Forschungsprojekt „Robot – Straßenbau 4.0“ entwickelte Automatisierungstechnik kann hierfür perspektivisch den Verzicht auf den Arbeitsplatz an der Einbaubohle ermöglichen: Statt wie bisher in exponierter Stellung sollen die Mitarbeitenden ihren Kontrollaufgaben künftig aus der Fahrerkabine des Fertigers nachkommen – auf Distanz zum fließenden Verkehr sowie zu giftigen Dämpfen und Aerosolen.

Über ein Display lassen sich von dort alle Einbauparameter prüfen: Schichtdicke, Einbaubreite und Materialvorlage in der Querverteilung sollen in der Zukunft über die entwickelte Messtechnik und die noch zu ergänzende Steuerungstechnik autonom reguliert werden.

Die Praxis-Demonstration der entwickelten Sensor- und Messtechnik fand im Juli 2021 auf B 189 bei Magdeburg statt,

Foto: Strabag / Andreas Lander

Bestandteile des Systems für den autonomen Asphalteinbau

Das System für den autonomen Asphalteinbau beinhaltet:

  • Lkw-Anfahrtskontrolle: vernetzt Beschicker und Lkw über Lasersensoren und Displays
  • Materialmanagementsystem: automatische Berechnung sowie Anzeige von Einbaubreite und -länge (Flächenaufmaß); Füllstandsanzeige von Beschicker und Fertigerbunker
  • Schichtdickenmessung: über Sensoren; unterschiedliche Typen erprobt
  • Temperaturmanagement: mit Scanner und Sensoren über gesamten Einbauprozess
  • Kantenerfassung und Kantenerkennung: als Grundlage für die weiter zu erprobende automatisierte Regulierung der Einbaubreite und Lenkung des Fertigers

Um die Steuerungstechnik kümmert sich ein Nachfolgeprojekt

Für ein geschlossenes System zum autonomen Asphalteinbau soll diese vernetzte Sensor- und Messtechnik nun um die Steuerungstechnik ergänzt, auf anderen Baustellen und Baumaschinen erprobt und bis zur Marktreife weiterentwickelt werden. Mit diesem Ziel beteiligen sich das Strabag-Kompetenzzentrum TPA und drei seiner „Robot 4.0“-Partner an dem neuen, von der EU geförderten Forschungsprojekt InfraROB, das vom September 2021 bis März 2025 läuft. Im Zuge des umfassenden Vorhabens mit 15 Projektbeteiligten aus acht Ländern sollen unter anderem autonome robotisierte Lösungen zur Aufrechterhaltung von Zustand, Leistung und Sicherheit der Straßeninfrastruktur entwickelt werden.

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Von Strabag / Karlhorst Klotz

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